merken

Politik

Kramp-Karrenbauer sauer nach Mali-Trip

Wegen des Besuchs der Verteidigungsministerin konnten Soldaten nicht wie geplant nach Hause fliegen. Auch Cola wurde zurückgehalten.

Ein Soldat (l) erklärt Annegret Kramp-Karrenbauer eine Aufklärungdrohne des Typs Luna in der Stadt Gao (Mali).
Ein Soldat (l) erklärt Annegret Kramp-Karrenbauer eine Aufklärungdrohne des Typs Luna in der Stadt Gao (Mali). © Arne Immanuel Bänsch/dpa

Berlin. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist nach ihrem Besuch bei der Bundeswehr im westafrikanischen Mali schwer verstimmt: Soldaten mussten wegen ihrer Reise den Heimflug aus dem Einsatzland um zwei Tage verschieben. Zudem war am Rande des Besuchs bekanntgeworden, dass ausführliche "Vorübungen" für den Empfang der Ministerin den Betrieb praktisch lahmgelegt hatten - sogar die Cola für die Truppe war in einer Verkaufsstelle, einem sogenannten Marketender, demnach zurückgehalten worden.

"Wenn wegen meinen Besuchen Soldatinnen und Soldaten auf ihre Flüge warten müssen, dann sage ich meine Reise entweder ab oder es muss sichergestellt werden, dass wir gemeinsam fliegen können", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch. Außerdem plant sie nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium auch unangemeldete Besuche, wenn sich das Problem nicht in den Griff bekommen lasse. Nach der Reise habe es "gekracht".

Anzeige
Antrieb für die Zukunft

Hat die Natur schon vor Jahrmillionen den Antrieb der Zukunft „erfunden“? Drei Wissenschaftler der TU Dresden suchen im Wasser nach Antworten.

Kramp-Karrenbauer war von Sonntag bis Dienstag in Mali, um sich über die Einsatzbedingungen zu informieren. Zum Abschluss der dreitägigen Reise hatte sie das "Camp Castor" in Gao besucht, in dem 760 deutsche Soldaten als Teil der UN-Mission Minusma im Einsatz sind. Für den ersten Abschnitt des Rückflugs nach Berlin war ein Transportflugzeug vom Typ A400M der Luftwaffe benutzt worden, das damit für den geplanten Heimflug der deutschen Blauhelme ausfiel.

Kramp-Karrenbauers Reaktion auf den Vorfall ist auch als Botschaft zu verstehen: Bei Besuchen erwartet sie einen realistischen Einblick in die Einsatzwelt der Soldaten. Die Einsatzreisen, zu denen auch Lageberichte und Rundgänge gehören, werden üblicherweise militärisch durchgeplant. Und: In den Militärcamps will man ein gutes Bild abgeben. Aus den Rängen einfacher Soldaten ist immer wieder mal ein "Theater" bei Ministerbesuchen beklagt worden. In Mali hatten sich Soldaten vor allem verärgert über die Flugverschiebung gezeigt. (dpa)

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Für Newsletter anmelden und gewinnen

Wer sich bis 15. Oktober für den Newsletter "Politik in Sachsen" anmeldet, hat die Chance, ein Drei-Monats-Abo von sächsische.de zu gewinnen.