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Dresden: Beim Online-Shopping abgezockt

Mehr als 100 Menschen sollen von einem jungen Mann geprellt worden sein. Er ist äußerst geschickt vorgegangen - bis er die Masche zu oft nutzte.

Ein Fall von hundertfachem Internetbetrug soll nun vorm Dresdner Amtsgericht verhandelt werden. Beschuldigt ist ein 33-jähriger Mann.
Ein Fall von hundertfachem Internetbetrug soll nun vorm Dresdner Amtsgericht verhandelt werden. Beschuldigt ist ein 33-jähriger Mann. © Christian Juppe (Symbolbild)

Dresden. Ein 33-Jähriger muss sich möglicherweise bald vor dem Dresdner Amtsgericht wegen Internetbetrugs verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Kunden in insgesamt 119 Fällen abgezockt zu haben. Sie bestellten bei dem Mann Waren. Diese kamen allerdings anders an, als sie vermuteten. Das System, mit dem der mutmaßliche Täter vorging, darf durchaus als ausgeklügelt bezeichnet werden.

Der Mann soll sich zunächst bei verschiedenen Verkaufsportalen Benutzerkonten angelegt haben. Immer unter verschiedenen Namen. Um welche Portale es sich handelt - zum Beispiel Ebay oder Amazon Marketplace -, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit. Auf den Internetseiten habe er dann insbesondere Videospiele angeboten.

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Mehr als 7.000 Euro Schaden angerichtet

Mit dem "Bestellen"-Klick sollten die Käufer zunächst das Geld überweisen. Dafür hätte sich der Beschuldigte mehrere Konten eingerichtet, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Doch die Waren sind von ihm nie abgeschickt worden - sie waren laut Ermittlungen gar nicht in seinem Besitz.

Vielmehr habe der Mann die Daten seiner Käufer genutzt. Mit ihren Namen habe er Benutzerkonten bei einem Versandhaus angelegt. Dort gingen die Menschen als Neukunden durch, die bei ihrer ersten Bestellung üblicherweise einen Neukunden-Rabatt bekommen. Immerhin eine Ersparnis von 15 bis 25 Euro. Über diese Neukunden-Konten habe der Beschuldigte schließlich die georderten Waren bestellt und als Lieferadresse die tatsächliche Adresse seiner Opfer angegeben. Diese hätten die Pakete aber in aller Regel zurückgehen lassen, weil sie sich nicht an eine Bestellung direkt beim Warenhaus hätten erinnern können. Und hier wird aus der ohnehin schon zweifelhaften Zwischenhändler-Masche der Betrug.

Der 33-jährige Deutsche soll mit der Retoure nämlich den Kaufpreis vom Versandhaus zurückbekommen haben. An seine Käufer leitete er die Erstattung aber nicht weiter, sondern behielt das Geld, heißt es. Den Opfern sei somit ein Schaden von rund 5.000 Euro entstanden. Darüber hinaus macht das Versandhaus durch die fälschlicherweise gewährten Neukunden-Rabatte einen Schaden von etwa 2.500 Euro geltend.

Beschuldigter ist auf freiem Fuß

"Der Beschuldigte geriet ins Visier der Verfolgungsbehörden, nachdem eine Vielzahl von zunächst einzeln gestellten Anzeigen von den Ermittlern zu einem Sammelverfahren zusammengeführt und anschließend systematische Ermittlungen durchgeführt wurden", so die Ermittler.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen nicht vorbestraften Mann. Über seinen Wohnort macht die Behörde keine Angaben. Der Mann befinde sich auf freiem Fuß, da keine Haftgründe nach der Strafprozessordnung vorliegen würden.

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Nun muss das Dresdner Amtsgericht über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung der Hauptverhandlung entscheiden.

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