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Die Zukunft des Pop ist weiblich

So viel Talent, so viel Stil: Die Klasse der Debütalben von Arlo Parks und Celeste verblüfft. Wir stellen die jungen Sängerinnen vor.

Das Cover des Albums "Collapsed in Sunbeams" der britischen Sängerin Arlo Parks. Es erscheint am 29.01.2021.
Das Cover des Albums "Collapsed in Sunbeams" der britischen Sängerin Arlo Parks. Es erscheint am 29.01.2021. © Pias/Transgressive/Rough Trade

Berlin. Die Zukunft des Pop ist weiblich, betonen immer mehr Musikkritiker. Wie stilvoll und selbstbewusst junge Sängerinnen schon auf ihren ersten Alben zu Werke gehen können, beweisen jetzt Arlo Parks und Celeste.

Zeitgemäß und Retro Zugleich: Arlo Parks

Schon vor der Veröffentlichung ihres Debüts wurde diese 20-jährige Musikerin gefeiert. Die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, ist Fan; die BBC setzte sie auf ihre Liste der „Breakthrough Artists“, also der Künstlerinnen und Künstler mit großem Potenzial.

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Die Zahl der Fans von Arlo Parks dürfte sich noch vergrößern, wenn nun das herausragende Erstlingswerk der Londonerin erscheint. „Collapsed In Sunbeams“ spricht zeitgemäße Themen an, klingt dabei mit seiner Mischung aus Indie-Pop und R&B aber ganz zeitlos.

Parks hat nigerianische, tschadische und französische Wurzeln, wie ihre Plattenfirma mitteilt. Sensibel, „uncool“ und als selbsterklärter „Tomboy“ (dt. etwa: jungenhaftes Mädchen) habe sie mit ihrer Identität zu kämpfen gehabt. „Ich bin ein schwarzes Kind, das nicht tanzen kann, Emo-Musik hört und in ein Mädchen aus meiner Spanischklasse verliebt ist“, erinnert sie sich an diese Zeit.

Mit 17 habe sie ihre Haare abrasiert, ihre Bisexualität erkannt und eine ganze Menge Musik geschrieben. Die 20-jährige Britin verhandelt in ihren Liedern aber auch Themen wie mentale Gesundheit oder den Umgang mit gesellschaftlichen Erwartungen. Dass sie auch Lyrik schreibt, merkt man Songtexten voller feiner Beobachtungen an. Der Sound klingt etwas retro, dabei mit originellen Melodien - und im Vordergrund steht ihre weiche, einnehmende Stimme.

Ein musikalisches Zuhause für die Seele: Celeste

Viel falsch machen kann man mit dieser Power-Stimme wohl nicht. Kritiker haben den Gesang der 26-jährigen Soul-Musikerin Celeste bereits mit einigen der ganz Großen verglichen: Aretha Franklin, Billie Holiday, Amy Winehouse. Ihrem ganz eigenen Stil werden die Vergleiche aber natürlich nicht gerecht.

Auf dem Debütalbum „Not Your Muse“ mischt die Britin (mit vollständigem Namen Celeste Epiphany Waite) minimalistischen Retro-Soul mit Anleihen aus R'n'B, Jazz und Pop zu einem Sound, der ihre voluminöse Stimme erstrahlen lässt. Das hört man schon in dem ruhigen Opener „Ideal Woman“. Sanfte Gitarrenklänge und dezente Percussions tragen den warmen Gesang.

Das Lied macht auch direkt klar, was diese Sängerin mit den jamaikanischen Wurzeln und dem extravaganten Kleidungsstil nicht sein kann und will: Sie sei zu stolz, zu laut, zu groß, singt Celeste - und das störe sie nicht im Geringsten. Auch ihre Musik hat mehr Kanten, als bei Vertreterinnen des Genres sonst üblich ist. Celeste ist zwar weit entfernt vom Skandal-Image einer Amy Winehouse, packt aber genug Persönlichkeit in ihre Songs, damit diese authentisch und nicht wie aus der Soul-Konserve klingen.

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Das Trennungsschmerz-Stück „Strange“ etwa, für das die Sängerin den Brit Award als beste Nachwuchskünstlerin erhielt, klingt eher entrückt als zugänglich. Dafür bekommt die geschundene Seele hier ein musikalisches Zuhause - und diesem Reiz kann man sich kaum entziehen. Auch Elton John soll die Musikerin schon als Fan gewonnen haben. (dpa)

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