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Kraftwerk wird wieder zur Baustelle

Restaurants, Vereine und ein Kino wollen auch in die Mitte ziehen. Doch der Platz fehlt noch.

© Ronald Bonß

Von Sandro Rahrisch

Die große Vision vom lebendigen Kraftwerk Mitte – bislang wird sie vornehmlich abends wahr, wenn die Scheinwerfer in den beiden Theatern aufleuchten. Tagsüber zieht es bislang nur wenige Dresdner auf das alte Industriegelände. Vom Traum, das künstlerische und kreative Tor zur Altstadt zu werden, habe man sich keinesfalls verabschiedet, versichert Drewag-Prokurist Frank Neuber und verrät, wie das Kraftwerk in den nächsten beiden Jahren zu einer kleinen Stadt im Herzen Dresdens heranwachsen wird. Mit Kino, Restaurants, Ateliers und Vereinen.

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Der Speicher: Erlebnis-Restaurant unten, Programmkino oben

Mit seinem Café „T1“ hat René Kuhnt gastronomische Pionierarbeit im Kraftwerk Mitte geleistet. Nun sollen weitere Restaurants dazukommen. In den Speicher an der Könneritzstraße ist eine Erlebnis-Gastronomie geplant. Rund 150 Gäste sollen im Erdgeschoss Platz finden. „Wir sind schon ziemlich weit in den Vertragsverhandlungen“, sagt Neuber, will aber noch keinen Namen nennen. Nur so viel: Mit dem Anbieter würden Pakete vereinbart. Das heißt: Gäste, die ins Theater gehen, können sich vorher noch ein Abendessen zubuchen. Auch für das Dachgeschoss hat die Drewag Pläne: Der Saal könnte als Programmkino genutzt werden. Laut SZ-Informationen gibt es bereits einen Interessenten, der sein altes Domizil verlassen würde.

Reaktanzenhaus: Medienkulturzentrum für kreative Filmemacher

Die Kunstinstallation auf dem Dach des Reaktanzenhauses dürften viele Dresdner schon einmal gesehen haben – kryptische Botschaften aus in Neongrün leuchtenden Buchstaben. Leben soll nun auch darunter einziehen. Ab 2019 könnte ein Medienkulturzentrum in den Räumen Kurse anbieten. Kommt der Vertrag in den nächsten Wochen zustande, würden die Umbauarbeiten in diesem Jahr starten.

Heizzentrale und Kunsthalle: Restaurant für kleinen Geldbeutel

Und noch ein Restaurant wird im Kulturkraftwerk eröffnen, nur eine Nummer kleiner. Mit 50 Plätzen drin und 30 draußen können Gäste demnächst in die Kunsthalle am Wettiner Platz einkehren. Etwas für den kleinen Geldbeutel soll es werden, sagt Frank Neuber. Der Mieter will sich in den nächsten Wochen vorstellen. Kunsthalle und Heizzentrale werden seit gut einem Jahr zurückhaltend saniert, sodass der alte Industriecharme erhalten bleibt. Hauptmieter wird die Firma Neonworx, die hier Arbeitsplätze an Kreative und Start-ups vermietet, tage- oder monatsweise. Ab Frühjahr werden laut Drewag Anfragen entgegengenommen. Einzug soll im September sein. Weitere Ateliers könnten in der alten Schaltanlage an der Schweriner Straße entstehen. Ende dieses Jahres soll der Umbau beginnen. Dies hängt allerdings noch von Fördermitteln ab.

Lichtwerk: Kunstsammlungen suchen Platz für Puppen

Der Bestand der Puppentheatersammlung reicht von 200 Jahre alten Marionetten über Handpuppen der Jahrmärkte und Theaterfiguren des Bauhauses bis hin zum Figurentheater der Gegenwart. Einige dieser Schätze werden im Volkskunstmuseum am Carolaplatz gezeigt, andere lagern im Depot an der Garnisonkirche in der Albertstadt. Stimmt die sächsische Landesregierung zu, wird die Kollektion, die zu den Kunstsammlungen gehört, in das ehemalige Lichtwerk ziehen. Dort sind bereits das Heinrich-Schütz-Konservatorium und die Musikhochschule mit Proben- und Instrumentenräumen eingezogen. Neuber hofft, dass bald eine Entscheidung zur Puppentheatersammlung fällt.

Wegweiser: Neue Schilder sollen Besucher ins Kraftwerk lotsen

Zur Eröffnung der beiden Theater im Dezember bemängelten Besucher, dass Wegweiser zum Kraftwerk genauso fehlen würden wie Schilder, die zum Theatereingang lotsen. Die Stadtverwaltung will nun nachbessern: Derzeit werde geprüft, wie eine Beschilderung aussehen kann und wo sie gebraucht wird, so ein Rathaussprecher.