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Sachsen

Verschobene OPs sollen bald stattfinden

Sachsens Krankenhäuser haben wegen der Corona-Pandemie viele Betten freigehalten. Jetzt soll der Schwerpunkt wieder auf dem Alltagsgeschäft liegen.

Besuchsverbot und verschobene OPs: Die Kliniken in Sachsen, wie hier das Krankenhaus in Meißen, haben sich auf eine schlimme Covid-19-Welle vorbereitet. Nun, da die Kurve abflacht, können die Häuser wieder vermehrt in den Normalbetrieb übergehen.
Besuchsverbot und verschobene OPs: Die Kliniken in Sachsen, wie hier das Krankenhaus in Meißen, haben sich auf eine schlimme Covid-19-Welle vorbereitet. Nun, da die Kurve abflacht, können die Häuser wieder vermehrt in den Normalbetrieb übergehen. © Eric Weser

Dresden/Leipzig. Die Krankenhäuser in Sachsen sollen wieder zu mehr Normalität zurückkehren. "Aktuell arbeiten wir mit den drei Krankenhauskoordinatoren für die Bezirke Dresden, Chemnitz und Leipzig daran, planbare Behandlungen in den Krankenhäusern wieder sukzessive hochzufahren", teilte das Sozialministerium am Dienstag in Dresden mit. Die Gesamtkapazität der Krankenhäuser sei derzeit nur zu zwei Dritteln ausgelastet. Von den Intensivbetten ist nur ein gutes Drittel belegt, 64 Prozent seien frei.

Wegen der Corona-Pandemie waren zahlreiche andere Behandlungen aufgeschoben worden, sofern es medizinisch vertretbar war. An die Grenzen der Belastbarkeit kamen die sächsischen Krankenhäuser in der Krise nicht. Im Land gibt es 23.343 Krankenhausbetten, davon 1.253 auf Intensivstationen. Wichtig sei aber, dass die Kliniken bei einem Wiederanstieg der Covid-19-Erkrankungen binnen kürzester Zeit wieder die nötigen Kapazitäten zur Verfügung stellen könnten, betonte das Ministerium. Für Mitarbeiter und Patienten müsse es außerdem genug Tests geben.

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Ein Konzept von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht vor, dass nicht mehr so viele Betten wie bisher für Corona-Patienten freigehalten werden sollen. Demnach sollen die Kliniken bundesweit nur noch 25 statt bisher 50 Prozent der Intensivbetten für Covid-19-Patienten reservieren. Die OP-Kapazitäten sollen in einem ersten Schritt zu 70 Prozent für planbare Operationen geöffnet werden.

Ein Intensivbett auf einer Intensivstation der Uniklinik Dresden.
Ein Intensivbett auf einer Intensivstation der Uniklinik Dresden. © Ronald Bonß/dpa

Die sächsische Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass die Landesregierung auf dieser Grundlage neue Regeln zum 4. Mai erlässt. "Wir würden das sehr begrüßen, weil es keinen Sinn macht, in Größenordnungen Bereiche leer stehen zu haben, die benötigt werden" sagte der stellvertretende Geschäftsführer Friedrich München in Leipzig. Die sächsischen Kliniken könnten auf 70 bis 80 Prozent der "Normalbetriebstätigkeit" hochgefahren werden.

Die Krankenhausgesellschaft forderte zudem mehr Aufklärung über den Schutzstandard in den Kliniken. Es bereite Medizinern große Sorgen, dass viele Herz-Kreislauf-Patienten derzeit aus Angst vor Corona den Notaufnahmen fernblieben, sagte München. Sie brüteten damit schwere Verläufe aus. Es müsse darüber informiert werden, welche Vorkehrungen die Krankenhäuser getroffen haben, um Patienten vor Corona-Infektionen zu schützen.

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Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) rief die Menschen auf, nötige Behandlungen nicht auf die lange Bank zu schieben und den Weg ins Krankenhaus nicht zu scheuen. "Dort werden höchste hygienische Standards eingehalten. Sie müssen keine Bedenken vor einer Infektion haben", erklärte Köpping. (dpa)

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