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Harthaerin mit Crystal erwischt

Die junge Frau steht nun wegen unerlaubten Drogenbesitzes vor Gericht. Womit niemand rechnet, ist die Zeugin, die sie mitbringt.

Weil Polizisten in ihrem Rucksack Crystal gefunden haben, landet eine Harthaerin auf der Anklagebank.
Weil Polizisten in ihrem Rucksack Crystal gefunden haben, landet eine Harthaerin auf der Anklagebank. © dpa-Zentralbild

Döbeln. Sie hatte keinen Anwalt dabei, brachte dafür jedoch überraschend eine Zeugin mit sowie eine Geschichte, die es zumindest für das Gericht in sich hatte.

Die Tierwirtin Kathrin S. (Name geändert) musste sich vor dem Amtsgericht Döbeln wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten. Bei einer Kontrolle im Februar 2021 hatten Polizeibeamte etwa vier Gramm Crystal Meth sowie eine Wasserpfeife im Rucksack der Harthaerin gefunden.

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Wem gehört das Crystal?

Die Drogen soll Annemarie B. (Name geändert), die unerwartete Zeugin, einen Tag zuvor in dem Rucksack verstaut und dort vergessen haben, so die Geschichte des Duos. Die beiden sollen sich am Heimatturm bei Colditz zu einem Spaziergang getroffen und die Pfeife geraucht haben.

„Daraufhin hat sie die Sachen bei mir reingepackt, weil sie sie nicht verlieren wollte. Sie selbst hatte keinen Rucksack mit, also kam das Zeug bei mir rein“, erklärte Kathrin S.

Annemarie B. sei zwar aufgefallen, dass ihr Stoff verschwunden ist. Erst als sie jedoch von der Kontrolle erfuhr, soll sie sich bei ihrer Freundin Kathrin S. gemeldet und erklärt haben, dass das Crystal von ihr stammt.

Angeklagte steht nicht das erste Mal vor Gericht

Die Frage, die nun das Gericht beschäftigte: Warum erfährt es erst jetzt von der Geschichte sowie Annemarie S., die doch so einfach die Unschuld von Kathrin S. bezeugen könne? Die Tierwirtin, die bereits eine Bewährungsstrafe hat, habe mehrere Gelegenheiten gehabt, sich in der Sache zu äußern.

Stattdessen schwieg sie während der Kontrolle und blieb etwaigen Vorladungen fern. „Mag sein, dass ich es hätte erwähnen sollen“, sagte Kathrin S. während der Verhandlung. Warum sie es dennoch nicht tat: „Weil ich keinen Bock drauf hatte.“

Richterin Anne Mertens sprach Kathrin S. schließlich frei, „weil ihre Zeugin den Kopf hingehalten hat. Ich will allerdings nicht verhehlen, dass ich Zweifel an Ihrer Einlassung habe“, sagte sie. „Es kann auch erstunken und erlogen sein.“ Ein weiteres Mal lasse sie dies jedoch nicht durchgehen.

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