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Militär-Empfang für Castro in Paris

Nach dem Ende der Eiszeit mit den USA wandelt sich Kubas Position auf der internationalen Bühne. Frankreich pflegt zwar schon länger Beziehungen zu der Karibikinsel - will diese nun stärken.

© dpa

Paris. Mit militärischen Ehren ist Kubas Präsident Raúl Castro zu einem Staatsbesuch in Frankreich empfangen worden. Umweltministerin Ségolène Royal begrüßte den 84-Jährigen am Montagvormittag am Pariser Triumphbogen. Die Prachtstraße Champs-Élysées war zu diesem Anlass mit den Fahnen Kubas und Frankreichs geschmückt worden.

Castros Reise unterstreicht die langsame Öffnung des kommunistischen Inselstaats und seine sich wandelnde Position auf der internationalen Bühne nach dem Ende der Eiszeit mit den USA. Die Visite wurde in Frankreich im Vorfeld als historisch bezeichnet - zuletzt war Raúl Castros Bruder und Vorgänger Fidel Castro 1995 auf offizieller Reise in Paris, er kam damals aber nicht in die Ehre eines Staatsbesuchs.

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Frankreichs Präsident François Hollande erwartete Castro am späten Nachmittag im Élyséepalast. Nach einem Gespräch der Staatschefs sollten Vereinbarungen unterzeichnet werden. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen ist eine Übereinkunft zu ausstehenden Schulden Havannas gegenüber Paris zu erwarten: Frankreich will zustimmen, einen Teil des Geldes in Wirtschaftsprojekte auf der Insel zu stecken. Für den Abend war zudem ein Staatsbankett angesetzt.

Frankreich ist zum wichtigsten europäischen Ansprechpartner der Regierung in Havanna avanciert und will die Wirtschaftsbeziehungen mit Kuba ausbauen. Zudem setzt Paris sich für ein Ende des US-Embargos gegen die Insel und eine Annäherung mit der EU ein - seit April 2014 führen beide Seiten Gespräche über ein Abkommen über politischen Dialog und Zusammenarbeit.

Hollande hatte im Mai 2015 Kuba besucht, als erster westlicher Staatschef seit der US-Annäherung Ende 2014.

Kuba fährt seit einigen Jahren einen vorsichtigen markwirtschaftlichen Öffnungskurs. Die Regierung versucht verstärkt Auslandsinvestoren ins Land zu holen, um die marode Wirtschaft anzukurbeln. Reformen an dem Einparteiensystem unter Herrschaft der Kommunistischen Partei sind aber weiterhin ausgeschlossen. (dpa)