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Kriegt Novaled Geld von der Stadt?

Die Firma baut nahe der Heeresbäckerei. Für den Grund wurde wohl zu viel bezahlt.

© Novaled

Von Sarah Herrmann

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Der Neubau an der Elisabeth-Boer-Straße wächst in die Höhe. Seit März 2017 errichtet das Unternehmen Novaled im Industriegebiet an der Heeresbäckerei ein Technikum und baut die denkmalgeschützte Mühle zum Bürokomplex aus. Rund 861 000 Euro wurden der Stadt für das Grundstück bezahlt, hinzu kam eine Ablösesumme von etwa 208 000 Euro. Doch nun könnte Novaled einen Teil der Investitionen zurückbekommen.

Der Kaufpreis soll um 398 500 Euro auf etwa 462 500 Euro gemindert werden, die Ablösesumme bleibt gleich. Zwar hat Novaled bereits die komplette Summe an die Stadt gezahlt. Allerdings unter falschen Annahmen, wie aus einer Vorlage der Verwaltung deutlich wird. So hatte es vor dem Verkauf ein Bodengutachten gegeben. Dort wurde eingeschätzt, dass der notwendige Bodenaustausch rund 203 000 Euro kosten würde. Wie sich während der Arbeiten herausstellte, waren die Kosten aber um ein Vielfaches höher. Die Differenz – abzüglich 200 000 Euro, die Novaled selber trägt – soll der Firma nun zurückgezahlt werden.

Eine Alternative wäre es gewesen, dass das Unternehmen vom Kauf zurücktritt. Das wäre weder für Novaled noch für die Stadt von Vorteil gewesen. Das Technik-Unternehmen hätte keinen Ersatz für die bis dahin entstandenen Kosten erhalten. Außerdem wäre kurzfristig wohl kein anderes geeignetes Grundstück verfügbar gewesen. Die Landeshauptstadt hätte wiederum die Kosten für den Bodenaustausch tragen müssen. Zudem wären die Flächen im Bioinnovationszentrum, in dem Novaled momentan seinen Sitz hat, nicht für andere Unternehmen frei geworden.

Deshalb will sich die Verwaltung am 9. April zunächst die Zustimmung vom Neustädter Ortsbeirat zur Kaufpreisminderung holen. Voraussichtlich am 25. April soll der Bauausschuss entscheiden.