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Die Theater-Tanker müssen aufs Wasser

Kultur darf zumindest in Dresden eigentlich öffnen, tut es aber frühestens nächste Woche.

Ronald Bonß
Ronald Bonß © ronaldbonss.com

Das Kulturleben in Sachsens Landeshauptstadt darf wieder stattfinden – was für ein Jubelgrund! Wir alle können nach diesem tristen Winter dringend Zerstreuung, intellektuellen Input und beglückende Kunst gebrauchen. Aber eine Weile müssen wir uns noch gedulden: Dresdens Theater öffnen frühestens nächste Woche, die meisten erst im Juni.

Warum, werden sich jetzt manche fragen. Haben die Häuser nicht monatelang genau auf diesen Moment gewartet? Warum noch zwei Wochen warten?

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Bleiben wir beim Beispiel Theater. Zumindest die großen sind schwere Tanker, ihre Motoren lassen sich – auch wenn sie im Notbetrieb weitergebrummt haben – nicht einfach so anschmeißen. Für einen sofort beginnenden Spielstart müssten Probenpläne umgeschmissen, die Besetzung koordiniert und Kassenpersonal geschult werden, wie es – nur ein Beispiel – Impfpässe kontrolliert. Das alles dauert.

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Gleichwohl dürfen Bürgerinnen und Bürger von den Einrichtungen, die sie mit ihren Steuergeldern mitfinanzieren, einiges erwarten. Staatsschauspiel und Semperoper haben während der Pandemie immer betont, dass sie sich spielbereit halten – aus gutem Grund, denn sie hatten weitaus weniger finanzielle Einbußen als so manches Unternehmen. Bei allem Verständnis für das Gewicht eines Tankers: Er muss so schnell wie möglich ins Wasser gezogen werden. Das ist er seinem Publikum schuldig.

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