merken

Politik

Kretschmer für unabhängigen Kandidaten

In Thüringen wird nach der Lösung für das Problem Ministerpräsident gesucht. Sachsens MP schließt sich einem Vorschlag des FDP-Chefs an.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat eine Vorschlag für Thüringen unterbreitet.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat eine Vorschlag für Thüringen unterbreitet. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden/Erfurt. Die Vorschläge zur Lösung der Regierungskrise in Thüringen reißen nicht ab. FDP-Chef Christian Lindner und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) plädierten am Dienstag für einen unabhängigen Kandidaten für das höchste Regierungsamt in Thüringen. "Das Einzige, was jetzt in dieser schwierigen Situation hilft, ist eine neutrale Persönlichkeit, die von allen getragen wird und die in einer vereinbarten Zeit von vielleicht zwölf Monaten dafür sorgt, dass in diesem Land Neuwahlen stattfinden können", sagte Kretschmer im ARD-Mittagsmagazin.

Lindner schlug am Rande einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion am Dienstag den Thüringer Verfassungsgerichtspräsidenten Stefan Kaufmann als Übergangsregierungschef vor. "Gut wäre es, es gäbe eine unabhängige Persönlichkeit, die übergangsweise eine Neuwahl organisiert, zum Beispiel ein Präsident des Verfassungsgerichts. So hat man in Österreich im Zuge der Ibiza-Affäre ja auch eine Staatskrise abgewendet", sagte er.

Sächsische.de zum Hören!

Zu Hause, unterwegs, in der Pause – Sächsische.de kann man nicht nur lesen, sondern auch immer und überall hören. Hier befinden sich unsere Podcasts.

Kretschmer kritisierte Rot-Rot-Grün in Thüringen für den Umgang mit der fehlenden Mehrheit nach der Landtagswahl. "Sie haben Ministerposten verteilt und wollten dann eine Ministerpräsidenten-Wahl durchführen. Das geht so nicht." Seinen Thüringer Parteifreunden empfahl er, den früheren Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) nicht zu unterstützen.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Was Michael Kretschmer an Bodo Ramelow schätzt ...

... und warum Sachsens CDU-Chef trotzdem nicht mit den Linken paktieren will.

Symbolbild verwandter Artikel

So geht es weiter mit CDU in Thüringen und ihrem Chef

In Thüringen drängt die CDU-Fraktion ihren Vorsitzenden Mike Mohring zum Rückzug. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Symbolbild verwandter Artikel

Polit-Beben in Thüringen entzweit GroKo

Die Wellen aus Thüringen erreichen auch Berlin. Nach der Wahl von FDP-Politiker Kemmerich als Ministerpräsident mit AfD-Hilfe gerät die Bundes-CDU unter Druck.

Der Thüringer Union gab Kretschmer indes eine Mitschuld an der jetzigen Lage: "Die CDU hat durch falsches Verhalten mit der FDP da aus meiner Sicht auch eine schwierige Situation miterzeugt, die muss jetzt geklärt werden." (dpa)

>> Abonnieren Sie den täglichen Newsletter "Politik in Sachsen - Die Morgenlage". Damit sind Sie immer bestens über das Geschehen in Sachsen informiert.<<