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Kreativ mit Bausatz

Selbstgemachtes liegt im Trend

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Teilnehmer eines Makramee DIY-Workshop arbeiten zusammen.
Teilnehmer eines Makramee DIY-Workshop arbeiten zusammen. © Thomas Banneyer/dpa

Wer gerne werkelt und bastelt, muss weniger kaufen. Oder? Um die «Do It Yourself»-Begeisterten nicht als Kunden zu verlieren, haben findige Unternehmer viele Ideen. Sie sind gekommen, um zu knoten. Rund 25 junge Frauen und ein Mann beugen sich in einem Kölner Café über Tische, auf denen helle Kordeln liegen. Ihr Ziel: am Ende des Abends selbstgeknüpfte Wanddeko mit nach Hause nehmen. Die Workshop-Leiterinnen Susan und Sarah zeigen, wie es geht.

Selbstgemachtes hat wieder Konjunktur

Generationen, die sich an den ersten Makramee-Knüpf-Trend aus den 70er Jahren erinnern können, wundern sich darüber, dass heute wieder Deko-Geschäfte und soziale Netzwerke voll sind mit Anleitungen, Material und geknoteten Gehängseln. Pinterest, Youtube und auch Instagram bescheren dem Do-It-Yourself-Trend, der eigentlich nichts Neues ist, einen Boom. Ob Nähen, ein neues Bett bauen oder Makramee - online finden Bastler und Werkelwütige zu jedem Thema ein passendes Tutorial.

Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell

Wer mehr selbst macht, kauft weniger. Dieser Trend passt zwar zum Zeitgeist der Nachhaltigkeit, ist aber keine erfreuliche Nachricht für alle, die an der Konsumlaune von Menschen Geld verdienen wollen. Oder vielleicht doch? In Berlin haben die Gründer der sogenannten «Art Nights» und «Plant Nights» daraus ein neues Geschäftsmodell entwickelt. In hippen Cafés mit gedämmtem Licht und entspannter Musik bietet das Start-up Kreativabende wie jenen in Köln an. Auf Instagram & Co. werden sie mit ansprechenden Fotos beworben, keine Spur vom schnöden Charme einer Volkshochschule.

«Ich finde es kulturell interessant, dass es wieder das Bedürfnis gibt, Dinge selbst zu machen», sagt die Mediensoziologin Jutta Weber von der Uni Paderborn. Nach einem großen Boom des Strickens und Werkelns in den 70er und 80er Jahren sei das Selbermachen längere Zeit «extrem uncool» gewesen. Mit der Digitalisierung bildeten sich nun wieder neue Formen, Trends und Angebote heraus - ob durch Online-Tutorials oder neue Technologien wie dem 3D-Druck. (dpa)