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Bei Tom Pauls gibt es „keine Millionen“

Die Pirnaer Kleinkunstbühne spielt wieder. Sie startet mit einer charmanten Revue über das Leben der Marika Rökk.

Antje Kahn als Immer-gute-Laune-Diva Marika Rökk
Antje Kahn als Immer-gute-Laune-Diva Marika Rökk © Michael Wagner

Neustart mit einer neuen Facette: Das Pirnaer Tom-Pauls-Theater spielt wieder und feiert dies mit der ambitionierten Premiere einer Marika-Rökk-Revue. Obwohl das Podium eigentlich für eine Revue mit Showtreppe und Tanz viel zu klein ist, zumal auch noch die Tanzkapelle Julischka zu platzieren war.

Doch Autorin und Regisseurin Amal Mitzscherling umgab sich für ihr Debüt „Ich brauche keine Millionen“ mit findigen Künstlern und wusste um die Stärken der erfahrenen Sängerdarstellerin Antje Kahn. Die ist so sportlich, dass sie singend wie die Rökk auf engstem Raum noch tanzen und gar steppen kann.

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"Sing mit mir", wie Marika Rökk.
"Sing mit mir", wie Marika Rökk. © Michael Wagner


Das Stück erzählt von einer Operettensoubrette, deren Marika-Rökk-Abend einfach abgesetzt wird. Sie kämpft und liefert eine letzte Vorstellung ab, die so schnell keiner vergessen wird. Pointiert wird das Bild jener Frau skizziert, die 1913 in Kairo geboren wurde, in Budapest, Paris und New York aufgewachsen war und im Dritten Reich zum sich unpolitisch gebenden Ufa-Star avancierte. Nach dem Krieg – und kurzem Berufsverbot – begeisterte sie bis ins hohe Alter als Energiebündel der guten Laune das deutsche Publikum weiterhin.

Der Abend hat nicht die Stringenz und Überzeugungskraft wie das vergleichbare Solo „The Kraut – ein Marlene-Dietrich-Abend“, den Antja Kahn im September an ihrem Stammhaus Landesbühnen herausgebracht hatte. Aber die Pirnaer Revue begeistert mit den unzähligen Hits der Rökk. Das Publikum jüngst zur ausverkauften Premiere jedenfalls summte und wippte mit bei Evergreens wie „Sing mit mir“, „Warum, weshalb, wieso“, „In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein“ und „Die Juliska aus Budapest“.

Fazit: Gut zwei Stunden charmante, gute Unterhaltung, durchaus mit Tiefgang. Und für den Heimweg mindestens einen dieser Evergreens im Ohr: „Ich brauche keine Millionen“...

  • Wieder ab September; Kartentel. 3501 7793122 oder SZ-Tickettelefon 0351 48642002

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