merken

Krankenhaus soll Patienten mit blutenden Wunden entlassen haben

Zum konkreten Fall möchte sich die Sebnitzer Klinik nicht äußern. Die Geschäftsführerin erläutert die Kriterien für eine Entlassung.

© Archivfoto: Steffen Unger

Von Anja Weber

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Sebnitz. Per Facebook erreichte die SZ eine Kritik an der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz. Die Absenderin schreibt, dass die Klinik Patienten nach Operationen mit blutenden Wunden entlassen habe. „Die Wundversorgung, die früher vom Personal betreut wurde, müssen ein Pflegedienst oder die Angehörigen daheim ausführen. Damit verdient die Klinik ja kein Geld mehr“, heißt es in der Nachricht.

Die SZ fragte bei Klinik-Geschäftsführerin Tina Winkler nach. Aus Datenschutzgründen möchte sie sich zu dem konkreten Fall nicht äußern. Generell nehme die Klinik die Sorgen und Nöte der Patienten sorgfältig auf und kümmere sich darum, sagt die Geschäftsführerin. Man verstehe sich als Partner in einer oft auch emotional schwierigen Situation. Schriftliche Beschwerden werden durch das Beschwerdemanagement umgehend geprüft.

Nachblutungen sind nach einer Operation nicht vollständig auszuschließen. Sollte ein Patient nach seinem Klinikaufenthalt stärkere Blutungen bekommen, sollte er sofort einen Arzt aufsuchen, rät Tina Winkler. Rund um die Uhr sei auch die Vorstellung in der Klinik wieder möglich. Sollten Patienten unzufrieden sein, gebe es in der Klinik ein umfangreiches Beschwerdemanagement. „Jede Beschwerde nehmen wir sehr ernst, werten sie aus und leiten die nötigen Maßnahmen ein“, sagt sie. Die Klinik setze auf einen offenen Dialog.

Wird eine Operation empfohlen, kläre der Arzt während des Gespräches über den notwendigen Eingriff auf. Dazu gehört auch, wie lange der Patient voraussichtlich in der Klinik stationär bleiben muss. Für eine Schilddrüsen- oder Gallenblasen-OP sind es in der Regel zwei bis drei Tage. Für eine Operation an Darm oder Magen müssen Patienten mit mindestens einer Woche Klinikaufenthalt rechnen. Das sei von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel, ob Begleiterkrankungen vorliegen, wie sich der Allgemeinzustand des Patienten während des Klinikaufenthalts entwickelt, ob die Gefahr von Nachblutungen bestehe oder es andere Bedenken gebe, die gegen eine Entlassung nach Hause sprechen. „Vor allem aber gilt in der Sächsischen Schweiz Klinik, dass das Wohlergehen und die Sicherheit der Patienten an erster Stelle stehen , ganz unabhängig vom leistungsorientierten und pauschalierenden Vergütungssystem“, sagt Tina Winkler.

Was eine Klinik an einer bestimmten Behandlung verdient, ist einheitlich mit einer sogenannten Fallpauschale geregelt. Wie lange ein Patient nach einer Operation tatsächlich in der Sebnitzer Klinik bleibe, hänge aber vom individuellen Heilungsfortschritt ab, erklärt Tina Winkler. Dies sei das Entscheidungskriterium für die Ärzte.