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Kraftwerk hilft sächsischen Waldbesitzern

Wegen der Borkenkäfer-Plage sind die Preise für Fichtenholz im Keller. Deswegen lohnt sich der Verkauf derzeit nicht. Da hilft das Kraftwerk Boxberg – auf unkonventionelle Weise.

Symbolbild © dpa-Zentralbild

Für die Einlagerung von 8.000 Festmeter Fichten-Stammholz aus sächsischen Wäldern hat die Lausitz Energie Kraftwerke AG (Leag) ein derzeit nicht genutztes Erdbecken auf dem Gelände des Kraftwerkes Boxberg der Waldbesitzerinitiative Sachsen Timber International GmbH (STI) mit Sitz in Putzkau zur Verfügung gestellt. 

Seit Dienstag werden in das Erdbecken Fichtenstämme hineingefahren, um sie vor einem Befall durch den Borkenkäfer und einem Wertverlust zu schützen. Aufgrund eines Überangebotes von Fichten-Stammholz in Mitteleuropa kann das Holz derzeit durch die Waldbesitzer nur schwer oder zu nicht wirtschaftlichen Preisen abgesetzt werden. Bis zum Ende des Jahres 2023 ist die Nasskonservierung zwischen Leag und der STI vertraglich geregelt, teilt Leag-Sprecherin Kathi Gerstner in einer Pressemeldung mit.

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„Die Lage in den Fichtendominierten Wäldern ist ernst. Unsere Wälder befinden sich aufgrund des vielen Schadholzes und der rapiden Schädlingsvermehrung in einer großen Krise“, sagte Waldeigentümer Wilderich Graf von Schall-Riaucour. Das Holz müsse aus dem Wald transportiert werden, um einen weiteren Schädlingsbefall zu verhindern. Da man es im Moment nicht zu wirtschaftlichen Preisen absetzen könne, sehe man nur in der Nasslagerung eine Möglichkeit, über eine längere Zeit den Wert des Holzes zu erhalten. Denn nur mit auskömmlichen Einnahmen sei man in der Lage, Reserven für die notwendige Wiederaufforstung und die jahrelang erforderliche Pflege zu bilden. Die Leag helfe so, den Wald für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Zunächst sollen in dieser Woche 2.000 Festmeter aus fünf Forstbetrieben eingelagert und beschwert werden. Anschließend wird laut Gerstner das Becken mit einem Fassungsvermögen von 60.000 Kubikmeter mit Prozesswasser aus dem Kraftwerksbetrieb geflutet. Weitere Lieferungen folgen in diesem und im nächstem Jahr.

„Wir haben die temporäre Umnutzung des Beckens, in dem sonst das Prozesswasser des Kraftwerkes gereinigt wird, bei der Landesdirektion Sachsen beantragt", sagt der Leiter des Kraftwerkes Boxberg, Carsten Marschner. Unter Beteiligung der oberen und unteren Wasserbehörde und dem Forstbetrieb könne man diese Lösung anbieten. Auch die LEAG hat laut Marschner ein großes Interesse, eine intakte Umwelt für nachfolgende Generationen zu hinterlassen. "Daher haben wir gern unsere Unterstützung zugesagt", erklärt er.

Das Verfahren zur Nasslagerung habe die STI seit den 1990er-Jahren bereits mehrfach angewendet. Im Forstbetrieb Putzkau sei ein Teich ausgebaggert worden, der abgelassen werden kann und befahrbar sei. Das Holz lagert dort unter Luftabschluss mehrere Jahre ohne an Qualität einzubüßen. „Aber unser Nasslager in Putzkau ist bereits nach Orkantief Friederike voll. Daher benötigten wir dringend größere Lagerflächen“, erklärte Waldbesitzer von Schall.


Daten zum Erdbecken: 

Beckengrundfläche 5.812 m², 

Beckenlänge in der Sohle 169 m, 

Beckenbreite der Sohle maximal 55 m, 

Beckentiefe 7,5 m

Weitere Information finden Sie hier und hier.

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