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Kritik am Pannenbau auf der A 4

Einem Gersdorfer geht der Hut hoch über den Pfusch im Straßenbau. Da könne mit der Qualitätskontrolle etwas nicht stimmen.

© Thorsten Eckert

Von Reiner Hanke

Straßenbau erregt immer wieder die Gemüter. Aber was gerade auf der Autobahn 4 zwischen Ottendorf und Pulsnitz los ist, das ist für so manchen Leser ein Skandal. Die Sanierung der 8,3 Baustellenkilometer verzögert sich immer weiter in den Oktober hinein. Siegward Anders aus Gersdorf machte jetzt seinem Unverständnis Luft über diesen ganzen Pfusch.

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Der Rentner weiß, wovon er spricht. Denn er war selbst zig Jahre im Straßenbau tätig. Ganz genau von 1958 bis 1993. Wenn er jetzt über die Autobahnbaustelle lese, dann gehe ihm der Hut hoch. Die Gütekontrolleure seien ja damals fast ständig die Begleiter der Bauleute gewesen. Wenn die Qualität stimmte, so habe sich das auch im Portemonnaie ausgezahlt. Immer wieder komme bei dem Bau Neues zutage. Es sei ein Frevel, dass nach der Grundschicht, die Mängel nicht festgestellt und weiter gebaut worden sei. Auch die Mischung des Materials müsse doch überprüft werden: „Es ist sagenhaft, was hier passiert. Das hätten wir uns damals nicht leisten können.“ Dass das Ganze den Steuerzahler kein Geld kosten wird, bezweifle er auch: „Am Ende geht es vor Gericht und niemand erfährt mehr, was da für Steuergeld fließt.“ Bei der Qualitätskontrolle sehe er vor allem auch das Landesamt für Straßenbau in der Pflicht.

Kaum ein Bau sei heutzutage pünktlich fertig und kaum einer ohne finanzielle Nachforderungen, schimpft der Gersdorfer. Schlimm sei vor allem, dass viele Menschen darunter leiden müssen, im Stau stehen und für Umleitungen auch noch höhere Benzinkosten zahlen müssen.

Hermann Schlegel aus Königsbrück bewegt eine andere Baustelle. Der Brückenneubau auf der Staatsstraße 100 über die „Binde“ bei Königsbrück. Auf dem Bauschild werde das Bauende für Oktober avisiert. Jetzt fragt sich der Leser, ob das noch zu halten ist und warum es zu Verzögerungen gekommen sei. Es müsse ja noch der ganze Beton eingebracht werden. Der brauche seine Zeit zum abbinden. Dann müssen die Straßenanschlüsse gebaut werden, stellt der Königsbrücker fest. Auch er denkt an die vielen Berufstätigen, die unter den Einschränkungen am Ende noch länger leiden müssen. Er könne sich jedenfalls nicht vorstellen, dass alles bis Ende Oktober erledigt sein soll.

Dieser Termin sei tatsächlich nicht mehr zu halten, schätzt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau ein. Erst zu Wochenbeginn habe das Bauunternehmen über die Schwierigkeiten informiert: „Nunmehr wurde der Abschluss der Arbeiten bis Ende November in Aussicht gestellt. Isabel Siebert: „Die Ursachen liegen vor allem beim Baubetrieb selbst, der nicht mit ausreichend Personal vor Ort engagiert ist.“ Die Behörde werde ihren Druck verstärken, lautet das Versprechen aus Dresden