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Radebeul

Krankheiten vorbeugen

Die Allgemeinmedizinerin und Gründerin des Bilz-Bundes Radebeul, Dr. Heidelore Geistlinger, gibt Tipps, wie man sein Immunsystem stärken kann.

Oft frische Luft an die Haut lassen, zur Not am Fenster, empfiehlt die Medizinerin.
Oft frische Luft an die Haut lassen, zur Not am Fenster, empfiehlt die Medizinerin. ©  Wolfgang Wittchen

Von Dr. Heidelore Geistlinger

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Die TU Dresden gehört im Bereich zukunftsträchtiger Technologiezweige zu den Spitzenreitern in Europa. Das soll jetzt der Lausitz helfen.

Durch eine Virus-Pandemie sind wir allesamt gleichermaßen betroffen, Alt und Jung, Reich und Arm. Es gibt keinen Schutz, keine Impfung, kein Medikament. Wir sind verpflichtet zur Isolierung, wir haben nur noch uns selbst. Und doch, im Umgang mit uns selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten, wenn wir das wollen. Wir könnten (was wir eigentlich schon immer wollten) unser Immunsystem stärken, unseren Stoffwechsel und Kreislauf in Schwung bringen, unser Wohlbefinden fördern.

Friedrich Eduard Bilz, der vor über hundert Jahren in Radebeul Entscheidendes für die „Volksgesundheit“ geleistet, für die Allgemeinheit Bücher geschrieben, ein Sanatorium betrieben hat und das Bilz-Bad mit künstlicher Wellenanlage bauen ließ, könnte uns beispielgebend sein. Sein Motto „Die Natur war mein Leitstern“ hat ihn durch Willenskraft, Lebensfreude und Selbstdisziplin gesund werden lassen, zum wohlhabenden Mann gemacht und bei Wohlbefinden alt werden lassen.

Goldene Lebensregeln nach Bilz

In den „Goldenen Lebensregeln“ schreibt er: Krankheiten vorbeugen können wir durch naturgemäße Lebensweise. Diese hat zu bestehen in: richtiger Ernährung, richtiger Atmung, Pflege der Ausscheidungsorgane sowie Wechsel zwischen Bewegung, Arbeit, Gymnastik und Ruhe.

In allen diesen Dingen ist das richtige Maß einzuhalten. Viele Menschen schädigen ihre Gesundheit unbewusst, indem sie von diesem Maße keine oder eine falsche Vorstellung haben. Was also ist das richtige Maß? Welche Vorstellung darüber ist richtig, auch in heutiger Zeit? Wie weit sind die Bilz'schen Überzeugungen durch wissenschaftliche Erkenntnisse, wie auch durch unseren heute veränderten Lebensstil noch aktuell? Steht nicht die gesellschaftliche Forderung der immerwährenden geistigen und körperlichen Höchstform heute vielmehr im Vordergrund? Ein Virus, woher und wodurch auch immer, hat uns alle weltweit auf uns selbst, auf Körper, Geist und Seele unserer eigenen Person zurückgebracht, deren Direktor wir ganz allein sind, sonst niemand.

Der Bilz-Bund für Naturheilkunde führt seit über 20 Jahren Weiterbildungskurse für die ärztliche Zusatzbezeichnung „Naturheilverfahren durch. Seit Anfang März bieten wir auch Selbsterfahrungskurse für Nichtärzte, also interessierte Laien an. Leider mussten wir die Kurse unterbrechen. Da die Zeit der Einzelisolierung jetzt dringlich geeignet ist, seine eigenen Abwehrkräfte zu stärken, gehen wir mit unseren Erkenntnissen und Tipps an die Öffentlichkeit.

Bewusste Atmung: Tief einatmen, danach möglichst lange anhalten (damit sich das Zwerchfell absenkt) und danach zuerst entspannt und dann möglichst tief ausatmen, der Körper begrenzt die Ausatmung von selbst. Nach der tiefen Ausatmung kommt ganz von selbst eine tiefe Einatmung zustande. So werden nicht nur Luftröhre und die großen Bronchien belüftet, sondern auch die kleinen sogenannten Bronchiolen.

Diese Tiefatmung möglichst drei bis fünf mal wiederholen und immer wieder einmal daran denken, besonders, wenn man sich in frischer Luft befindet. Nachts möglichst in belüftetem Schlafzimmer atmen. Bei kalter Außenluft muss das Fenster nicht unbedingt geöffnet sein. Möglichst durch die Nase atmen, denn dadurch wird die Atemluft erwärmt, gereinigt und befeuchtet. Es gibt noch die Möglichkeit in den Bauch zuatmen, oder die Arme bei der Einatmung hochzuheben. Entscheidend ist aber, nach der tiefen Einatmung, das Anhalten. Erst nach einer Weile das tiefe Ausatmen. Damit kann sich das Zwerchfell als Hauptatemmuskel gut heben und senken und schafft bessere Druckverhältnisse im Bauchraum, regt die Darmmotorik an.

Pflege der Haut: Möglichst oft frische Luft an die Haut heran lassen. Wer nicht aus dem Haus kann, zur Not ein Luftbad am offenen Fenster. Jetzt, wo die Sonne schon höher steht (April bis Oktober), kommt die Bildung von Vitamin D3 zustande, das ist wesentlich. Die Sonne möglichst an die Hautstellen heran lassen, die sonst durch Kleidung bedeckt sind. Täglich Trockenbürsten (ggf. Duschen), bis die Haut rosa wird. Dadurch wird die Gesamtmenge des Blutes verlagert, die Blutgefäße werden dynamisiert, das Blut wird fließfähiger. Im Luftbad kann man liegen, im Sonnenbad muss man sich bewegen.

Pflege der Niere: Reines Wasser ist das beste Nierenmittel. Milch, Kaffee, Limonade, Bier, Wein sind keine Spülmittel für die Harnwege. Man soll täglich 1,5 l trinken, auch wenn man keinen Durst verspürt. Man achte auf hohen Kaliumgehalt und geringen Sulfatgehalt. Es heißt, die Füße sind die Niere der Haut, deshalb abends warmes Fußbad, Wasser handbreit über dem Knöchel, ein bis Teelöffel Salz dazu, mindestens 40 Minuten lang.

Pflege des Darms: Vormittags Stuhlgang, Peristaltik wird auch durch tiefe Bauchatmung gefördert. Da die heutige Ernährungsweise im Allgemeinen zu energiereich ist, braucht der Darm längere Zeit, ehe die Verdauung abgeschlossen ist. Man kann mit beiden Händen, flach auf den Bauch gelegt, im Uhrzeigersinn mit der Ausatmung kreisförmig den Darm massieren. Es gibt einen Extra-Kreislauf zwischen Darm und Leber, deshalb ist es jetzt im Frühjahr, wo in unseren Gärten reichlich frische Kräuter wachsen, eine Wohltat für  Darm und Leber, diese zu sammeln und kleingeschnitten auf die Butterschnitte oder mit Gewürzen im Joghurt zu verspeisen. Da wären zu nennen: Löwenzahn, Brennnessel, Giersch, Sauerampfer, Gänseblümchen, als gesundes Osterei vom Bilz-Bund. 

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

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