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Künstlerin landet in Promnitz

Natascha Walschburger aus Karlsruhe ist 39-mal umgezogen – und hat nun ein Atelier in Elbnähe.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Dörthe Gromes

Promnitz. Weiße Kacheln an den Wänden künden von der Vergangenheit des nur etwa zehn Quadratmeter großen Raums. „Hier war früher mal eine Wäscherei, bei den letzten Hochwassern stand sie unter Wasser“, sagt Natascha Walschburger. Jetzt fungiert der ebenerdige Raum in einem der Häuschen unmittelbar neben dem Promnitzer Schloss als ihr Atelier. In einer Ecke stehen ordentlich aufgereiht Malutensilien, an den Wänden hängen dicht an dicht die meist farbenfrohen Bilder der Künstlerin. Auf fast allen sind Tiere abgebildet, seien es Pferde, Fische oder Hunde. Aber auch Menschen und Blumen findet man in fantastisch anmutenden Konstellationen.

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Walschburger bezeichnet ihren Stil als surrealistisch: „Ich male meine Träume. Die Malerei bedeutet Befreiung und Zuflucht für mich.“ Landschaften oder Gebäude als Sujets hingegen liegen ihr überhaupt nicht: „Da fehlt mir einfach der innere Bezug zu.“ – Besonders stolz ist sie auf ein Selbstporträt, das im Februar auf einer großen Ausstellung von Künstlern aus aller Welt in Venedig gezeigt worden ist. Beim Arte-Laguna-Wettbewerb belegte sie damit in der Kategorie „Malerei“ den 50. Platz von mehreren Tausend Einreichungen. „Leider war ich nicht selbst in Venedig, habe mich aber sehr über die Anerkennung für mein Bild gefreut“, so die Malerin. Auf ihren Bildern firmiert sie mit dem Künstlernamen N. Habibi: „Den Namen habe ich zu Ehren meines Vaters gewählt. Er war Armenier und ist leider früh verstorben“, erzählt Natascha Walschburger.

Durch eine Erkrankung ist die 45-Jährige früh verrentet und widmet sich seitdem vor allem der Kunst und ihren Tieren. „Ich liebe Tiere über alles“, gibt sie zu Protokoll. Ihre zwei Hunde – Happy, ein chinesischer Nackthund und Betty, eine Shih-Tzu-Dame – leisten ihr an diesem Vormittag im Atelier Gesellschaft. Außerdem besitzt sie zwei Frettchen und ein Pferd.

Mit dem Malen von Tierporträts begann Natascha Walschburger bereits als Kind. Ihre Malfertigkeiten hat sie seitdem autodidaktisch weiterentwickelt. Angefangen hat sie mit Acrylmalerei, am liebsten bringt sie mittlerweile Ölfarben auf die Leinwand. „Das ist langwierig und aufwendig, weil die Farben lange trocknen müssen“, beschreibt sie den Malprozess. Zum Malen selbst zieht sich die Künstlerin am liebsten zurück. „Es braucht Ruhe und Zeit dazu. Meine Arbeit unterbreche ich nur ungern“, sagt sie. Wenn das Wetter es zulässt, malt sie auch viel in ihrem Kleingarten in Röderau oder an anderen Plätzen in der Natur.

Weil ihr Atelier nur durch ein schmales Fenster erhellt wird, hat sie häufig die Tür geöffnet, sodass mehr Licht hineinkommt. Dadurch kommt sie oft mit Passanten ins Gespräch. „Jeder sagt etwas anderes zu meinen Bildern“, ist ihre Erfahrung. So kam auch die Idee, ihr Atelier regelmäßig für den Publikumsverkehr zu öffnen, allerdings nur am Sonntagnachmittag.

Dass sie einmal in Promnitz landen würde, hätte Natascha Walschburger nie gedacht. Ursprünglich stammt sie aus Karlsruhe, ist aber bereits 39-mal in ihrem Leben umgezogen und hat unter anderem in der Schweiz gelebt. An die Elbe hat es sie vor zwei Jahren der Liebe wegen verschlagen, ihr Lebensgefährte stammt aus dem kleinen Ort gegenüber von Riesa. „Ich fühle mich mittlerweile heimisch hier“, sagt sie. Besonders die Nähe zur Natur hat es ihr angetan. „Hoffentlich wird es keinen 40. Umzug geben“, meint sie fröhlich.

Galerie am Elbdamm 3 b, Promnitz, geöffnet sonntags von 14 bis 18 Uhr