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Auf den Spuren der Beatles

Die Toten Hosen wildern auf ihrem neuen Album durch die 1960er-Jahre.

Die Toten Hosen haben sich für den Ausflug in die 60er-Jahre in Schale geworfen. Das Album „Learning English Lesson 3“ erscheint am Freitag.
Die Toten Hosen haben sich für den Ausflug in die 60er-Jahre in Schale geworfen. Das Album „Learning English Lesson 3“ erscheint am Freitag. © Warner Music/dpa

Von Frank Christiansen

Wenn es bei den Toten Hosen hieß „Learning English“, dann ging es bislang in die musikalische Vergangenheit des Punk. Inzwischen sind die Hosen mit ihrem dritten Cover-Album dieser Reihe beim Mersey Beat der 1960er-Jahre angelangt. Die Beatles, die Searchers, Gerry & the Pacemakers: Als der Mersey Beat von Liverpool aus seinen weltweiten Siegeszug antrat, waren die Musiker der Toten Hosen noch im Windelalter oder gar nicht geboren. Dass die Stadt am Fluss Mersey und besonders ihr Fußballclub es Frontmann Campino besonders angetan haben, kann man seinem Bestseller-Debüt als Buchautor entnehmen.

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Nun bringen die Toten Hosen den Soundtrack zu Campinos Buch „Hope Street“ heraus: Fünfzehn Hymnen des Mersey Beat von „Hippy hippy Shake“ über „Needles and Pins“ bis „Shake, Rattle and Roll“ und natürlich „Ferry Cross the Mersey“ werden neu interpretiert von den Düsseldorfer Punkrockern. „Learning English Lesson 3: MERSEY BEAT! The Sound of Liverpool“ erscheint am Freitag.

Anfang der 1960er-Jahre standen mehr als 300 Bands in Liverpool für den rauen Mersey Beat, bald allen voran die Beatles. Liverpool lief damals der Hauptstadt London als Musik-Metropole den Rang ab. Entsprechend galt für das neue Hosen-Album ein striktes Kriterium: Jeder der fünfzehn Songs muss von einer Liverpooler Band Anfang der 1960er Jahre gespielt worden sein.

Oft stammen die Stücke im Original aus den USA, bevor sie in Mersey-Beat-Versionen verwandelt und als „britische Invasion“ dorthin reimportiert wurden. „Slow Down“, von den Beatles gecovert, ist im Original ein Rock-‘n‘-Roll-Song von 1957. Die Punkgruppe The Jam coverten ihn 1977 erneut und nun die Toten Hosen in diesem Jahr.

Die Hosen erinnern mit dem Album auch an längst vergessene Bands wie die Dennisons. Die schlugen leichtfertig ein Angebot von John Lennon und Paul McCartney aus, ihnen das Stück „All my Loving“ zu überlassen. 1967 löste sich die Gruppe mangels Erfolg auf. „Bad to me“, neu intoniert von „Rostkehlchen“ Campino, landete damals in der Version von Billy J Kramer auf Platz eins der englischen Charts. Geschrieben wurde er von John Lennon und Paul McCartney.

Tragische Anekdoten gesammelt

Die Toten Hosen haben zahlreiche tragische Anekdoten der Mersey-Beat-Szene zusammengetragen: Etwa die von Rory Storm and the Hurricanes, bei denen drei Jahre lang ein gewisser Ringo Starr trommelte. Während der bei den Beatles Weltruhm erlangte, starb Rory Storm 1972 an einer Überdosis Tabletten und Alkohol.

Das Album, erklären die Toten Hosen, sei „eine Liebeserklärung an eine Stadt und an einen Sound, der für einen kurzen historischen Moment die wichtigste Musik der Welt war“. Entsprechend haben sich die Düsseldorfer für die Schwarzweiß-Videos zum Album in Schale – sprich: schwarze Anzüge – geworfen und sich einen schmalen schwarzen Schlips umgebunden.

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„Learning English Lesson 3: MERSEY BEAT! The Sound of Liverpool“; Warner Music

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