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Kriminalpolizei ermittelt Seriendieb

Deutsche und polnische Beamte haben einen polnischen Intensivtäter identifiziert. Ihm werden 15 Einbrüche und Diebstähle zur Last gelegt. Er sitzt bereits in Polen im Gefängnis.

© dpa

Gleich 15 Einbrüche und Diebstähle haben jetzt sächsische und polnische Kriminalisten aufgeklärt. Vorausgegangen waren umfangreiche grenzüberschreitende Ermittlungen, berichtet der Pressesprecher der Polizeidirektion in Görlitz, Thomas Knaup. Die 15 Diebstähle des mutmaßlichen Serientäters werden dem Zeitraum zwischen Mai 2017 bis Januar 2018 zugeordnet. Der 35-jährige Pole ist in Bernstadt, Zittau, Löbau, Eibau, Dresden, Bautzen und Ottendorf-Okrilla aktiv gewesen.

Der Mann büßt gerade wegen anderer Straftaten in Polen eine Haftstrafe ab. Die Ermittler werfen ihm vor, in Firmen und Betriebe eingebrochen zu sein. Dort soll er mit seinen teilweise bereits ermittelten Mittätern insgesamt acht Autos, vier Motorräder sowie einen Kleinlaster gestohlen haben. Auch Werkzeuge, Fahrzeugteile und Maschinen gehörten zu seiner Beute. Allein den Stehlschaden schätzt die Polizei derzeit auf über 290 000 Euro.

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Die Ermittler des Kommissariats für Bandenkriminalität der Görlitzer Kriminalpolizeiinspektion sowie sächsische und polnische Beamte der gemeinsamen Fahndungsgruppe (GFG) Neiße und die polnische Kriminalpolizei sind dem 35-Jährigen durch die akribische Auswertung von Spuren und DNA-Material, verschiedenen Fahndungshinweisen und dem Ergebnis mehrerer Durchsuchungen auf die Schliche gekommen. Sie haben die Informationen dann wie bei einem Puzzle Stück für Stück zusammengesetzt, bis ein klares Lagebild entstand, schildert Thomas Knaup. Bei einem Landhandel in Zittau ist der Seriendieb sogar gleich dreimal eingebrochen. Eine Mitarbeiterin dort freut sich, dass der Einbrecher nun ermittelt ist. Aber: „Von den gestohlenen Sachen haben wir aber noch nichts zurückbekommen“, sagt sie.

Dem Mann werden folgende Straftaten zur Last gelegt:

Löbau: Einbruch in eine Firma in der Nacht zum 5. Mai 2017. Hier stahl er zusammen mit Komplizen aus einer Halle einen Satz Sommerreifen, mehrere Kabel und Werkzeuge sowie ein Schweißgerät und eine Bohrmaschine.

Ottendorf-Okrilla: Einbruch in einen Handwerksbetrieb in der Nacht zum 9. Mai 2017. Hier stahl er zusammen mit Komplizen einen Ford Kastenwagen und diverse Werkzeuge. Am Tatort blieb ein defekter BMW zurück.

Bautzen: Einbruch in das Gebäude einer Fahrschule am Wochenende zum 15. Mai 2017. Hier stahl er zusammen mit Komplizen drei Motorräder vom Typ Honda und mehrere Motorradkombis samt Helmen.

Zittau: Einbruch in einen Landhandel in Zittau im Verlauf des Wochenendes zum 26. Mai 2017. Hier stahl er einen Kompressor sowie rund 460 Liter Dieselkraftstoff.

Bernstadt/OT Kemnitz: Einbruch in eine Werkstatt in der Nacht zum 3. Juni 2017. Aus der ehemaligen Stallung stahl er zusammen mit Komplizen verschiedene Werkzeuge, Autoreifen und einen BMW.

Dresden/OT Rähnitz: Einbruch in eine Firma in der Nacht zum 5. Juni 2017. Hier stahl er zusammen mit Komplizen einen VW Amarok und verschiedene Werkzeuge. Die Täter waren offenbar mit dem zwei Tage zuvor gestohlenen BMW zu dem Tatort und wieder zurück nach Polen gefahren.

Eibau: Einbruch in ein Fitnessstudio in Eibau in der Nacht zum 13. Juli 2017. Hier stahl er Computertechnik, eine Musikanlage und die Kasse.

Kleinwelka: Ein Einbruch in eine Schrauberhalle in der Nacht zum 28. Juli 2017. Hier stahl er zusammen mit Komplizen ein Schweißgerät, einen Nass-Sauger sowie einen VW Bora. Mit dem entwendeten Pkw begingen die Täter an der Rastanlage Oberlausitz am frühen Morgen einen Tankbetrug und flüchteten anschließend vor der Polizei über die BAB 4 auf polnisches Hoheitsgebiet.

Zittau: Einbruch in eine Kfz-Werkstatt in der Nacht zum 16. August 2017. Hier scheiterte er bei dem Versuch, ein Diagnosegerät zu entwenden.

Zittau: Einbruch in einen bereits im Mai betroffenen Landhandel in Zittau in der Nacht zum 13. Oktober 2017. Hier stahl er dieses Mal Gartenwerkzeuge, Schrauben und Arbeitsgeräte.

