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Cornelia Funke erhält Jugendliteraturpreis

Cornelia Funke hat über 70 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht. Am Freitag wurde sie für ihr Werk ausgezeichnet.

Cornelia Funke
Cornelia Funke © dpa

Berlin. Die Schriftstellerin Cornelia Funke hat den Sonderpreis "Gesamtwerk" des Deutschen Jugendliteraturpreises 2020 erhalten. Das gab Bundesministerin Franziska Giffey (SPD) am Freitag im Berliner Grips Theater bekannt. Weltweit begeistere die "Meisterin des Geschichtenerzählens" Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen und eroberte mit ihren "Tintenwelt"-Romanen und der "Reckless"-Serie Bestsellerlisten, hieß es. Die Auszeichnung ist mit 12.000 Euro dotiert. Bei der live gestreamten Veranstaltung wurden zudem sechs neue Kinder- und Jugendbücher ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren fand die Preisverleihung im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt.

Cornelia Funke hat über 70 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht. Sie wurden nach Angaben des Arbeitskreises für Jugendliteratur in 50 Sprachen übersetzt und erreichten eine Weltauflage von 31 Millionen Exemplaren. Funke habe mit ihren Büchern "ein umfangreiches und vor allem vielfältiges Gesamtwerk geschaffen, das eine sehr breite Leserschaft anspricht". Dabei beherrsche sie reale Alltagsgeschichten für Jüngere genauso wie erzählerisch komplexe Abenteuer für Jugendliche, erklärte die Sonderpreisjury.

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Gewinnerin des Sonderpreises "Neue Talente" (10.000 Euro) ist die deutsche Autorin Rieke Patwardhan. In ihrem Kinderroman "Forschungsgruppe Erbsensuppe" (Knesebeck) erzählt sie, wie Nils, die wilde Evi und die aus Syrien geflüchtete Lina das Dosensuppen-Rätsel um Nils' wunderliche Oma lösen. Voller Humor und Leichtigkeit gelinge es der Nachwuchsautorin, die Themen Integration, Flucht und Traumatisierung in ein spannendes und vergnügliches Leseerlebnis zu packen, urteilte die Jury.

Die Kritikerjury prämierte zudem vier weitere herausragende Bücher. In der Sparte Bilderbuch geht der Preis an die Trilogie "Dreieck Quadrat Kreis" (NordSüd) von Mac Barnett und Jon Klassen. Als bestes Kinderbuch überzeugte Will Gmehlings "Freibad" (Peter Hammer). In der Sparte Jugendbuch setzte sich Dita Zipfel mit "Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte" (Carl Hanser) durch und beim Sachbuch David Böhm mit "A wie Antarktis" (Karl Rauch). "Die ausgezeichneten Werke vermitteln trotz ernsthafter Themen eine positive, fast schon optimistische Grundstimmung und bieten eine sehr breite Perspektive auf unterschiedliche Lebenswelten", so der Juryvorsitzende Jan Standke.

Zur Begründung hieß es weiter: Beim Bilderbuch "Dreieck Quadrat Kreis" zeigten die Autoren, wie sich mit scheinbar einfachsten gestalterischen Mitteln geniale Geschichten schon für die Jüngsten entwickeln lassen. Den "hintergründig frechen Humor" habe Übersetzer Thomas Bodmer feinsinnig erfasst. In "Freibad" schildere Gmehling den Mikrokosmos des Bads, das die drei Bukowski-Geschwister erleben, und deren Familienzusammenhalt so warmherzig und wertschätzend, dass "man sofort mit den Bukowskis befreundet sein möchte".

"Außergewöhnlich" nannte die Jury das Jugendbuch "Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte". Der skurrile Plot um die kecke 13-jährige Lucie Schmurrer, der Sprach- und Wortwitz der Autorin und die starken Illustrationen der Norwegerin Ran Flygenring machten das Buch zum Gesamtkunstwerk. Das Sachbuch "A wie Antarktis" des Tschechen Böhm, übersetzt von Lena Dorn, lasse staunen und zugleich erahnen, welche Schönheit sich im ewigen Eis verbergen. Dabei werde deutlich, dass die Antarktis von unschätzbarem Wert für das Klima der Erde ist.

Das Preisbuch der Jugendjury ist "Wer ist Edward Moon?" (Mixtvision) von Sarah Crossan. Die Geschichte des 17-jährigen Joe Moon, der seinen älteren Bruder vor dessen Hinrichtung in der Todeszelle besucht, konfrontiere die Leser mit Fragen nach Schuld und Vergebung, nach dem Wert des Lebens und dem Sinn der Todesstrafe, heißt es. Die lyrische Form, übersetzt von Cordula Setsman, bringe die tragischen Umstände atmosphärisch auf den Punkt.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird seit 1956 vergeben. Er wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und vom Arbeitskreis für Jugendliteratur ausgerichtet. In diesem Jahr waren die Nominierten aus dem In- und Ausland zugeschaltet. Sie erfahren traditionell erst während der Veranstaltung, wer die neuen Preisträger sind. (epd)

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