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Krach um Böller

Wer darf ein Feuerwerk zünden und wann? Der Gemeinderat von Müglitztal will das künftig regeln. Doch das ist gar nicht so einfach.

Von Heike Sabel

Ein Feuerwerk zum Schuleingang, eines zur Hochzeit, das nächste zum runden Geburtstag: Etwas wirklich Besonderes sind Feuerwerke kaum noch. Im Müglitztal nahm das Geböller im Frühjahr und Sommer so überhand, dass sich vor allem Maxener beschwerten. Sie sehen ihr Heu in den Höfen schon brennen und die Tiere erschrecken. Passiert ist zwar noch nichts, aber so weit soll es auch nicht kommen. Der Gemeinderat sieht sich nun gezwungen, das Knallen und Böllern zu regeln. Es gibt verschiedene Varianten. Brigitte Starke (CDU) würde es kurz und knapp machen. Für sie ist nicht der Anlass entscheidend, sondern der Ort. Deshalb gebe es bei ihr nur zu Ortsfesten Feuerwerk, und dann auch nur am Wochenende und bis 23 Uhr, in der Woche bis 22 Uhr. Private Feuerwerke würde Starke nicht mehr zu lassen.

Da aber hat Ulrike Fischer (Heimatverein Maxen) Bedenken. Das sei weder durchsetzbar noch kontrollierbar. Sie schlägt vor, die Feuerwerke über das Anmelden für eine angemessene Gebühr zu regeln. Was aber ist angemessen? Dazu hat sich der Gemeinderat noch nicht verständigt. Klar ist, ist der Obolus zu hoch, wird er umgangen, womit man auch wieder nichts gekonnt hat, sagt Ulrike Fischer. Bei den Zeiten ist sie auch etwas großzügiger. Im Sommer bis Mitternacht, im Winter bis 22 Uhr.

Die nächste Frage wäre die des Ortes. Einen zentralen Platz für Feuerwerke einzurichten, funktioniert nicht. Kein Hochzeitspaar gehe von seiner Feier im Gasthof zum Beispiel bis zum Sportplatz, sagt Ulrike Fischer. Betroffen von einer Regelung wäre unter anderem auch der Maxener Heimatverein mit seinen Kanonen und Musketen. Bisher gibt es dafür eine Genehmigung von Bürgermeister Jörg Glöckner (CDU). Genau wie für den Maxener Gasthof. Glöckner aber will dafür künftig nicht mehr seine Unterschrift hergeben. Ein weiterer Vorschlag kommt von Peter Gottlöber (Heimat- und Feuerwehrverein Mühlbach). Maximal 50 Meter hoch dürften im Ort Raketen aufsteigen. Was es von der Feuerwehr nicht geben werde, sei eine Aussage zur Sicherheit von Feuerwerk. Darauf wies André Weber (CDU) hin. Ansonsten findet er den Vorschlag von Ulrike Fischer gut.

Welche Möglichkeiten hat die Kommune überhaupt, Feuerwerke zu verbieten oder zu regeln? Prinzipiell untersagt ist deutschlandweit die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände in der Nähe von Kirchen und Gotteshäusern sowie von Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen. Seit 2009 sind Feuerwerke auch in der Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern verboten. Laut Sprengstoffverordnung kann die zuständige Behörde bei begründeten Anlässen wie eben zum Beispiel Hochzeit, Geburtstag oder Dorffest Ausnahmegenehmigungen erlassen.

Schon im Sommer war im Gemeinderat dazu diskutiert worden. Nicht zum ersten Mal. Zunächst konzentrierte sich die Debatte auf Maxen. Bürgermeister Jörg Glöckner (CDU) sagte mal, er würde am liebsten nichts regeln oder nur dort, wo es Ärger gibt. Doch schnell war klar: Eine Regelung nur für einen Ortsteil ist unmöglich. So war das Thema wieder vertagt worden.

Dohna ist der Gemeinde bei der Suche nach einer Lösung auch keine große Hilfe. Dort sind die Feuerwerke derzeit kein Thema, weil man mit dem Haushalt zu tun hat, sagt Bürgermeister Ralf Müller (CDU). Der Müglitztaler Gemeinderat nimmt sich nun noch etwas mehr Zeit, um eine Regelung zu finden. Erstens ist die Jahreszeit der vielen Feuerwerke erst mal vorbei, zweitens unterliegt Silvester eigenen Gesetzen.