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Heydaer BMW-Bande steht vor Gericht

Ein halbes Jahr nach der Razzia im Heydaer Autoservice müssen sich sieben Männer wegen Diebstahls verantworten. Und es gibt noch einen Vorwurf.

Von Cathrin Reichelt
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Bei einer großangelegten Razzia wurde im mai in Heyda eine Auto-Bande ausgehoben.
Bei einer großangelegten Razzia wurde im mai in Heyda eine Auto-Bande ausgehoben. © Dietmar Thomas

Waldheim/Chemnitz. Anfang Mai war der Chemnitzer Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Chemnitz ein großer Schlag gegen die Auto-Mafia gelungen.

Ab dieser Woche müssen sich sieben Männer aus Belarus vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Den Angeklagten im Alter von 25 bis 38 Jahren stehen 13 Rechtsanwälte aus Chemnitz, Dresden und Marienberg als Verteidiger zur Seite. Bisher sind in dem Verfahren zehn Verhandlungstage angesetzt.

Den Angeklagten, die seit der Razzia in Untersuchungshaft sitzen, werden Bandendiebstahl und Hehlerei in 20 Fällen vorgeworfen. Zwischen März 2020 und Mai 2021 sollen sie Autos der Marke BMW, die mit einem Keyless-go-System ausgestattet waren, gestohlen zu haben.

Autos ohne Schlüssel zu öffnen

Mit diesem System kann ein Fahrzeug ohne Autoschlüssel geöffnet und mit einem Startknopf in Gang gesetzt werden. Die gestohlenen BMW hatten einen Wert zwischen 30.000 und 130.000 Euro. Die Angeklagten sollen die Fahrzeuge unter anderem in Chemnitz, Bayreuth und Lüneburg gestohlen und in einer Halle des Autoservice Heyda zerlegt haben, um sie auf dem osteuropäischen Markt zu verkaufen.

In der Werkstatt in Heyda sollen die Täter immer wieder hochwertige BMW zerlegt haben.
In der Werkstatt in Heyda sollen die Täter immer wieder hochwertige BMW zerlegt haben. © Polizeidirektion Chemnitz

In Heyda erfolgte am 6. Mai eine groß angelegte Razzia. Damals wurden drei Tatverdächtige auf dem Gelände festgenommen. Nahezu zeitgleich zu den Durchsuchungsmaßnahmen stoppten Zivilbeamte auf der B 169 im Döbelner Ortsteil Neudorf den 60 Jahre alten deutschen Fahrer in einem Audi und einen Volvo. In dem saßen drei weitere Männer. Auch sie wurden in Gewahrsam genommen.

60-Jähriger noch auf freiem Fuß

Der 60-Jährige wurde anschließend nicht in Untersuchungshaft genommen. Er befindet sich auf freiem Fuß. Laut Staatsanwaltschaft werde sein Verfahren abgetrennt und sei noch anhängig.

Bei der Durchsuchung wurden damals in mehreren Hallen ein unlängst in Paderborn (Nordrhein-Westfalen) gestohlener BMW X5, Unmengen an demontierten BMW-Fahrzeugteilen und Nummernschilder gefunden.

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Diese deuteten auf mindestens sieben demontierte BMW. Doch schon zu diesem Zeitpunkt lag die Vermutung nahe, dass in Heyda wesentlich mehr Fahrzeuge zerlegt worden sind.