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Dresden

Kraftwerk Mitte wird vollendet

Die Drewag will nun auch die Brache an der Könneritzstraße bebauen. Wie hoch, wird sich aber erst nächstes Jahr zeigen.

Noch parken Autos auf der Brachfläche am Kraftwerk Mitte. Bis 2024 soll dort ein Bürokomplex entstehen, den sich die Drewag gerne auch etwas höher vorstellt.
Noch parken Autos auf der Brachfläche am Kraftwerk Mitte. Bis 2024 soll dort ein Bürokomplex entstehen, den sich die Drewag gerne auch etwas höher vorstellt. © Sven Ellger

Neue Nachbarn für die Staatsoperette: Das Medienkulturzentrum, die Puppentheatersammlung und das Deutsche Institut für Animationsfilm werden ins Kraftwerk Mitte ziehen. Dafür lässt die Drewag nun die letzten baufälligen Gebäude auf dem Areal sanieren. Was bleibt, ist die Brachfläche an der Ecke Könneritzstraße/Ehrlichstraße. Diese soll bald verschwinden.

Die Drewag will auf der Fläche ein Büro- und Hotelneubau errichten. Gern etwas höher, wie Prokurist Frank Neuber zuletzt erklärte. Das Haus könnte einen Hochpunkt erhalten, der bis zu 55 Meter in die Höhe ragt. Das wäre etwa so hoch wie das nahegelegene World Trade Center. An einem Großteil der Fläche sei ein IT-Unternehmen interessiert. 2024 sollen die Büros bezugsfertig sein, so die Vorstellungen von Dresdens größtem Energieversorger.

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Das Projekt soll nun zügig starten. Bis Ende dieses Jahres werde ein Bauleitplanverfahren erarbeitet, sagte Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes, am Freitag in der Gestaltungskommission. Das heißt, für das Grundstück wird ein Bebauungsplan aufgestellt, der grob regelt, wo genau und was gebaut werden darf. Parallel dazu werde die Drewag bereits einen Teil des Bauauftrags für einen Generalübernehmer ausschreiben. Start ist Ende Mai. Dauern soll die Ausschreibung ein Jahr, so Szuggat.

Einen Knackpunkt gibt es aber noch. Ohne Weiteres hat die Gestaltungskommission den geplanten Turm nicht durchgewinkt. Sie empfahl der Drewag, auf das neue Dresdner Hochhauskonzept zu warten, das derzeit erarbeitet wird und Anhaltspunkte geben soll, wo in der Stadt wie hoch gebaut werden darf. Wenn dieses Konzept fertig ist, will sich die Gestaltungskommission noch einmal mit dem Hochpunkt beschäftigen. Erst dann soll der restliche Bauauftrag ausgeschrieben werden.

Linke-Stadtrat und Mitglied der Gestaltungskommission Tilo Wirtz kritisierte am Freitag, dass die Drewag bisher nicht den Namen des Hauptmieters genannt hat. „Hier herrscht große Intransparenz“, sagte er. Den Turm sehe er von vornherein kritisch. Bislang sei nicht untersucht worden, wie der Hochpunkt die Ost-West-Blickbeziehung störe. Die Frage sei, ob die Stadtsilhouette verstellt werde.

Jürg Sulzer, der Vorsitzende der Kommission, betonte, man habe im Protokoll festgehalten, dass es kein Anrecht auf einen Turm an dieser Stelle gebe, selbst wenn nächstes Jahr schon die Planungen für die niedrigeren Gebäudeteile begonnen haben.