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Pirna: Wie sich die Sonnensteiner sicherer fühlen sollen

Bürgerpolizist und Stadtteilmanager bieten ab Oktober regelmäßig gemeinsame Sprechstunden an - mit einem ganz bestimmten Ziel.

Polizeieinsatz vor dem Rewe-Markt auf dem Sonnenstein nach einer Messerstecherei im Dezember 2018: Sicherheitsthemen sollen verstärkt in den Fokus genommen werden.
Polizeieinsatz vor dem Rewe-Markt auf dem Sonnenstein nach einer Messerstecherei im Dezember 2018: Sicherheitsthemen sollen verstärkt in den Fokus genommen werden. © Archiv: Marko Förster

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Zwischenfälle auf dem Pirnaer Sonnenstein, die in Gewalt ausarteten, beispielsweise Schlägereien und Messerstechereien vor dem Rewe-Markt, bei denen die Beteiligten zuvor meist ordentlich gebechert hatten.

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Doch der Stadtteil im Osten Pirnas war nicht der einzige Ort derartiger Exzesse, auch der Thälmannpark war lange Zeit ein berüchtigter Trinkertreffpunkt, und auch am Friedenspark stachen Streitende mit einem Messer aufeinander ein.

Um die Lage rasch zu beruhigen, verhängte der Stadtrat für diese kriminell kritischen Bereiche mehrfach ein räumlich und zeitlich begrenztes Alkoholverbot, was die Situation zunächst auch befriedete – zumindest für die Dauer des Verbots.

Das Problem allerdings war: Mit solchen Verboten dokterte man meistens nur an den Symptomen herum, bekam die Ursachen dieser Auseinandersetzungen allerdings damit nicht in Griff.

Breite Front gegen die Kriminalität

Pirna aber wollte raus aus der Rolle, immer nur zu reagieren. Vielmehr wollte das Rathaus agieren, damit es gar nicht zu solchen Ereignissen kommt.

Gemeinsam mit der Polizei und vielen anderen Akteuren in der Stadt belebte die Verwaltung daher 2018 das sogenannte Präventionsnetzwerk wieder, was mit dem Kriminalpräventiven Rat in Pirna schon vorher mehrere Jahre existiert hatte, dann aber eingeschlafen war.

Mit breiter Front wollte man nun wieder gemeinsam die Konflikt-Areale sowie die allgemeine Kriminalität entschärfen, vor allem aber will das Netzwerk verhindern, dass derartige Brennpunkte und Kriminalität überhaupt entstehen. Konfliktursachen sollen schon im Vorfeld bekämpft werden. Ziel des Ganzen: Die Netzwerk-Arbeit soll objektive Sicherheitslage und das Wohnumfeld in Pirna verbessern und das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen stärken.

Polizei und Stadtteilmanager hören zu

Aus dem Netzwerk entspringt nun eine neue Idee: Auf dem Sonnenstein startet jetzt im Oktober ein Präventions- und Beratungsangebot, innerhalb dessen der Sonnensteiner Stadtteilmanager Peter Ehrhard sowie der Sonnensteiner Bürgerpolizist regelmäßig zu gemeinsamen Sprechstunden einladen.

Die Sprechstunden finden fortan immer dienstags im Soziokulturellen Zentrum, Varkausring 1b, statt. Die ersten beiden konkreten Termine sind auf den 12. Oktober von 10 bis 11 Uhr sowie auf den 19. Oktober von 14 bis 15 Uhr gelegt. Nach Aussage des Rathauses sollen in den kommenden Monaten dann zeitnah weitere Termine angeboten werden.

Diese Termine könne auch bequem online über die Pirnaer Internetseite unter www.pirna.de/leben-in-pirna/miteinander/sicherheit unter der Standortwahl im Auswahlfeld unter „Sicherheit auf dem Sonnenstein“ gebucht werden.

Soziales Klima verbessern

Das neue Beratungsangebot ist Teil der Arbeit des Pirnaer Präventionsnetzwerkes. Ziel sei es nach Aussage des Rathauses, die Sicherheitsthemen verstärkt in den Fokus zu nehmen und den Bürgern Möglichkeiten der kurzen Wege zu Ansprechpartnern anzubieten.

Bereits im Sommer 2018 führten Stadt und Polizei intensive Gespräche, wie die Präventionsarbeit intensiviert und neu ausgerichtet werden könnten. Eine Lenkungsgruppe steuerte daraufhin den Aufbau des Netzwerkes.

Gemeinsam mit Experten sollen im Präventionsnetzwerk die passenden Projekte für die jeweiligen Ortsteile beraten und entwickelt werden. Diese trügen dann laut der Stadt dazu bei, das soziale Klima zu verbessern. Die Ergebnisse und Entwicklungen bilden künftig die Grundlage für den Stadtrat, qualifizierte, kommunal-präventive Entscheidungen zu treffen.

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