merken
Döbeln

Leisniger bricht Verkaufsfahrer die Nase

Ein Leisniger musste sich am Mittwoch wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten. Der Tat sollen Monate der Anfeindungen vorausgegangen sein.

Ein Leisniger musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht wegen Körperverletzung verantworten.
Ein Leisniger musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht wegen Körperverletzung verantworten. © André Braun

Döbeln. Wann und in welcher Situation ist ein Schlag ins Gesicht als Notwehr einzustufen? Diese Frage beschäftigte am Mittwoch das Amtsgericht in Döbeln im Fall Robby A. (Name geändert).

Der Leisniger hatte während des diesjährigen Männertags am 13. Mai dem Verkaufsfahrer Markus B. (Name geändert) einen Faustschlag ins Gesicht verpasst und ihm mehrfach das Nasenbein gebrochen. B. musste daraufhin ins Krankenhaus, die Nase später noch operiert und korrigiert werden.

Anzeige
Ihr Geschäft soll bekannter werden? Los gehts!
Ihr Geschäft soll bekannter werden? Los gehts!

Führen Sie Ihr Geschäft mit Werbung auf sächsische.de zu einer Erfolgsgeschichte. Wir helfen Ihnen dabei!

Zeuge soll Angeklagtem nachgestellt haben

Dem Hieb seien Monate der Anfeindungen vorausgegangen, erklärte A.s Anwalt Schuster vor Gericht.

A. habe sich im Dezember von seiner Freundin getrennt und daraufhin Kontakt zu Maria K. (Name geändert) aufgenommen. Die beiden sollen sich zuvor bereits in einem Café getroffen und K. dabei Interesse an ihm bekundet haben. "Passiert ist jedoch nichts. Erst nach der Trennung nahm mein Mandant wieder Kontakt auf und fragte nach einem Treffen", so Schuster.

K. lehnte jedoch ab, weil sie mittlerweile mit Markus B. zusammen war. In den darauffolgenden Monaten soll es immer wieder zu Anfeindungen von vonseiten des Verkaufsfahrers gegenüber Robby A. gegeben haben. A. zufolge vermutete B., dass der Leisniger und seine Freundin eine Affäre führten.

Schulz nannte Vorfälle, nach denen Markus B. Robby A. nachgestellt haben soll. "Im Februar hatte mein Mandant bei Freunden übernachtet, als Herr B. plötzlich vor dem Haus auftauchte, weil er Ärger suchte." Zu dem Abend befragt verneinte B., dass dem so geschehen war. "Warum sollte ich jemandem auflauern?", fragte er.

"Dann riefen ihn mehrere Freunde an, dass er wieder Ärger will"

Auch die Angaben zum Tattag fielen entsprechend unterschiedlich aus. B. zufolge hatte es einen Streit zwischen ihm und seiner Freundin Maria K. gegeben, woraufhin sich diese wieder bei Robby A. meldete.

"Am späten Nachmittag fing es an, dass mein Mandant zunächst von Frau K. Nachrichten bekam, sie wolle sich mit ihm treffen. Dann riefen ihn mehrere Freunde an, dass Herr B. ihn sucht und wieder Ärger will", schilderte Anwalt Schuster das Geschehen.

Robby A. sei zu diesem Zeitpunkt mit anderen Freunden umhergezogen. Weil das Wetter jedoch nicht besonders und seine Kleidung durchnässt war, sei er zwischenzeitlich nach Hause gegangen, um diese zu wechseln und sich später wieder mit ihnen zu treffen. "Als er sich mit seinem Rad auf den Weg machte, kam plötzlich Herr B. auf der Straße auf ihn zu gelaufen."

Robby A. habe noch versucht, seinem Gegenüber auszuweichen, B. soll sich jedoch erneut in den Weg gestellt haben. "Mein Mandant ging davon aus, dass Herr B. ihn umschubsen will. Die Hände hatte er bereits ausgestreckt. Daraufhin hat er ihm ins Gesicht geschlagen und ist weiter zu seinen Freunden gefahren."

Zeuge soll bereits vorher Ärger gehabt haben

Robby A. vermutete, dass Markus B. ihm erneut aufgelauert hatte. Zuvor soll der Verkaufsfahrer bei einer Gartenparty bereits Ärger gehabt haben, weil er eine Frau gebissen hatte. Er selbst tat dies später als Kleinigkeit ab. "Ich hatte einem Mädchen nur den Fingernagel abgebissen und einer anderen auf den Oberschenkel geschlagen. Dadurch hatte sie einen Abdruck."

Nach dem Streit mit seiner Freundin habe B. nach Hause gehen wollen. Auf dem Weg sei ihm jedoch klar geworden, dass er keinen Schlüssel dabei hatte. "Da wollte ich den Schlüssel von meiner Tochter abholen." Zufälligerweise wohnt diese zusammen mit B.s Ex-Partnerin im selben Haus wie Robby A.

  • Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]

Auf dem Weg sei ihm A. mit seinem Fahrrad entgegengekommen. "Er bremste vor mir ab und schlug mir ins Gesicht."

Dass er auf der Straße lief, erklärte der Verkaufsfahrer damit, dass er den Fußgängerweg wechseln wollte. An Äußerungen, er wolle Robby A. verprügeln, konnte er sich nicht entsinnen. Auch, ob er die Arme ausgestreckt hatte, war ihm mittlerweile entfallen. "Meine Erinnerung ist schlecht."

600 Euro für das Kinderhospiz

Angesichts des Geschehens um die Tat einigten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung schließlich auf die Einstellung des Verfahrens. Robby A. erhielt eine Auflage, 600 Euro an das Kinderhospiz Bärenherz in Markkleeberg zu zahlen.

  • Nachrichten aus der Region Döbeln von Sächsische.de gibt es auch bei Facebook und Instagram

Sobald das Geld eingezahlt ist, wird das Verfahren eingestellt.

Mehr zum Thema Döbeln