Zittau: Einbruch in eine Elektrofirma in der Nacht zum 29. Oktober 2017. Hier verschwanden ein Kfz-Anhänger, mehrere Kabel und ein Schweißgerät.

Bautzen: Einbruch in eine Firma in der Nacht zum 4. November 2017. Hier stahl er zusammen mit Komplizen zwei Kleintransporter vom Typ Ford Transit mitsamt den in den Fahrzeugen verstauten Werkzeugen.

Bautzen: Einbruch in eine Werkstatt in der Nacht zum 21. November 2017. Hier stahl er zusammen mit Komplizen einen Skoda Superb sowie zahlreiche Werkzeuge.

Zittau: Einbruch in einen bereits im Mai betroffenen Landhandel in Zittau und eine angrenzende Kfz-Firma. Hier stahl er zusammen mit Komplizen ein Motorrad, einen Kleinlaster, Arbeitsbekleidung, Werkzeuge und Zaunrollen.

Zittau/OT Hirschfelde: Einbruch in eine Kfz-Werkstatt am Wochenende zum 7. Januar 2018. Hier stahl er zusammen mit Komplizen Werkzeuge und diverse Kfz-Ersatzteile.

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Die Liste der Einbrüche, die die sächsische und polnische Polizei nach ihren Ermittlungen dem 35-jährigen Beschuldigten vorwerfen, ist lang. So liest sie sich in chronologischer Reihenfolge: Am 5. Mai soll er unter anderem einen Einbruch in eine Firma in Löbau verübt haben. Hier stahl er zusammen mit Komplizen aus einer Halle einen Satz Sommerreifen, mehrere Kabel und Werkzeuge sowie ein Schweißgerät und eine Bohrmaschine.

Zur Last gelegt wird ihm auch ein Einbruch in einen Handwerksbetrieb in Ottendorf-Okrilla in der Nacht zum 9. Mai 2017. Hier stahl er zusammen mit Komplizen einen Ford Kastenwagen und diverse Werkzeuge. Am Tatort blieb ein defekter BMW zurück, schildert der Polizeisprecher.

Beschuldigt wird er weiterhin eines Einbruchs in das Gebäude einer Fahrschule in Bautzen am Wochenende zum 15. Mai 2017. Dort entwendete er zusammen mit anderen Tätern drei Motorräder vom Typ Honda und mehrere Motorradkombis samt Helmen.

Danach folgte ein Einbruch in einen Landhandel in Zittau im Verlauf des Wochenendes zum 26. Mai 2017. Hier stahl er einen Kompressor sowie rund 460 Liter Dieselkraftstoff. Hinzu kommt ein Einbruch in eine Werkstatt im Bernstädter Ortsteil Kemnitz in der Nacht zum 3. Juni. Aus der ehemaligen Stallung stahl er zusammen mit Komplizen verschiedene Werkzeuge, Autoreifen und einen BMW.

Zwei Tage später soll er auch bei einem Einbruch in eine Firma im Dresdener Ortsteil Rähnitz beteiligt gewesen sein. Hier wurden ein VW Amarok und verschiedene Werkzeuge gestohlen. Die Täter waren offenbar mit dem zuvor gestohlenen BMW zu dem Tatort und wieder zurück nach Polen gefahren.

In der Nacht zum 13. Juli soll er zudem aus einem Fitnessstudio in Eibau Computertechnik, eine Musikanlage und die Kasse entwendet haben.

Weiter ging die Diebstahlsserie in einer Schrauberhalle in Kleinwelka in der Nacht zum 28. Juli. Hier stahl er zusammen mit Komplizen ein Schweißgerät, einen Nasssauger sowie einen VW Bora. Mit dem entwendeten Auto begingen die Täter an der Raststätte Oberlausitz einen Tankbetrug und flüchteten anschließend vor der Polizei über die A 4 nach Polen.

Der Diebstahl eines Diagnosegerätes im August in einer Kfz-Werkstatt in Zittau scheiterte aber. Danach brach er im Oktober ein zweites Mal beim Landhandel in Zittau ein. Diesmal gehörten zu seiner Beute Gartenwerkzeuge, Schrauben und Arbeitsgeräte. Beschuldigt wird er im Oktober ebenso für den Diebstahl eines Kfz-Anhängers, mehrerer Kabel und eines Schweißgerätes aus einer Elektrofirma in Zittau. Zur Diebstahlsserie gehören weiter zwei Einbrüche in Bautzener Firmen. Hier verschwanden zwei Kleintransporter vom Typ Ford Transit, ein Skoda Superb sowie zahlreiche Werkzeuge. Zudem folgten noch Beutezüge im erneut betroffenen Landhandel in Zittau und einer angrenzenden Kfz-Firma sowie in eine Kfz-Werkstatt in Hirschfelde, wo ein Motorrad, ein Kleinlaster, Arbeitsbekleidung, Werkzeuge und Zaunrollen sowie Ersatzteile gestohlen wurden. Die gemeinsamen Ermittlungen der sächsischen und polnischen Kriminalpolizei zur Beteiligung der anderen Tatverdächtigen dauern an, teilte die Polizei am Donnerstag weiter mit.