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Kostenloses Internet für Freital

Der Stadtrat hat beschlossen, dass WLAN-Hotspots eingerichtet werden sollen. Mancher sieht darin eine Gefahr.

© picture alliance / Hauke-Christi

Von Tobias Winzer und Carina Brestrich

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Freital. Zwischendurch ein paar E-Mails abrufen, mit wenigen Klicks ein Foto versenden oder im Internet schnell nach dem richtigen Weg schauen – mit sogenannten WLAN-Hotspots geht das einfach und drahtlos von unterwegs. Von diesen Internetzugriffspunkten könnte es in Freital bald mehr geben: auf Plätzen, in Parks und in öffentlichen Einrichtungen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat beschlossen, dass sich das Rathaus bei der EU-Initiative „WiFi4EU – freies WLAN für Europa“ um Fördermittel bewerben soll. Die Fraktion aus SPD und Grünen hatte einen entsprechenden Antrag gestellt.

Insgesamt 120 Millionen Euro will die Europäische Kommission bis 2019 bereitstellen. Auf unbürokratische Weise sollen damit bis zu 8 000 Kommunen im gesamten EU-Gebiet unterstützt werden. Die EU übernimmt die Kosten für Technik und Installation. Die Antragsteller wiederum verpflichten sich, den Zugang mindestens drei Jahre lang kostenlos bereitzustellen. Den Anbieter können sie dabei frei wählen. Die Mittel werden nach dem Prinzip vergeben: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Bewerbungsfrist für die Anträge startet voraussichtlich Ende dieses Jahres.

Der Stadtrat stimmte mit großer Mehrheit für den Vorschlag von SPD/Grüne. Bedenken kamen von der AfD. „Das kann Nebenwirkungen haben“, sagte Stadtrat Torsten Heger. Die Erfahrungen am Kornmarkt in Bautzen hätten gezeigt, dass sich an solchen Punkten viele Menschen sammeln. Das könne zu Auseinandersetzungen führen. „Man sollte deshalb darüber nachdenken, das WLAN nur tagsüber einzuschalten.“ Bürgermeister Peter Pfitzenreiter (CDU) sagte, dass sich die Stadt bereits mit diesem Thema befasst habe. Man werde außerdem nicht nur einen Hotspot einrichten, um eine Konzentration zu vermeiden.