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Erzieherin mit Drogen an der A4 erwischt

Die 38-Jährige steht nicht zum ersten Mal vor Gericht. Hatte ihr Lebenspartner sie aus Rache bei der Polizei angeschwärzt?

Eine Erzieherin muss sich gleich wegen mehrerer Delikte vor Gericht verantworten.
Eine Erzieherin muss sich gleich wegen mehrerer Delikte vor Gericht verantworten. © Symbolfoto: Pixabay.com

Döbeln. Als die Beamten sie kontrollieren wollten, soll sie teilnahmslos in ihrem Auto gesessen haben und mit ihrem Mobiltelefon beschäftigt gewesen sein.

Im März 2020 erwischten Autobahnpolizisten die damals 38-jährige Maria H. (Name geändert) auf dem Rastplatz Auerswalder Blick an der A4 mit gefälschten Kennzeichen an ihrem VW. Die Zulassung des Autos soll kurz zuvor abgelaufen sein.

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Bei der anschließenden Überprüfung stellten die Beamten darüber hinaus fest, dass die Erzieherin sowohl Crystal Meth bei sich hatte, als auch unter dem Einfluss von Methamphetamin stand.

Beziehung soll bereits seit Längerem zerrüttet sein

„Ich hatte vorher Kurzkennzeichen beantragt, doch die waren noch nicht angekommen“, sagte Maria H. bei der Verhandlung ihres Falls vor dem Döbelner Amtsgericht.

„Ich hatte den Beamten gesagt, dass die Kennzeichen nicht die Richtigen sind. Ich wollte ihnen auch die Mails zu den Kurzkennzeichen zeigen, aber das war ihnen egal.“

Sowohl in Bezug auf die Nummernschilder als auch die gefundenen 1,6 Gramm Crystal zeigte sich die heute 40-Jährige vor Gericht geständig. Dabei erklärte sie, dass ihr Lebenspartner ihr die Drogen zugesteckt habe. „Der wollte mir eins auswischen, weil ich ihn zuvor angezeigt hab.“

Die Beziehung zu ihrem Lebenspartner sei bereits seit längerem zerrüttet, erklärte H.‘s Verteidiger während der Verhandlung. Nachdem sie erwischt worden war, habe sie ihm eine Nachricht geschickt. „Darauf kam dann die Antwort, dass er seit Monaten wusste, dass ich ihn angeschwärzt hab“, so die Erzieherin.

Wie kam das Crystal in ihren Blutkreislauf?

Die angesprochenen Mails konnte Maria H. schließlich noch vorzeigen, wodurch zumindest das Führen eines Fahrzeugs ohne Versicherung als Tatvorwurf vom Tisch war. Blieb noch die Frage, wie das Methamphetamin in ihrer Körper gelangt war.

Die Erzieherin fand darauf keine Antwort, beteuerte immer wieder, sie habe zu dieser Zeit keine Drogen konsumiert. „Schon allein aufgrund meiner Gesundheit. Ich hatte durch meine Krebserkrankung ja Medikamente nehmen müssen. Ich weiß nicht, wie das gekommen ist.“

Auch bei der Durchsuchung durch die Polizei schien es ihr zufolge nicht mit rechten Dingen zugegangen zu sein. „Sie sind ja gleich auf die Suche gegangen.“

Erzieherin bereits vor Amtsgericht Chemnitz verurteilt

Dem Gericht schien diese Erklärung allerdings nur wenig glaubwürdig. „Auf dem Weg zum Bluttest hat Frau H. ausgesagt, dass sie zwei Tage zuvor eine Line Crystal Meth konsumiert hatte“, erklärte zudem eine Beamtin, die Maria H. kontrolliert hatte und als Zeuge geladen war.

Darüber hinaus soll sie bereits in der Vergangenheit immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein, unter anderem wegen Fahrens ohne Führerschein sowie ohne Fahrerlaubnis. „Sie wussten also, was Sie taten, als Sie an diesem Tag losgefahren sind“, sagte die Richterin.

Maria H. wurde wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln sowie Kennzeichenfälschung für schuldig erklärt. Da sie derzeit jedoch eine schwierige Phase durchmache, legte das Gericht die Strafe mit einem weiteren Urteil des Amtsgerichts Chemnitz zusammen, wodurch sich eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen a zehn Euro ergab.

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