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Kranke Kinder bewegen Schüler

Nünchritzer Oberschüler starten zum Spendenlauf und lernen dabei viel über das Hospiz Bärenherz.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Antje Steglich

Nünchritz. Die Musik wummert aus den Boxen, rings um das Schulzentrum ist eine Laufstrecke mit Flatterband und weißen Markierungen ausgewiesen, und der Hotdog-Stand riecht verführerisch – Wettkampfstimmung liegt am Mittwochmorgen in der Nünchritzer Luft. „Es geht uns heute aber nicht ums Tempo. Es ist ein symbolischer Lauf“, erklärt der Leiter der Oberschule Jürgen Winkler, kurz bevor er gemeinsam mit Bürgermeister Gerd Barthold (CDU), Elternvertreter Michael Witt und anderen selbst in gemächlichem Tempo um die Schule joggt. Übrigens mit einem großen Teddy im Arm. Denn die Laufveranstaltung hat einen ernsten Hintergrund: Mit ihr soll Geld für den Verein Kinderhospiz Bärenherz Leipzig gesammelt werden.

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„Das ist der Hammer hier. Ich hatte schon Gänsehaut“, sagt Christine Jentzsch, die sich seit sechs Jahren für den Verein engagiert, zu der Aktion der Oberschule. Ihr ist es wichtig, dass die Menschen über die Einrichtung in Markleeberg Bescheid wissen. Dass dort schwer erkrankte Kinder aus ganz Sachsen bis zu ihrem Tod betreut werden. Und dass dort auch deren Eltern Hilfe finden. „Ich war erst letzte Woche mit dem Auto voller Obst dort“, erzählt Christine Jentzsch, „da kam gleich ein Kind zu mir und fragte, ob es eine Erdbeere essen kann. Die kauft die Mutter nicht mehr, weil sie zu teuer sind.“ Doch oft würde vergessen, dass ein schwer krankes Kind nicht nur viel Leid, sondern oft auch finanzielle Sorgen mit sich bringt. „Viele Eltern müssen aufhören zu arbeiten, um ihr Kind zu pflegen.“ Umso dankbarer ist Christine Jentzsch für den Spendenlauf.

Während knapp 350 Kinder seit dem Morgen laufen, nutzt sie die Gelegenheit, um mit ein paar Schülern und der Spendenbüchse über den benachbarten Markttag zu schlendern und das Bärenherz bekannter zu machen. Die Schüler selbst sind bereits bestens mit der Einrichtung vertraut. Die Geschäftsführerin des Vereines, Ulrike Herkner, hat das Hospiz in den vergangenen Wochen in allen Klassen vorgestellt. „Die Vorträge waren sehr bewegend. Wir wissen, wofür wir es machen“, sagt Andrea Neubauer, die den Spendenlauf maßgeblich mit organisiert hat. Eltern und Schüler hätten sich deshalb sehr ins Zeug gelegt, um Sponsoren – meist Firmen aus der Region – zu finden, die pro gelaufener Runde der Schüler mindestens fünf Euro zahlen. „Die meisten geben aber sogar zehn bis 25 Euro“, freut sich die Physik- und Vertrauenslehrerin.

Die Sponsoren-Suche war aber nicht ganz so einfach, sagt die Sechstklässlerin Cora Schumann. Und auch der Lauf – sie selbst hat drei Runden à 500 Meter geschafft – „war echt anstrengend“, so die Klassensprecherin. Dass einige Schüler sogar über 20 Runden und damit mehr als zehn Kilometer absolviert haben und die Spendensumme von 2014, als die Schule für den Mukoviszidose e.V. rannte, deutlich überboten wird, macht sie und ihre Mitschüler deshalb sehr stolz.

„Wir erwarten am Ende eine Summe von über 7 000 Euro“, sagt Jürgen Winkler, „wir haben damit gezeigt, dass wir auch als Schule gut zusammenhalten können. Dafür ein ganz großes Lob und Dankeschön“ Die Klasse, die am Ende am meisten Geld erlaufen hat, wird die Spende übrigens auch persönlich übergeben. Denn als Auszeichnung gibt es für sie einen Extrawandertag nach Leipzig.