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Kritik an geplantem Parkplatz

Viele Freitaler lehnen das Vorhaben an der Burgker Straße ab – wie eine Umfrage der Sächsischen Zeitung zeigt.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Das Auto bequem an der Burgker Straße abstellen und das kleine Stück zu Fuß zum Schloss Burgk laufen – so stellt sich die Stadt die künftige Parksituation rund um die Sehenswürdigkeit vor. Doch das Projekt, mit dem das Rathaus die Schlossanlage für Besucher attraktiver machen will, ist umstritten. Wie nun eine Online-Umfrage der Sächsischen Zeitung ergeben hat, sind rund 36 Prozent für und 64 Prozent gegen den Bau des Großparkplatzes.

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Weil die Befragung nicht repräsentativ ist und sich nur 108 Nutzer an ihr beteiligt haben, sind die Zahlen zwar mit Vorsicht zu betrachten. Fakt ist aber: Will die Stadtverwaltung den Parkplatz bauen, muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Vorgesehen sind rund 100 Stellflächen für Autos und weitere sechs für Busse. 810 000 Euro will die Stadt dafür ausgeben. 650 000 Euro sollen über Fördermittel finanziert werden. Weil das Gelände bislang nicht für einen Parkplatz vorgesehen war, arbeitet die Stadtverwaltung derzeit an einem Bebauungsplan für das Gelände. Dafür hat der Stadtrat Anfang März mehrheitlich sein Okay gegeben. Anschließend kann die Stadt die Fördermittel beantragen. 2019 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Bei der Online-Umfrage, die über die Osterfeiertage auf sz-online.de zu finden war, konnten die Nutzer auch sagen, warum sie für oder gegen den Parkplatz sind. Die Antworten geben einen Einblick in das Stimmungsbild.

Die Gegner des Parkplatzes verweisen auf die Grünfläche, die wegfallen würde und die Alternativen. „Es wurden in den letzten Jahren schon zu viele Grünflächen entlang der Burgker Straße bebaut und mit dem Parkplatz würde nun noch die letzte wegfallen“, schreibt ein Nutzer. „In der Umgebung sind genug Parkplätze vorhanden, zumal die Gegend nicht sehr dicht besiedelt ist“, schreibt ein anderer.

Ein weiterer Nutzer ist der Meinung, dass zwei Großveranstaltungen – der Schlossadvent und das Osterspectaculum – solch einen Eingriff nicht rechtfertigen würden. Ein anderer Nutzer schreibt: „Freital ist sowieso schon die Stadt der Parkplätze. Städtebaulich und verkehrsplanerisch Unsinn. Genauso wie das geplante Parkdeck am Potschappler Bahnhof, mitten in der Stadt, zieht Verkehr ins Wohngebiet.“

Es gibt aber auch andere Meinungen. „Der momentane Aufstand zum geplanten Parkplatz ist für mich unverständlich. Wir Freitaler sollten doch froh sein, dass sich Schloss Burgk so etabliert hat. Und wer nicht Anlieger ist, sondern aus dem Freitaler Umland kommt, ist dankbar über Stellplätze“, schreibt ein Nutzer. „Und wer sagt, die Wiese bleibt künftig bestehen? Diese war doch schon länger zum Verkauf ausgeschrieben – als Bauland, durchaus möglich, dass an dieser Stelle auch ein Mehrfamilienhaus gebaut worden wäre.“

Ein anderer Befürworter des Parkplatzes schreibt: „Ich bin der Meinung, dass es in Freital zu wenig öffentliche Parkplätze gibt. Außerdem denke ich nicht nur an das Parken, sondern an Veranstaltungen, kleine Feste, Stände oder Ähnliches, was auf einem befestigten Platz stattfinden könnte. Ein anderer Nutzer verweist auf die vielen Grünflächen in Burgk. „Es gibt da oben noch mehrere Grünflächen unterhalb des Windbergs und der Otto-Dix-Straße. [...] Also warum nicht das Ganze begradigen und als Parkplatz nutzen.“