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Waldheimer wegen Vergewaltigung verurteilt

Der 37-Jährige saß schon einmal in Haft. Acht Monate nach seiner Entlassung ist er wieder straffällig geworden.

Ein ehemaliger Waldheimer musste sich vor dem Landgericht Chemnitz wegen schwerer sexueller Vergewaltigung und anderer Straftaten verantworten.
Ein ehemaliger Waldheimer musste sich vor dem Landgericht Chemnitz wegen schwerer sexueller Vergewaltigung und anderer Straftaten verantworten. © Harry Härtel

Waldheim/Chemnitz. Der Gerichtssaal ist für Mario L. kein unbekannter Ort. Dort war er schon häufiger „zu Gast“. Diesmal erscheint er dick vermummt, die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Den Rest verdeckt der Mundschutz.

Der 37-Jährige muss sich vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Chemnitz wegen besonders schwerer Vergewaltigung, des sexuellen Übergriffs in vier Fällen und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen verantworten.

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16-Jährige in Waldheim abgefangen und bedroht

„Das Verfahren hatte bereits im Frühjahr 2020 begonnen. Es wurde dann aber ausgesetzt, weil ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit einer Zeugin eingeholt werden musste“, erklärt Marika Lang, Pressesprecherin des Landgerichts Chemnitz. Im Januar 2021 wurde das Verfahren fortgesetzt und während elf Verhandlungstagen Zeugen und Sachverständige vernommen.

Die Zeugin, die noch einmal begutachtet wurde, war das erste Opfer von Mario L. – ein damals 16 Jahre altes Mädchen aus Waldheim. Sie habe der Angeklagte im Jahr 2018 am Bahnhof in Waldheim abgefangen, mit einem Obstmesser bedroht und sie gezwungen, mit ihm in seine Waldheimer Wohnung zu gehen.

Dort habe er sie genötigt, sich auszuziehen und sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen. Es sei auch zum Geschlechtsverkehr gekommen. „Dies wertet das Gericht als besonders schwere Vergewaltigung“, so die Pressesprecherin.

Landgericht ordnet Sicherungsverwahrung an

Etwa ein Jahr später wurde die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin, bei der er zeitweise in Lößnitz wohnte, das zweite Opfer von Mario L. Er habe in der Dusche der Wohnung eine Kamera installiert, mit der er die 17-Jährige heimlich filmte.

Mit diesem Film habe er sie anschließend erpresst und gedroht, ihn an ihren Arbeitgeber und ihren Freund zu schicken. Um das zu vermeiden, habe er die junge Frau zu sexuellen Handlungen gezwungen, sich unter anderem von ihr oral befriedigen lassen. Außerdem habe er mit ihr einen weiteren Film gedreht, der sie in Reizwäsche zeigt.

Letztendlich habe sich die 17-Jährige ihrem Freund anvertraut. Die junge Waldheimerin hatte selbst Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die Jugendkammer des Landgerichts als Jugendschutzkammer verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Darüber hinaus ordnete sie wegen der Gefährlichkeit des Angeklagten die Sicherungsverwahrung nach Paragraf 66 des Strafgesetzbuches an.

Noch im Landgericht Chemnitz verhaftet

Mario L. hatte bereits früher wegen eines Sexualdelikts in der JVA Waldheim eine Haftstrafe verbüßt. Acht Monate nach seiner Entlassung war er wieder straffällig geworden. Zu diesem Zeitpunkt stand er noch unter Führungsaufsicht.

„Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger des Angeklagten hat bereits Revision eingelegt, sodass der Bundesgerichtshof das Urteil überprüfen wird“, erklärt Marika Lang.

Wegen der Strafhöhe und der angeordneten Sicherungsverwahrung sah die Kammer die Gefahr, dass sich der Angeklagte dem weiteren Verfahren entziehen werde, und erließ einen Haftbefehl, der noch im Sitzungssaal vollzogen wurde. Der Angeklagte befindet sich nun – nicht zuletzt auch wegen der Gefahr, ähnlich gelagerte Straftaten zu begehen – in Untersuchungshaft.

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