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Sachsen

Kräne brennen auf Leipziger Baustelle

Auf einer Baustelle steigt dicker Qualm auf, zwei Autokräne brennen. Es knallt mehrmals. Das Feuer hinterlässt Millionen-Schäden und eine politische Frage.

Auf einer Baustelle in Leipzig sind zwei Autokräne in Brand geraten.
Auf einer Baustelle in Leipzig sind zwei Autokräne in Brand geraten. © Sebastian Willnow/dpa

Leipzig. Nach einem verheerenden Feuer auf der Baustelle des früheren technischen Rathauses in Leipzig geht die Polizei von Brandstiftung aus. Ein politisch motivierter Hintergrund der Tat könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Dirk Münster, Chef der Abteilung Staatsschutz im Landeskriminalamt Sachsen (LKA), und verwies auf den Tag der Deutschen Einheit am Donnerstag. Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismusmus-Abwehrzentrum des LKA übernahm die Ermittlungen. Der Bauträger sei schon mehrmals ein Opfer von Brandanschlägen geworden, hieß es.

In der Nacht zum Donnerstag waren auf der Baustelle drei Autokräne in Brand geraten. Laut LKA brannten trotz sofortigen Einsatzes der Feuerwehr zwei Kräne vollständig aus, der dritte wurde schwer beschädigt. Auch an einem etwa 50 Meter entfernt stehenden Bagger habe man Brandspuren gefunden. Während des Feuers kam es zu mehreren Explosionen und Verpuffungen. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten angrenzende Wohnblocks vorübergehend evakuiert werden. "Des Weiteren bestand die Gefahr, dass die Autokräne umstürzen. Eine angrenzende Gartenanlage wurde bis auf weiteres gesperrt", teilte das LKA in seinem Lagebericht mit.

Nach ersten Schätzungen der Polizei beläuft sich der Schaden auf mehrere Millionen Euro. Das LKA sucht nun nach Zeugen, die sich in der Nacht zum Donnerstag im Umfeld der Prager Straße und nahe der Baustelle aufhielten. Unabhängig von der Vermutung einer politisch motivierten Straftat werde in alle denkbaren Richtungen ermittelt, betonte Abteilungsleiter Münster: "Da die brennenden Kräne jederzeit hätten umstürzen können, wurde durch die Täter nicht nur erheblicher Sachschaden, sondern offensichtlich auch eine Gefährdung der Menschen auf anliegenden Grundstücken oder Benutzern der Straße in Kauf genommen."

Zunächst waren die Behörden davon ausgegangen, dass bei dem Feuer gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt wurden. Schadstoffmessungen in der Luft am frühen Morgen hätten aber dann Entwarnung gegeben: keine bedenklichen Werte, teilte Leipziger Polizei mit. Die von der Evakuierung betroffenen Menschen konnten gegen 3.00 Uhr in ihre Häuser zurück. (dpa)

Polizisten stehen an der Baustelle, auf der die Kräne brannten. 
Polizisten stehen an der Baustelle, auf der die Kräne brannten.  © Sebastian Willnow/dpa