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Krokodil Max dient nun der Wissenschaft

© Christian Juppe

Zootierarzt Dimitri Widmer hat die Sektion des toten Tiers in Berlin begleitet und Max danach wieder nach Dresden gebracht.

Von Juliane Richter

Die Gewissheit kam schnell: Die Dresdner Tierärzte hätten vermutlich nichts tun können, um Leistenkrokodil Max vor dem Tod zu bewahren. Das hat laut Zootierarzt Dimitri Widmer die pathologische Untersuchung ergeben, die noch am Montag in Berlin durchgeführt worden ist. Zur genauen Todesursache will sich Widmer nicht äußern, bevor noch nicht alle Untersuchungsergebnisse vorliegen.

Besucherliebling des Zoos: Krokodil Max

Im September 2002 drängeln sich die Zoobesucher vor dem neuen Gehege von Leistenkrokodil Max: 90 Quadratmeter Wohnfläche, davon 66 Quadratmeter beheizter Pool und 24 Quadratmeter Sonnenbank.
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Nachdem Max am Montagmorgen tot in seinem Gehege gefunden worden war, hatten ihn Widmer und sein Pfleger Michael Hoffmann mit einem Transporter ins Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Mehrere Männer waren im Zoo nötig, um ihn mit Seilen in den Transporter zu ziehen. Am renommierten Berliner Institut, das häufiger Untersuchungen an derart großen Tieren durchführt, war der fast fünf Meter lange Max mit einem Kran auf die Erde befördert worden. Die angeschlossene Waage hat dabei gezeigt, dass er nur noch rund 370 Kilogramm und damit etwa 60 weniger als vor fünf Jahren gewogen hat. Die Krankheit der letzten Wochen habe ihm laut Widmer doch zugesetzt.

Bei der Untersuchung wurde Max auf den Rücken gelegt, ein Schnitt vom After bis zum Brustbein gemacht und dann alle inneren Organe begutachtet. Von den einzelnen Organen, wie Herz, Leber und Niere, wurden Proben genommen, die nun sowohl mikroskopisch, als auch bakteriologisch untersucht werden.

„Auch wenn die Untersuchung gezeigt hat, dass wir für Max nichts mehr tun konnten, tut es uns trotzdem leid. Auch weil wir ihn noch wochenlang behandelt haben. Aber am lebenden Tier war seine Erkrankung nicht zu diagnostizieren“, sagt Widmer. Max, der durch seine Körperlänge eine Seltenheit in Europa war, soll nun der Wissenschaft dienen. Noch am Montag haben die Zoomitarbeiter ihn aus Berlin wieder mitgebracht und den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen übergeben. Dort soll ein Skelettpräparat hergestellt werden, das Wissenschaftlern für die Forschung dient – etwa dem Vergleich mit anderen Krokodilfunden. „Für die Zooschule werden wir zu Unterrichtszwecken vermutlich noch einen 3D-Druck oder eine Plastik von Max’ Schädel bekommen“, so Widmer. Die Haut sei durch die Hitze jedoch zu stark angegriffen worden.