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Kritik an Bans Reise nach Teheran

Die USA und Israel wollen den Iran isolieren. Aberder Uno-Generalsekretär sieht eine Chance.

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New York/Jerusalem. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon will trotz des Widerstands der USA und Israels zu Gesprächen mit der iranischen Führung nach Teheran reisen. Sein Sprecher Martin Nesirky kündigte an, dass Ban ein Treffen der blockfreien Staaten nutzen wolle, um mit dem religiösen Führer, Ajatollah Chamenei, sowie Staatschef Ahmadinedschad zu sprechen.

Damit haben die Bemühungen Israels und der USA, den Iran international zu isolieren, einen Rückschlag erlitten. Nachdem sie die Reise nicht verhindern konnten, forderten die Regierungen beider Länder Ban auf, in Teheran Tacheles zu reden. „Er hat eine Gelegenheit, den iranischen Führern direkt zu sagen, was die Sorgen der internationalen Gemeinschaft sind“, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums in Washington.

Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des Außenministeriums in Jerusalem: „Zweifellos wird das iranische Regime die Konferenz dazu missbrauchen, von seinen Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung, dem illegalen Streben nach Atomwaffen sowie von Terrorismus und der Unterstützung für Assad abzulenken.“ Dies seien sehr gute Gründe, nicht nach Teheran zu reisen. Dagegen verteidigte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) Bans Reisepläne.

Bans Sprecher kündigte an, der Uno-Chef werde alle Themen ansprechen, die der internationalen Gemeinschaft unter den Nägeln brennen, darunter Teherans Drohungen gegen Israel, die Sorge um das Nuklearprogramm der Iraner, Terrorismus und die Menschenrechte. Auch die Krise in Syrien, einem Verbündeten des Iran, werde Thema sein.

„Ein schrecklicher Fehler“

Das Treffen der blockfreien Staaten beginnt am Mittwoch kommender Woche. Als die Reisepläne Bans bekannt geworden waren, hatte Israels Regierungschef Netanjahu in einem Telefonat mit dem Uno-Generalsekretär von einem „schrecklichen Fehler“ gesprochen. Ban dürfe nicht ein Regime aufwerten, das der Welt mit Terror und Israel mit Vernichtung drohe.

Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel einer zivilen Forschung Atomwaffen zu entwickeln. Der Iran bestreitet das. Israel betrachtet das iranische Atomprogramm als die derzeit größte Bedrohung seiner Existenz. Israel hat dem Iran indirekt mit einem Militärschlag gedroht.

Beunruhigt ist die Regierung in Jerusalem auch über die Teilnahme des neuen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi an der Teheran-Konferenz. Es ist der erste Besuch eines ägyptischen Präsidenten im Iran seit 33 Jahren. Kairo und Teheran unterhalten keine diplomatischen Beziehungen, seit Ägypten im Jahre 1979 Frieden mit Israel schloss. (dpa)