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Döbeln

Mit Luftgewehr auf Netto geschossen?

Ein Haßlauer soll mit einem Luftgewehr auf mehrere Gebäude in Roßwein geschossen haben. Er behauptet jedoch, die Waffe zu dem Zeitpunkt nicht besessen zu haben.

Die Polizei hatte im Juni 2020 ein Luftgewehr bei dem 22-Jährigen sichergestellt. Er behauptet, dieses erst wenige Tage zuvor gekauft zu haben.
Die Polizei hatte im Juni 2020 ein Luftgewehr bei dem 22-Jährigen sichergestellt. Er behauptet, dieses erst wenige Tage zuvor gekauft zu haben. © André Braun

Döbeln. Die Einschlusslöcher bemerkte die Mitarbeiterin von Netto am Morgen, nachdem es geschehen sein soll. "Ich bin zu meiner Kollegin an die Kasse gegangen, da hab ich die 16 oder 17 Löcher gesehen. Dann haben wir unseren Filialleiter informiert und die Polizei gerufen."

In der Nacht zum 15. Januar 2020 soll ein Haßlauer mit einem Luftgewehr auf die Fensterscheibe des Netto-Supermarkts in Roßwein geschossen haben. Darüber hinaus wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, am 7. Januar auf ein Wohnhaus an der Etzdorfer Straße sowie am 10. Januar auf ein weiteres Haus am Bahnhof geschossen zu haben. In beiden Fällen sollen Fensterscheiben beschädigt worden sein.

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Die Tatwaffe hatte die Polizei im Juni 2020 bei dem 22-Jährigen sichergestellt. Am Mittwoch musste sich der Mann nun vor dem Amtsgericht Döbeln verantworten.

Mutter meldete Angeklagten bei Polizei

Für die Verhandlung hatte das Gericht gleich mehrere Zeugen geladen, darunter die Netto-Mitarbeiterin sowie zwei Geschädigte, die ehemalige Partnerin des Haßlauers, den Mann, der das Luftgewehr verkauft haben soll, sowie die Partnerin und die Schwester des Angeklagten.

Letztere bestätigten die Aussagen des 22-Jährigen, das Luftgewehr erst im Juni 2020 als Geschenk für seinen Vater erworben zu haben. Das Gewehr habe er von einem Bekannten abgekauft.

Als es jedoch darum ging, wo und wie der Kauf ablief, fielen die Aussagen der beiden jedoch deutlich unterschiedlich aus. So sagte die Partnerin, sie seien von Hartha aus zu dem Übergabeort und auch von da aus wieder zurückgefahren. Der Schwester zufolge waren sie spaziert. Der Kauf sei auf dem Parkplatz an der Margarethenmühle abgelaufen. Von dort aus seien sie über einen Schleichweg durch den Wald wieder zu ihrem Elternhaus zurückgelaufen.

Der Kauf soll am 2. Juni erfolgt sein. Jenem Tag, an dem die Mutter des Angeklagten ihn bei der Polizei meldete. Gegenüber den Gesetzeshütern soll sie ausgesagt haben, ihr Sohn laufe mit einer Waffe durch den Wald.

Softair statt Luftgewehr

Das Elternhaus in Haßlau hatte die Polizei bereits zuvor einmal nach Schusswaffen durchsucht, ebenso wie die Wohnung der Ex-Freundin des Angeklagten an der Etzdorfer Straße. Fündig waren sie dabei nicht geworden, sie trafen jedoch die ehemalige Partnerin an.

Wie bereits gegenüber den Beamten erklärte die 18-Jährige, der Angeklagte habe mehrere Schusswaffen besessen und diese auch mehrfach eingesetzt. Er soll von ihrer Wohnung aus auf das Fenster ihrer Nachbarin geschossen haben. Bei dem Schuss auf das Wohnhaus am Bahnhof sei sie dabei gewesen, ebenso wie bei einem Vorfall am Netto. In beiden Fällen habe sie versucht, ihren Ex-Partner von den Schüssen abzuhalten, allerdings vergebens.

Ob es sich bei den Schüssen am Supermarkt um die Tat vom 14. Januar handelte, blieb unklar. Laut der 18-Jährigen soll der Angeklagte seine Waffe jedes Mal benutzt haben, wenn er am Netto vorbei lief.

Der Ex-Partnerin zufolge hatte der 22-Jährige dabei nicht ein Luftgewehr, sondern eine Softair-Waffe verwendet, die Metallkugeln verschießt.

Entscheidung steht noch aus

Der Angeklagte räumte schließlich den Schuss auf das Wohnhaus am Bahnhof ein. In den beiden weiteren Fällen blieb er jedoch bei seinem Standpunkt, die Taten nicht verübt zu haben.

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Bei dem Vorfall am Netto sei er dabei gewesen, die Schüsse habe jedoch ein ehemaliger Bekannter von ihm abgegeben. Weil dieser sowie zwei weitere Zeugen nicht zu der Verhandlung erschienen waren, wurde die Entscheidung letztendlich vertagt.

Ein neuer Gerichtstermin muss noch gefunden werden.

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