Teilen: merken

Künstler bleiben an der Lößnitzstraße

Seit Jahren will die Drewag ihr ehemaliges Gelände verkaufen. Nun sind endlich die ersten Entscheidungen gefallen.

Von Sarah Grundmann

Eigentlich wollte die Drewag das Areal zwischen Lößnitz- und Friedensstraße schon vor drei Jahren verkaufen, bis 2007 war dort ein Fuhrpark des Energieversorgers untergebracht. Doch wegen verschiedener Gutachten passierte lange nichts. Jetzt rückt der Verkauf einzelner Grundstücke näher – dann wird das etwa 3,6 Hektar große Areal zum Standort für Kreative, Sportler und Schüler.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Schneller, weiter, höher – verspannter?

Hektik und Stress, das fordert seinen Tribut. Schmerzen im Nacken und Rücken, Überforderung, Unruhe und Anspannungen sind die Folge. 

Für die Kreativen: Künstler wollen auf dem Gelände bleiben

Für die Künstler, die sich seit 2007 auf dem Gelände angesiedelt haben, ist es nun endlich geschafft – kürzlich bekamen die Mieter des ehemaligen Kfz-Gebäudes im Norden des Geländes, das Bürogebäude an der Friedensstraße und der Villa Bescheid, ob sie bleiben dürfen. Ab Juli könnten dann die Verträge unterschrieben werden.

„Wir haben den Zuschlag bekommen“, freut sich Henry Liepack, Geschäftsführer des Krokodilhauses. Er war 2007 der Erste, der sich auf dem gerade stillgelegten Gelände niedergelassen hat. Vorher war sein Geschäft für Print und Werbung in der Louisenstraße untergebracht. Mit den Verhandlungen war Liepack sehr zufrieden. Jetzt hofft er, dass zunächst alles in etwa beim Alten bleibt. „Natürlich müssen wir gewisse Instandhaltungsarbeiten machen“, sagt er. Aufwendig sanieren wolle er aber nicht. Auch Marco Wildner kann sich freuen. Seit 2009 betreibt er im Haus sieben, dem ehemaligen Kfz-Gebäude die Nikkifaktur – dort werden Textilien hergestellt. Auch Wildner und seine rund 40 Mitmieter dürfen in dem Gebäude bleiben. „Die Drewag hat mir grünes Licht gegeben, mich um die Finanzierung zu kümmern“, sagt er. Im Gegensatz zu Liepack will der Künstler das Haus durchaus sanieren – allerdings Stück für Stück. „Das Wichtigste ist, auf lange Sicht eine stabile Mieterschaft von Künstlern zu haben – so wie es auch jetzt ist“, sagt Wildner. „Natürlich wird der ein oder andere abspringen, weil die Miete höher wird.“ Dann müsse passend nachbesetzt werden. Nils Emmrich, Geschäftsführer von der Photokiste, hatte weniger Glück. Sein Konzept ist abgelehnt worden, jemand anderes wurde von der Jury ausgewählt. Mehr weiß Emmrich aber noch nicht. Er hofft jetzt nur, dass er in der denkmalgeschützten Villa bleiben darf. Seit sechs Jahren betreibt der Geschäftsführer die Photokisten in der Neustadt und vermietet auch welche an Feiernde. Vier Jahre sitzt sein Geschäft jetzt auf dem Gelände an der Lößnitzstraße.

Für die Sportlichen: Auf dem Areal soll auch eine Kletterhalle entstehen

Alexander Adler vom XXL-Kletterzentrum in Dobritz hat sein Grundstück bereits verkauft, er will eine Boulderhalle bauen. Im Sommer kommenden Jahres soll die Halle im westlichen Teil des Areals stehen. Die Planungen sind bereits abgeschlossen, im Januar könnten dann die Bagger anrollen. „Bouldern ist besonders für junge Leute interessant, deshalb passt die Halle perfekt in den Stadtteil“, so Adler. Bei dem Sport handelt es sich um Klettern ohne Gurt und Seil. Er könnte sich auch vorstellen, Bouldern als Schulsport anzubieten. Dazu könnte mit der Grundschule auf dem Gelände ein Pilotprojekt entstehen.

Für die Kleinen:Geplante Schule muss wegen Lärmschutzes verlegt werden

Denn auf dem Gelände ist auch eine zweizügige Grundschule geplant. Vor allem sie hat einiges durcheinandergebracht. Denn eigentlich sollte der Neubau im nordwestlichen Teil des Areals entstehen. Doch das Lärmgutachten machte der Drewag einen Strich durch die Rechnung. „Es hat ergeben, dass der ursprünglich geplante Standort nicht geeignet ist“, sagt Weis. Dort soll nun eine Turnhalle für die Kleinen gebaut werden. „Die Grundschule soll in Richtung des Spielplatzes verschoben werden.“ Geplant wird das Unterrichtsgebäude von der Stesad. Momentan verhandelt die Drewag bereits über den Verkauf des Grundstücks – das soll der nächste Schritt sein. Mit den Wohnungen, die ebenfalls auf dem Gelände geplant sind, geht es hingegen nicht voran. „Dazu liegen uns derzeit keine näheren Erkenntnisse vor“, sagt Weis. In zwei Gebäuden sollen neben Gewerbe auch Wohnungen untergebracht werden.