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Bewährungsstrafe für Missbrauch an 13-Jähriger

Ein 28-jähriger Berufskraftfahrer aus Großweitzschen soll sich einer 13-Jährigen unsittlich genähert haben. Nun fiel vor dem Amtsgericht Döbeln das Urteil.

Symbolfoto: Im Amtsgericht Döbeln wurde das Urteil gegen einen 28-Jährigen verkündet, der ein 13-jähriges Mädchen sexuell missbraucht hat.
Symbolfoto: Im Amtsgericht Döbeln wurde das Urteil gegen einen 28-Jährigen verkündet, der ein 13-jähriges Mädchen sexuell missbraucht hat. © André Braun/Archiv

Großweitzschen. Der Großweitzschener wollte es anscheinend unbedingt: Sex oder zumindest sexuelle Handlungen mit dem Nachbarskind. Dem gelernten Autolackierer warf die Staatsanwaltschaft sexuellen Missbrauch in mindestens sechs Fällen, teilweise in Verbindung mit der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte vor.

Konkret soll er im September 2020 zunächst einer 13-Jährigen mit einer Hand über das Gesäß gefahren und sich ihr somit sexuell genähert haben. Im Anschluss habe er dann mit dem Kind über das soziale Netzwerk Instagram sowie dem Kommunikationsdienst Whatsapp mehrere Nachrichten ausgetauscht, so die Anklage der Staatsanwaltschaft.

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Großweitzschener soll unter Sexsucht leiden

In dieser Konversation sollen mehrfach Aufforderungen gefallen sein, die das Kind zur Zusendung von Nackfotos oder Bildern von nackten Körperbereichen bewegen sollten. „Auch hat der Angeklagte in mehreren Nachrichten vorgeschlagen, Sex miteinander zu haben“, so die Anklageschrift.

Hinzukommen mehrere Videos und Bilder von harten pornografischen Inhalten sowie von seinem eigenen Geschlechtsteil an die Schülerin.

Bereits am ersten Verhandlungstag gestand der in Leisnig geborene Angeklagte, mit der 13-Jährigen Kontakt gehabt und die genannten Nachrichten verschickt zu haben. Auf die Frage der vorsitzenden Richterin Marion Zöllner, warum er so mit einem Kind kommuniziert habe, antwortete er nur: „Es war einfach Dummheit von mir.“

Doch mit dieser Aussage wollte sich Zöllner nicht zufriedengeben und fragte noch einmal deutlich nach: „Haben sie solche Fantasien schon länger?“ Der Angeklagte verneinte. Wenige Momente später erklärte er jedoch, sich bereits kurz nach der Tat freiwillig in eine psychologische Einrichtung eingewiesen lassen zu haben.

Damals habe er schon von einer Anzeige bei der Polizei gewusst, wie er der Richterin sagt. Zweieinhalb Wochen sei er in stationärer, danach in ambulanter Behandlung gewesen – bis heute. Sein Anwalt ergänzte, dass sein Mandant bereits länger an einer Sexsucht leide.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage kein Zweifel an Taten

Zu den Beweggründen für diese Therapie sagte der Berufskraftfahrer lediglich: „Ich habe realisiert, dass ich diese Behandlung brauche, um nicht meine Freundin und den Kontakt zu meinen Kindern zu verlieren.“

Mit zwei der Kinder und seiner Partnerin lebt der 28-Jährige auch weiterhin in Großweitzschen. Das 13-jährige Opfer mit seiner Familie ist mittlerweile in eine andere Straße gezogen. Seither habe es auch keinen Kontakt mehr gegeben, versichert der Angeklagte.

Am zweiten Verhandlungstag sagte – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – nun auch das heute 14-jährige Opfer aus. Wie im späteren Verlauf der Verhandlung klar wurde, bestätigte sie vollumfänglich die Anklagepunkte, auch den „Po-Grapscher“ des Berufskraftfahrers.

An dieser Aussage zweifelte schlussendlich weder die Staatsanwaltschaft noch die Nebenklage. Beide Vertreter sahen es als bewiesen an, dass die Taten so auch passiert sein mussten. Im Plädoyer sprachen sie sich für eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten aus.

Richterin setzt die Strafe zur Bewährung aus

„Da der Angeklagte Ersttäter ist, kann diese Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden“, so die Staatsanwältin. Zusätzlich forderten sie eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro sowie eine psychologische Therapie.

Laut Verteidiger konnte der „Po-Grapschers“ nicht bewiesen werden, er sieht nur die Nachrichten als strafbare Handlung an. Er forderte eine Bestrafung von zehn Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Nach einer 25-minütigen Pause bestätigte die Richterin die Forderungen der Verteidigung.

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Richterin Zöllner verurteilte den 28-Jährigen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung mit der Unterstützung eines Bewährungshelfers. Hinzukommen 1.500 Euro Schmerzensgeld an das Opfer sowie die Fortsetzung der Therapie.

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