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Döbeln

Kriebstein braucht Hilfe beim Rechnen

Die Gemeinde muss ihre Eröffnungsbilanz von 2013 korrigieren. Das bringt in den Folgejahren vieles durcheinander.

Seit 2013 ist die doppelte Haushaltsführung (Doppik) für Gemeinden verpflichtend. Grundlage ist eine Eröffnungsbilanz. Die beschäftigte jetzt noch einmal die Gemeinderäte.
Seit 2013 ist die doppelte Haushaltsführung (Doppik) für Gemeinden verpflichtend. Grundlage ist eine Eröffnungsbilanz. Die beschäftigte jetzt noch einmal die Gemeinderäte. ©  dpa/Symbolbild

Kriebstein. Die Eröffnungsbilanz aus dem Jahr 2013 beschäftigte jetzt noch einmal die Gemeinderäte. Grund: Das Zahlenwerk beinhaltet mehrere Fehler. Das hat die überörtliche Prüfung durch den sächsischen Rechnungshof ergeben. „Die entdeckten Fehler müssen korrigiert werden. Dadurch verändern sich auch die Jahresabschlüsse der vergangenen Jahre“, erklärte Bürgermeisterin Maria Euchler (FW) im Gemeinderat.

Seit 2013 ist die doppelte Haushaltsführung (Doppik) für Gemeinden verpflichtend. Grundlage ist eine Eröffnungsbilanz. Dafür musste zunächst das gesamte Vermögen der Gemeinde bewertet werden – jedes einzelne Gebäude, jede Straße, jede Parkanlage, jedes Wiesen- oder Waldstück. 

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In diese Bewertung haben sich in der Gemeinde Kriebstein mehrere Fehler eingeschlichen. Das Verfahren sei sehr kompliziert. „Das kann niemand mal so nebenbei machen. Und wir haben nicht das Personal, das sich ausnahmslos damit beschäftigen kann“, so die Bürgermeisterin. 

Alle Versuche, die Fehler vom eigenen Personal korrigieren zu lassen, seien deshalb bisher gescheitert. Die Rechtsaufsichtsbehörde habe der Gemeinde empfohlen, sich bei einer Beratungsfirma Hilfe zu holen. „Auch wir haben erkannt, dass dieses Thema ohne professionelle Hilfe nicht umsetzbar ist“, so die Bürgermeisterin. 

Diese Hilfe ist allerdings nicht ganz preiswert. Das Büro KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland aus Dresden, das in der Sitzung am Montag vom Gemeinderat den Zuschlag erhielt, berechnet immerhin einen Stundensatz von 101,15 Euro. Zusätzlich schlagen 79,73 Euro Fahrtkosten pro Tag zu Buche.

 „Wir rechnen ungefähr mit einem Aufwand in Höhe von 8 000 Euro“, sagte Maria Euchler auf Nachfrage von Gemeinderätin Andrea Röder-Reglich (CDU). Sie regte auch an, einen Höchstbetrag im Beschluss festzuhalten, der nicht überschritten werden darf, ohne den Gemeinderat erneut zu fragen. Dieser wurde auf 10 000 Euro festgesetzt.

 Es sei nicht geplant, dass Mitarbeiter des Büros über mehrere Tage in der Gemeindeverwaltung an der Eröffnungsbilanz arbeiten. Eher werde an eine beratende Tätigkeit gedacht. „Wir möchten die Bilanz gerne zeitnah korrigieren und fertigstellen lassen, da sich darauf sämtliche Haushalts-Jahresabschlüsse der Folgejahre aufbauen“, so Maria Euchler. 

Auszuschließen sei nicht, dass danach die Gemeinde zumindest auf dem Papier finanziell besser dastehe. Nach den bisherigen Erkenntnissen von Kämmerer Wolfgang Hein sei die Bilanz eher zu Ungunsten der Gemeinde gerechnet worden. 

Da der Posten für die Unterstützung des Büros nicht im Haushaltsplan der Gemeinde berücksichtigt worden ist, soll das Geld an anderer Stelle eingespart werden. So werde zum Beispiel auf die Schwangerschafts- und Elternzeitvertretung einer Mitarbeiterin verzichtet.