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Den Deutschen schwimmen die Fälle davon

Hansgeorg Stengel galt als Instanz für Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Vor 100 Jahren wurde er geboren – sein Nachlass liegt brach.

Von Peter Ufer
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Hansgeorg Stengel war auch mit dem Programm „Mit Stengelszungen“ unterwegs – hier 1990 im Theater Görlitz.
Hansgeorg Stengel war auch mit dem Programm „Mit Stengelszungen“ unterwegs – hier 1990 im Theater Görlitz. © Rolf Ullmann

Hansgeorg Stengel legte Wert darauf, kein Sachse zu sein. Im Grunde war er sowieso vor allem eines: Stengel. Der Mann mit der herausragenden Nase entwickelte sich samt provozierender Eitelkeit und Nachnamen zur ostdeutschen Marke satirischer Betrachtungen, veröffentlichte Bücher wie „Stenglisch for you“, „Der rettende Stengel“, „Die feine stenglische Art“ oder der „Unschuldsstengel“.Hatte er ausreichend gestengelt, legte er auf einen zweiten Fakt wert: Er sei Vogtländer. Aber einer aus Thüringen und keinesfalls aus Sachsen. Den Menschen im Nachbarland attestierte er ein grundsätzliches Mundartproblem. Wo andere Völker über Lippen verfügten, stecke beim Sachsen eine Knautschzone. Und die würden keine Wörter verlassen, sondern nur weiche Signale. Beispiel: „Der Deich sei landesweit ein Wall gegen Fluten, nur in Sachsen gleichfalls ein Goldfischteich und eine Backmasse, vorzugsweise für Stollen.“

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