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Küchenrevolution im Sterne-Hotel

Mit neuem Personal in der Küche und im Gastro-Bereich soll Essen im „Goldenen Löwen“ schon bald attraktiver werden.

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© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Meißen. Einen konsequenten Neuanfang wolle man verwirklichen, das damit verbundene Wagnis bewusst eingehen. So spricht der Direktor des Vier-Sterne-Hotels Goldener Löwe am Heinrichsplatz über die jüngsten Entscheidungen in seinem Haus. Diese betreffen allerdings nicht die Unterbringungsmöglichkeiten, sondern den Gastro-Bereich des Hotels.

„Wir mussten uns neu ausrichten. Deshalb haben wir ein neues Team zusammengestellt“, sagt Hotelchef Hannes Horsch. Der Umbruch könnte größer nicht sein. Neben einem neuen Küchenchef und dessen Vertretung wird es zukünftig auch einen neuen Koch geben. Außerdem setzt Horsch verstärkt auf die Ausbildung: Drei Azubis sowie zwei Praktikanten werden im Hotel aus- oder weitergebildet. Und warum das Ganze? „Wir wollten uns ganz einfach breiter aufstellen, die Bedürfnisse unserer Gäste ganzheitlich erfüllen“, beschreibt Horsch das Ziel der Veränderung.

In Zukunft sollen sowohl Geschäftsmänner als auch Touristen und Meißner das richtige Menü vorfinden. Damit trage man auf der einen Seite der Entwicklung Rechnung, dass viele Gäste wie Radfahrer oder Tagestouristen schnell bedient werden möchten, auch mal kalt essen wollten. Auf der anderen Seite wolle man Gerichte für Genießer weiter anbieten, diese aber noch kreativer gestalten. „Kurz gesagt wollen wir mit viel Liebe zum Detail ein breiteres Spektrum an Gerichten anbieten“, sagt Hannes Horsch.

Ein Rolle habe auch die wirtschaftliche Seite gespielt. So deutet der Hotelier an, dass die Gerichte in der Vergangenheit oft zu groß gewesen sind, viele Gäste auf Vor- oder Nachspeisen verzichteten. Was die Herkunft der Zutaten betreffe, wolle man demnächst genau hinschauen: „Saisonal, frisch, sächsisch sollen diese sein“, bringt der Direktor den neuen Ansatz auf den Punkt. Dazu werde man mit Fleischern, Bäckern oder Fischproduzenten aus der Region enger als bisher zusammenarbeiten.

Umsetzen wird die Strategie Küchenchef Michael Zimmer. Der 40-Jährige war zuletzt in einem Restaurant in Dresden beschäftigt. Der neue Chefkoch heißt Phillip Rohtert und kommt aus Radebeul. „Phillip war zuletzt in einer Systemgastronomie und wollte wieder ins À la carte-Geschäft zurück“, erklärt Horsch, der bei der Auswahl des neuen Kochs ganz genau hingeschaut habe. „Er versteht sein Handwerk exzellent, ist kreativ und kann vielfältige Wünsche der Gäste – etwa diätische Speisen oder – auf den Teller zaubern.“

Auch bei den Lernenden im Hotel will der ehemals lange im Ausland tätige Direktor neue Wege gehen. „Wir bilden zum Beispiel einen aus Libyen geflüchteten jungen Mann bei uns aus, der sich bisher super macht“, freut sich Horsch. Der Anfrage einer Mitarbeiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, die die Lehre vermittelt habe, habe man sofort positiv gegenübergestanden. Der 25-Jährige habe bereits gut verinnerlicht, welche Standards in einem Hotel wie dem Goldenen Löwen gesetzt würden. „Im Gegenzug akzeptieren wir natürlich, wenn er als Muslim beten möchte oder kein Schweinefleisch isst“, so Horsch. Ob er den engagierten Libyer eines Tages auch beschäftigen wird, müsse noch geklärt werden. Jetzt ist Horsch erst einmal auf das Urteil von Stammgästen und Touristen gespannt, wie der neu eingeschlagene Weg ankommen wird.

Zum Weinfest (23. bis 25. September) betreiben Direktor und Assistentin eine Terrasse und einen Stand auf der Terrasse zur Elbstraße hin. Zu kaufen gibt es Wein, Gegrilltes, Federweißer, Zwiebelkuchen und Winzer-Semmeln