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Anklage nach Reizgas-Angriff in Dresdner S-Bahn

Erst besprüht ein Schaffner einen Schwarzfahrer mit Reizgas, dann holt der Schwarzfahrer sein eigenes heraus und attackiert den Schaffner.

Attacke in der Dresdner S-Bahn: Ein Schwarzfahrer soll sich seine Flucht aus dem Zug mit Reizgas erkämpft haben.
Attacke in der Dresdner S-Bahn: Ein Schwarzfahrer soll sich seine Flucht aus dem Zug mit Reizgas erkämpft haben. © Archiv/Sven Ellger

Dresden. Ohne Fahrschein soll ein 29-Jähriger in einen Zug der S-Bahn-Linie 1 gestiegen sein, die vom Landkreis SOE in Richtung Dresden unterwegs war. Als er und seine Begleiterin vom Zugbegleiter angesprochen wurden, wurde es hitzig. Der Schaffner wollte die Ausweise der beiden sehen. Während die Frau ihre Krankenkarte zeigte, soll der Schwarzfahrer sich geweigert haben, irgendetwas zu seiner Person zu sagen. Stattdessen soll er, so wirft es ihm die Staatsanwaltschaft vor, aufgesprungen sein und den Zugbegleiter weggestoßen haben. Daraufhin sprühte der Bahn-Mitarbeiter dem Mann Tierabwehrspray ins Gesicht.

Ab hier überschlugen sich die Ereignisse, wie sie die Ermittler für diesen 24. Juni 2021 schildern: Der Schwarzfahrer habe den Zug schnell verlassen wollen, als dieser gegen 6 Uhr in den Bahnhof Niedersedlitz einfuhr. Er sei mit seiner Begleiterin ins untere Stockwerk des Waggons gelaufen.

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Als der Zugbegleiter sie verfolgte, soll der Beschuldigte sein eigenes Reizgas herausgeholt und dem Zugbegleiter damit einem Sprühstoß ins Gesicht versetzt haben, heißt es. Der Zugbegleiter gab die Verfolgung daraufhin auf. Er erlitt durch den Angriff unter anderem Schmerzen und Rötungen im Gesicht, am Hals sowie an den Ellenbogen, und musste bis zum Mittag des Tages im Krankenhaus versorgt werden.

Weitere Anklagen anhängig

Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 29-jährigen Tunesier. Ihm werden unter anderem besonders schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Seit Ende Juli befindet er sich bereits in Haft.

Er sei erheblich und auch einschlägig vorbestraft. Aktuell verbüße der Beschuldigte eine Strafhaft in einer anderen Sache. Beim Amtsgericht Dresden seien noch weitere Anklagen gegen ihn wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und räuberischen Diebstahls anhängig. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat die Verbindung dieser Verfahren zur gemeinsamen Verhandlung beim Landgericht Dresden beantragt. "Der Beschuldigte hat den Tatvorwurf vor dem Ermittlungsrichter pauschal geleugnet und keine weitergehenden Angaben gemacht", teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Das Landgericht muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. (SZ/sr)

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