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Kremlchef Putin und Kirche gegen zu harte Strafe für Pussy Riot

London. Im Fall der wegen Rowdytums angeklagten Moskauer Skandalband Pussy Riot haben Kremlchef Wladimir Putin und die Kirche erstmals nicht zu harte Strafen für ihre Kritikerinnen angemahnt. „Ich denke nicht, dass sie dafür so hart verurteilt werden sollten“, sagte Putin.

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London. Im Fall der wegen Rowdytums angeklagten Moskauer Skandalband Pussy Riot haben Kremlchef Wladimir Putin und die Kirche erstmals nicht zu harte Strafen für ihre Kritikerinnen angemahnt. „Ich denke nicht, dass sie dafür so hart verurteilt werden sollten“, sagte Putin. Der Chefideologe der russisch-orthodoxen Kirche, Wsewolod Taschaplin, begrüßte Putins Worte. Es sei „dumm“, das umstrittene Protestgebet der Punkband in der Erlöserkathedrale weiter zu verfolgen. Die Frauen hatten im Februar in der orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau ein Lied gegen Putin und den Patriarchen Kyrill geschmettert. Die Aktion dauerte weniger als eine Minute – dafür drohen ihnen wegen Randalierens allerdings bis zu sieben Jahre Haft.

Putin hat sich erstmals öffentlich zur Anklage geäußert. Er meinte, die drei jungen Frauen hätten ihre Lektion bereits gelernt. Zugleich kritisierte er die Musikerinnen: Die Aktion „war nicht gut“, so Putin. Es hätte ihnen dafür eine wesentlich härtere Strafe gedroht, hätten sie diese an einem heiligen Ort in Israel dargeboten – oder gar die Todesstrafe, wenn sie im nördlichen Kaukasus Russlands an einem muslimischen Ort aufgetreten wären. (dpa)