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Bill Murrays neue Komödie läuft jetzt im Kino

„On The Rocks“ ist ein federleicht-doppelbödiger Film mit viel Augenzwinkern und mit hohem Unterhaltungswert.

„Du musst anfangen, wie ein Mann zu denken,“ rät Felix (Bill Murray) seiner Tochter Laura (Rashida Jones). Sie weiß aber nicht recht zu deuten, was er damit meint.
„Du musst anfangen, wie ein Mann zu denken,“ rät Felix (Bill Murray) seiner Tochter Laura (Rashida Jones). Sie weiß aber nicht recht zu deuten, was er damit meint. © JoJo Whilden

Von Andreas Körner

Da hat der Vater für seine Tochter einen wirklich feinen Tipp parat: „Du musst anfangen, wie ein Mann zu denken.“ Laura (Rashida Jones) weiß nicht recht zu deuten, was Felix (Bill Murray) ihr da rät. Dennoch lässt sie sich darauf ein, den zarten Verdacht, ihr Mann Dean (Marlon Wayans) könne untreu sein, etwas aufzuheizen, spätestens als sie von ihm zum Geburtstag kein Geschmeide, sondern einen Thermomix bekommt. Und das, wo er doch soeben noch bei Cartier gesichtet wurde. Daddy Cool nimmt Witterung auf und hat plötzlich wieder Zugriff, man könnte auch sagen, er hat alles im Über-Griff.

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Es begann mit einem Rückgriff. Die Leinwand war dunkel noch, als Felix schon einmal Klartext sprach: „Schenk dein Herz nicht irgendwelchen Jungs. Du gehörst zu mir, bis du heiratest. Danach gehörst du immer noch zu mir.“ Was war das denn? Der Anfang eines handfesten Dramas oder derben Psychothrillers? Mitnichten.Ihr Film sollte einen hellen Ton bekommen, hatte Regisseurin Sofia Coppola im Vorfeld bekundet und genau daran hat sie sich gehalten. „On The Rocks“ ist eine federleichte Komödie mit vielen zwinkernden Augen, Doppelbödigkeit und wohl dosiertem Unterhaltungswert. Was natürlich in erster Linie an Bill Murray und Rashida Jones liegt, an ihrer Chemie, die Charme erzeugt.

Abnabelung sieht anders aus

Daddys kleines Mädchen ist erwachsen geworden, Buchautorin in New York, verheiratet mit einem umtriebigen Mann, hat zwei bildschöne Kinder. Eine kleine leise Traurigkeit zieht sich trotzdem durch ihr Leben, doch wer kennt solch ein zartes Flattern der Unsicherheit nicht. Dumm nur, dass Laura ihrem Vater davon erzählt und auch von den Überstunden ihres Gatten und diesem blöden Kulturbeutel der Kollegin, den sie in Deans Koffer fand. Tochter in Gefahr, Felix, übernimm!

Nun war und ist genau dieser Felix selbst der ewige Galan, ein Gourmet und Genießer, Kunsthändler und Dandy, der es nie so genau nahm mit Treue und Bekenntnis. „Frauen sind wie Blumen. Sie sind immer schön“, sagt er entwaffnend glaubhaft, „selbst als Trockenblumen“.

Anstatt ihren Vater in die Grenzen zu weisen und auf Autonomie zu pochen, lässt Laura ihn immer wieder in ihr Privates hinein. Abnabelung sieht anders aus und nach und nach wird klar, dass es diese Abnabelung in Wirklichkeit noch nicht gegeben hat und gar von Auflehnung nicht ein Hauch zu spüren ist. Vater und Tochter können also ungehindert auf gemeinsame Ermittlertour durch Restaurants gehen, im feuerroten Cabrio durchs Schicki und Micki von Big Apple düsen und in Mexiko anlanden, wo Bill Murray noch ein Lied zu singen hat.

Vor 17 Jahren hatte Sofia Coppola in „Lost In Translation“ Murray und Scarlett Johansson schlaflos durch Tokio geschickt. Dort ging es um eine wunderbare Freundschaft. Das Timbre von „On The Rocks“ ist ähnlich, nur familiärer, fluffig aufmontiert durch die Originalmusik von Phoenix und nette Songs dazwischen.

Der Film läuft jetzt im Programmkino Ost, Dresden.

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