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Schockanrufe: Betroffene überweisen mehrere tausend Euro an Betrüger

Telefonbetrüger haben von einer Waldheimerin 4.000 Euro erbeutet. Weitere Schockanrufe gab es in Chemnitz und Umgebung. Die Betroffenen haben Anzeige bei der Polizei gestellt.

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Bei Schockanrufen in und um Chemnitz haben mehrere Menschen Geld an Telefonbetrüger überwiesen. Die Polizei warnt erneut vor den Unbekannten.
Bei Schockanrufen in und um Chemnitz haben mehrere Menschen Geld an Telefonbetrüger überwiesen. Die Polizei warnt erneut vor den Unbekannten. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolfoto)

Waldheim/Chemnitz. Am Dienstag wurden bei der Polizeidirektion Chemnitz mehrere Betrugsversuche mittels sogenannter Schockanrufe angezeigt. Die Täter versuchten in fünf Fällen von lebensälteren Personen am Telefon Geld zu erbeuten.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilt, gaben sich die Betrüger gegenüber ihren Opfern als Polizeibeamte oder Rechtsanwälte aus und suggerierten, dass das Kind der Angerufenen einen Unfall mit schwer verletzten oder getöteten Personen versucht habe. Um eine nun anstehende Untersuchungshaft zu verhindern, sei eine Kautionszahlung fällig, die von den Opfern gefordert wurde.

Waldheimerin überweist 4.000 Euro an Unbekannte

Betroffen war unter anderem eine 79-jährige Frau aus Waldheim. Erstmals am 30. Juni erhielt sie der Sprecherin zufolge über den Nachrichtendienst WhatsApp eine Nachricht, wonach ihr angeblicher Sohn eine neue Nummer hätte.

"Über mehrere Tage stand die Seniorin mit den Betrügern über WhatsApp in Kontakt, bis der vermeintliche Sohn am Dienstag die Geschädigte bat, für ihn zwei Überweisungen zu tätigen", so die Polizeisprecherin. "Im Glauben, dem Sohn aus finanziellen Schwierigkeiten herauszuhelfen, überwies die 79-Jährige insgesamt 4.000 Euro auf ein deutsches Konto."

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Nach Rücksprache mit den realen Kindern der Geschädigten erstattete diese dann bei der Polizei Anzeige wegen Betruges. Die Ermittlungen in diesem Fall laufen.

Auch ein 64-jähriger Marienberger stand seit 30. Juni mit Betrügern per WhatsApp in Kontakt, dachte jedoch, sein Sohn hätte eine neue Mobilrufnummer. "Da der angebliche Sohn noch zahlreiche Online-Dienste auf dem neuen Telefon installieren müsse, brachte er den Senior dazu, insgesamt drei Überweisungen auf zwei deutsche Konten zu tätigen", so die Polizeisprecherin am Mittwoch. Dem 64-Jährigen entstand ein Schaden in Höhe von knapp 5.000 Euro. Auch hier ermitteln die Beamten wegen Betruges.

Eine 29-Jährige handelte nach einem angeblichen Anruf von Europol am Mittwoch hingegen richtig. In einer Bandansage wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Steueridentifikationsnummer missbräuchlich verwendet worden sein soll. Für weitere Auskünfte sollte die Frau die Nummerntaste 1 betätigten. Dieser Aufforderung kam die junge Frau nach Aussage der Polizeisprecherin jedoch nicht nach und legte auf. Auch sie zeigte den Vorfall bei der Polizei an.

So reagieren Sie bei einem Schockanruf richtig:

  • Gehen Sie nicht auf Gespräche mit angeblichen Polizeibeamten oder Rechtsanwälten ein, welche Ihnen glaubhaft machen wollen, Geld für eine Freilassung von Angehörigen zahlen zu müssen! Beenden Sie umgehend solche Telefonate! Polizeibeamte werden Sie am Telefon niemals zu Geldzahlungen jeglicher Art auffordern.
  • Halten Sie persönliche Rücksprache mit Ihren Kindern und Enkelkindern über diese Telefonate, über Chatnachrichten und etwaige Geldforderungen! Im Zweifel wählen Sie den polizeilichen Notruf 110!
  • Hinterfragen Sie die Ihnen geschilderten Sachverhalte, welche Ihnen glaubhaft gemacht werden sollen!
  • Teilen Sie telefonisch niemals persönliche Daten wie Kontodaten, Ersparnisse, Bankguthaben oder Namen von Familienangehörigen mit!
  • Sollten Sie einen Anruf einer Ihnen unbekannten Nummer verpasst haben, rufen Sie diese nicht zurück!
  • Sollten Sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen sein, erstatten Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle Anzeige!
  • Informieren Sie Freunde, Bekannte und Familienangehörige über diese Anrufe oder Chatnachrichten, um Ihr Umfeld dafür zu sensibilisieren!