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Krankenhaus-Chef stellt Pläne vor

Beim SZ-Gesundheitsforum sprach Reiner E. Rogowski über die aktuellen Bauvorhaben und blickte in die Zukunft.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

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Bautzen/Bischofswerda. Die gute Nachricht zuerst: Am 7. November dürfen sich Interessierte bei einem Tag der offenen Tür im Neubau der Kinder- und Jugendklinik des Bautzener Krankenhauses umsehen. Mit der Fertigstellung dieses Gebäudes werden 37 Millionen Euro in den Baukörper und fünf Millionen in die medizinisch-technische Ausrüstung geflossen sein. Die Oberlausitz-Kliniken hatten zwölf Millionen an Eigenmitteln aufzubringen. „Daran erkennt man, dass die Oberlausitz-Kliniken nicht nur ein Gesundheits- und Sozialdienstleister sind, sondern auch ein Investor und Wirtschaftsfaktor“, sagte Klinikchef Reiner E. Rogowski beim SZ-Gesundheitsforum.

Bevölkerungsentwicklung bereitet Sorgen

Doch bei aller Freude über den gelungenen Neubau ließ Reiner E. Rogowski die Zuhörer auch an seinen Sorgen teilhaben. Und die werden vor allem dadurch ausgelöst, dass im östlichen Sachsen die Bevölkerung nicht nur schrumpft, sondern auch immer älter wird. Dies schlägt sich sogar in der Tatsache nieder, dass die älteste Abteilung im Bautzener Krankenhaus ein Durchschnittsalter von 58 Jahren hat. Sorgen bereiten auch das Fehlen und die Überalterung von Hausärzten im ländlichen Raum. „Es gibt zu viele Gemeinden ohne Hausärzte“, sagte der Klinikchef. Im Kreis Bautzen seien rund 10 000 Einwohner davon betroffen. Natürlich könnten Patienten die Leistungen des Krankenhauses in Anspruch nehmen, doch sei die Notfall-Aufnahme bereits überlastet. Sie ist für 30 Patienten pro Tag ausgelegt; momentan kämen aber durchschnittlich 60 Patienten und in Spitzenzeiten sogar bis zu 200. Die niedergelassenen Ärzte müssten deshalb die Basis der Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung bleiben.

Als Ziele für die nächsten fünf bis zehn Jahre nannte Rogowski die engere Verknüpfung der ostsächsischen Krankenhäuser, wobei er eine Fusionierung perspektivisch bis 2025 nicht ausschließt. Er forderte eine gemeinsame Ausbildungsstätte für die öffentlichen Krankenhäuser, eine abgestimmte Planung bei Investitionen in Gebäude und Medizintechnik sowie eine engere und sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.

Klinikleitung setzt auf Spezialisierung

Das Krankenhaus Bischofswerda ist fester Bestandteil. Im Bautzener Krankenhaus sind in Vorbereitung: der Ausbau der Schlaganfallpatienten-Behandlung, ein Beckenboden-Zentrum, ein interdisziplinäres Darmkrebszentrum sowie ein ambulantes OP-Zentrum. Letzteres soll niedergelassenen Ärzten Operationen ermöglichen, ohne selbst in die notwendige teure Technik investieren zu müssen. der Oberlausitz-Kliniken und Teil der Planungen für die Zukunft. Die Klinikleitung setzt auf Spezialisierung der Häuser. Bischofswerda profitiert davon unter anderem in der Chirurgie. Im vergangenen Jahr investierten die Kliniken über zwei Millionen Euro im hiesigen Krankenhaus, unter anderem in Technik, die die Behandlung von Rückenschmerzen mit der Pasha-Sonde ermöglicht. 2015 gehen die Investitionen weiter. So wird die Rettungswache modernisiert und vergrößert.