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Kritik an Ordensverleihung für Putin bei SemperOpernball

Dresden/Göttingen - Gegen die geplante Ordensverleihung an den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin beim Dresdner SemperOpernball mehrt sich Kritik. „Er hat keine Auszeichnung verdient“, kritisierte die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) in einer Mitteilung vom Freitag.

Dresden/Göttingen - Gegen die geplante Ordensverleihung an den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin beim Dresdner SemperOpernball mehrt sich Kritik. „Er hat keine Auszeichnung verdient“, kritisierte die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) in einer Mitteilung vom Freitag. Sie machte Putin darin für Kriegsverbrechen der russischen Armee in Tschetschenien verantwortlich. Er habe in dem Land seit 1999 den Tod von rund 80 000 Kindern, Frauen und Männern zu verantworten. Putin soll am Abend für seine Bemühungen um den deutsch-russischen Kulturaustausch mit dem Dankorden „Adverso Flumine“ des Dresdner SemperOpernball-Vereins geehrt werden, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) die Laudatio halten.

Wachsende Gewalt

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Russland habe zudem die Initiativen des UN-Sicherheitsrates zur Beendigung des Konfliktes im sudanesischen Darfur blockiert, so die Gesellschaft. Er sehe den wachsenden rassistischen Gewalttaten, Morden und der Verletzung von Menschenrechten in Zentralasien tatenlos zu und wolle die Ukraine destabilisieren.Der frühere DDR-Bürgerrechtler und Bündnis-Grüne Werner Schulz zeigte sich in der „Leipziger Volkszeitung“ (Freitag) „entsetzt“. „Da wird, in purem Gold, der Diamantschliff für den von Gerhard Schröder so gelobten lupenreinen Demokraten überreicht.“ Dabei habe Putin als Moskauer Ex-KGB-Offizier 1989 in Dresden dem Neuen Forum zu verstehen gegeben, es werde geschossen, wenn sich die Demonstranten der friedlichen Revolution der KGB-Zentrale zu sehr näherten. Der Orden zeige den Heiligen Georg und seinen Kampf für das Gute. „Das Gute an Putin sucht man aber selbst mit der Lupe vergeblich.“

Putin könnte daran erinnert werden, dass er seine Posten als Ministerpräsident und Präsident nur den demokratischen Bewegungen von 1989/90 verdanke, so der frühere sächsische Innenminister Heinz Eggert (CDU) in einer Mitteilung. Ohne diese Umwälzungen wäre er ein „immer noch namenloser Offizier beim KGB, der noch nicht einmal das Geld hätte, einen Opernball zu besuchen.“ Im Vorfeld des Balles hatte unter anderem die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Antje Hermenau, die Ehrung für Putin kritisiert. Dem Ruf Dresdens und des Balls mit der Ordensverleihung kein Gefallen getan. (dpa)