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Weißwasser

Krise für die Füchse verschärft sich

In Bad Nauheim verlieren die Weißwasseraner das dritte Spiel in Folge – diesmal auch wegen der Strafenverteilung.

Mike Hammond war mit einem Tor und einer Vorlage in Bad Nauheim wieder gefährlich. Für einen Punkt reichte es aber wieder nicht.
Mike Hammond war mit einem Tor und einer Vorlage in Bad Nauheim wieder gefährlich. Für einen Punkt reichte es aber wieder nicht. © Thomas Heide

Nach den bitteren Niederlagen in den Sachsenderbys gegen Crimmitschau und Dresden konnten die Lausitzer Füchse auch in Bad Nauheim den Bock nicht umstoßen, verloren mit 5:3 (3.1, 1:1, 1:1). Der Black Friday wird im Handel inzwischen auf eine ganze Woche erweitert, für die Füchse gilt das offensichtlich auch. Diese Niederlage für die kämpferisch überzeugenden Füchse war allerdings bitter. Der Eishockey-Gott schien sich gegen die Weißwasseraner verschworen zu haben, inklusive Schiedsrichterglück und Schiedsrichterentscheidungen.

Dabei war den Lausitzern ein Blitzstart gelungen. Nach nur elf Sekunden führten sie. Hammond hatte auf Murphy, der für George in die erste Reihe gerückt war, gespielt und der mit einem trockenen Handgelenkschuss getroffen. Den zweiten Schuss gaben die Füchse nach 36 Sekunden ab, wenig später wurde Hammond von Manuel Strodel, dem Bruder des Füchse-Stürmers Nicolas Strodel, geblockt. Dann aber nahm das Unheil seinen Lauf. Die Füchse kassierten eine Strafe nach der anderen, im ersten Drittel drei (eine weitere mit einem Gastgeberspieler gemeinsam), und wurden so aus dem Spielfluss gebracht. Zwar konnten die Bad Nauheimer mit ihren Überzahlspielen kaum etwas anfangen, die Füchse befreiten sich immer wieder, aber das Spiel drehte sich. Erst machte Karrer einen Riesenfehler, spielte direkt vor dem eigenen Tor den Bad Nauheimer Kahle an, aber Mac Carruth konnte retten. Wenig später aber rutschte der rückwärts laufende Kania aus, stürzte und verlor den Puck an Andrej Bires, der allein auf Carruth zulaufend den Füchse-Torwart ausspielte – ein ausgesprochen unglückliches Gegentor (8.). Beim 2:1 wenig später machte Carruth keine gute Figur, nach einem Bullygewinn hatte Kokkila von der Blauen Linie abgezogen und traf in die lange Ecke (10.). Dann hatte auf der anderen Seite Füchse-Stürmer Robert Farmer eine Riesenchance vor dem Tor, aber Bick hielt. Und im direkten Gegenzug konterten sich die Gastgeber zum 3:1. Kokkila war am langen Pfosten völlig frei. Zu Beginn des Mitteldrittels hatte Hammond eine gute Chance, aber sein Querpass wurde noch abgefangen. Dann gab es die nächsten Strafen gegen die Füchse, die sie aber überstanden. Nach und nach erhöhten die Füchse den Druck, aber das Tor viel auf der anderen Seite, wieder ein unglückliches. Bires versuchte, einen springenden Querpass volley zu treffen, traf den Puck zwar nicht richtig, aber die Scheibe sprang vor Carruth unglücklich auf und ins Netz (36.). Die Füchse gaben sich nicht auf und drückten weiter. Als Keussen auf Hammond durchsteckte und der Richtung Tor weiter leitete, rutschte die Scheibe durch Mann und Maus hindurch in die lange Ecke (38.). Danach waren die Füchse dem Anschlusstreffer nahe, aber er wollte nicht fallen.

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Für das Schlussdrittel baute Füchse-Trainer Neilsson nochmals um, beorderte George zu Murphy und Hammond in die erste Reihe. Die Lausitzer versuchten alles, aber das 4:3 wollte lange nicht fallen. Pozivil am langen Pfosten (41.) und Murphy nach einer schönen Bewegung aus Nahdistanz (45.) hatten gute Chancen. Die Bad Nauheimer lauerten auf Konter und hatten eine Riesenchance durch Köhler, der aber an Mac Carruth scheiterte. Schließlich gelang den Füchsen doch der Anschlusstreffer, als Monteith mit seinem Schuss das Tor knapp verfehlte, sie Scheibe aber von der Bande zurück vor das Tor sprang und Andres dort am schnellsten reagierte (48.). Die Füchse rannten jetzt weiter an, auch auf eine Überzahlsituation hoffend. Die bekamen sie aber nicht. Als die Gastgeber zweieinhalb Minuten vor Schluss einen Konter fuhren und Pozivil für sein Nachsetzen eine Strafe bekam, war das praktisch die Entscheidung. Pozivil hatte wohl auch den Eindruck, dass die Messlatte für sein Team und das der Gastgeber unterschiedlich hoch lag, wollte kaum vom Eis und stieß dann einen Linienrichter leicht weg, wofür er eine Zehn-Minuten-Strafe draufbekam. Die Füchse versuchten, auch in Unterzahl anzugreifen. Das Risiko wurde nicht belohnt. Am Ende traf Gnyp mit einem Distanzschuss zum 5:3 und zur endgültigen Entscheidung.

Auf der Pressekonferenz sagte Füchse-Trainer Corey Neilsson nichts zur Strafenverteilung (6:0 Überzahlspiele für Bad Nauheim), aber man sah ihm an, dass es in ihm kochte. Punkte sind jetzt nötiger denn je. Am Freitag kommt der Tabellenzehnte Kaufbeuren nach Weißwasser, am Sonntag geht es zum Tabellenzweiten nach Heilbronn.

Statistik

EC Bad Nauheim – Lausitzer Füchse 5:3 (3:1, 1:1, 1:1)

Tore:
0:1 Darcy Murphy 0:11 (Assist: Hammond, Breitkreuz)
1:1 Andrej Bires 7:51 (ohne Assist)
2:1 Jesper Kokkila 9:28 (Sekesi)
3:1 Jesper Kokkila 17:01 (El-Sayed , Pauli)
4:1 Andrej Bires 35:29 (El-Sayed, Pauli)
4:2 Mike Hammond 37:23 (Keussen, Breitkreuz)
4:3 Tomas Andres 47:43 (Monteith, Boiarchinov)
5:3 Simon Gnyp 59:22 (Überzahl, Pauli, El-Sayed)

EC Bad Nauheim
Tor: Bick
Abwehr: Kokkila, Sekesi – Ketter, Gnyp – Slaton, Stiefen
Sturm: Gibbons, Ratmann, Köhler – Pauli, El-Sayed, Bires – M. Strodel, Palka, Cornett – Kahle

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Monteith, Kania – Pozivil, Granz – Mik, Keussen – Karrer
Sturm: Murphy, Breitkreuz, Hammond – Farmer, Andres, George – Schwamberger, Kuschel, Streu – Boiarchinov, Reichel, N. Strodel

Schiedsrichter: Nicole Hertrich, Marc-André Naust
Strafen: Bad Nauheim 2, Füchse 14 + 10 Pozivil
Zuschauer: 1.780