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Diese sächsischen Theater legen jetzt wieder los

Die Inzidenzen sinken und die sächsischen Theater öffnen endlich wieder ihre Tore. Was jetzt an der frischen Luft und in den Sälen los ist - ein Überblick.

Bald gibt es wieder einen Theatersommer auf der Ortenburg Bautzen:
Bald gibt es wieder einen Theatersommer auf der Ortenburg Bautzen: ©  Wolfgang Wittchen/Archiv

Von Bernd Klempnow und Johanna Lemke

Es geht endlich wieder los. Dank sinkender Inzidenzzahlen dürfen auch die sächsischen Theater nach siebenmonatiger Pause wieder spielen. Die meisten öffnen in dieser Woche unter Beachtung der Hygienevorschriften, die unter anderem für die Besucher einen tagesaktuellen Test oder den Nachweis der Impfung oder Genesung vorschreiben. Grundsätzlich ist allen Theaterfreunden zu empfehlen, sich auf den Internetseiten der jeweiligen Häuser über mögliche Änderungen oder neue Empfehlungen zu informieren.

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Mit als Erste sind die Landesbühnen Sachsen gestartet. Sie spielen seit dem Wochenende und an den künftigen Wochenenden bis 13. Juni jeweils abends die Inszenierung „Winnetou I“ im Lößnitzgrund Radebeul, Grundlage ist die Inszenierung, die für die Felsenbühne Rathen entstanden ist. Diese ist bis zum Sommer 2022 wegen eines umfangreichen Umbaus nicht nutzbar. Ab 5. Juni nimmt das Theaterzelt im Kurort Rathen den Spielbetrieb mit „Peter Pan“ auf. Dann folgen im Juli „Annie Get Your Gun“, „Kiss me, Kate“ und „Petersson und Findus“. Zudem wird ab Juli vor Schloss Moritzburg das Erfolgsstück „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ laufen.

Mit einem mehrteiligen Ballettabend begrüßt die Sächsische Staatsoper ab Mitte Juni ihr Publikum zurück im schönen Semperbau. Die Voraufführungen von „A Collection of Short Stories“ am 12. und 13. Juni bietet Ausschnitte aus bekannten und neuen Choreografien. Ab Ende Juni ergänzt die Aufzeichnung des Ballettabends das Streaming-Angebot der Semperoper. Der Ersatzspielplan für die verbleibende Spielzeit 2020/21 bietet zudem Vorstellungen der aktuellen Produktion „Die Zauberflöte“, eine Semper-Soiree des Jungen Ensembles sowie Konzerte der Staatskapelle. Für Juli ist außerdem die Premiere von Mischa Spolianskys Kabarett-Revue „Wie werde ich reich und glücklich“ als Open-Air-Veranstaltung auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch geplant.

Das Dresdner Staatsschauspiel macht den Auftakt mit der Premiere von „Konferenz der Abwesenden“: Am 1. Juni ist Premiere vom Performance-Kollektiv Rimini Protokoll, es geht um Krise in Zeiten der Globalisierung. Die zweite Premiere ist am 11. Juni „Trilogie der Sommerfrische“ im Schauspielhaus und am 18. Juni. „Die Räuberinnen“ im Kleinen Haus. Die Hochschule für Musik und das Staatsschauspiel öffnen zudem ab 2. Juni die Türen des Kleinen Hauses für die Opernproduktion von Händels „Alcina“ mit Studenten. Zudem finden die beiden letzten Dresdner Reden am 6. und 13.Juni der Saison wieder vor Publikum statt.

Das Mittelsächsische Theater Freiberg/Döbeln startet mit dem Familien-Musiktheater „Gold!“ als Bearbeitung des Märchens „Der Fischer und seine Frau“ für eine Sängerin und einen Schlagzeuger. Premiere im Freiberger Schlosshof ist am 2. Juni. Emmerich Kálmáns Operette „Die Csárdásfürstin“, ursprünglich schon für den vergangenen Sommer geplant, kommt nun am 11. Juni auf der Seebühne an der Talsperre Kriebstein heraus.

Zu sattem Big-Band-Sound lädt die Staatsoperette ihr Publikum ein. Am 5. Juni hebt sich für „Come Fly with Me – Hommage an Frank Sinatra“ erstmals wieder der Vorhang. Auf dem Programm stehen dann mit „Strangers in the Night“ über „My Way“ bis hin zu „New York, New York“ die größten Hits des legendären Rat-Pack-Trios und seines prominentesten Mitglieds. Am 10. Juni hat das Off-Broadway-Erfolgsstück „Die Fantasticks“ seine erste Aufführung in einer neuen Inszenierung. Es folgen am 18. Juni die Operetten-Revue „So verliebt in die Liebe“ mit Musik von Franz Lehár und Oscar Straus sowie das Konzert „Wäre es doch immer so!“ mit Unterhaltungsmusik jüdischer Komponisten.

Am 5. Juni beginnt auch das Theater Bautzen wieder mit dem Spielbetrieb. Es läuft unter anderem das Puppentheater „Kasper und das Wahrheitstuch“ im Theatergarten. Das alles ist aber nur das Aufwärmtraining für den 25. Bautzner Theatersommer, der am 24. Juni mit den Abenteuern des „Sherlock Holmes – Die Beatles-Bänder“ beginnt. Bis 8. August wird der Meisterdetektiv en suite im Hof der Ortenburg ermitteln. Corona-Tests sind in einem Testzentrum im zentral gelegenen Theater möglich.

Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau startet in die diesjährige Freilichtsaison im Zittauer Klosterhof gleich mit zwei Stücken. Die satirisch-morbide 60er-Jahre Kriminalkomödie „Beute“ macht am 4. Juni den Anfang. Am 5. Juni taucht der Ex-Türsteher Dave in dem Monolog „NippleJesus“ in seinem neuen Job als Türsteher in die Kunstwelt ein. Am 11. Juni beginnt dann im Stadthallengarten in Görlitz eine Aufführungsserie von Lloyd-Webbers Welterfolg „Evita“.

Im Festspielhaus Dresden-Hellerau finden derzeit noch viele digitale Angebote statt, die erste große Live-Vorstellung ist „Lebende Minus Tote“ am 18. Juni – die Performance der Gruppe Theatrale Subversion beschäftigt sich mit dem Thema Sterben und Trauer. Um das gleiche Thema drehen sich auch die beiden Performances „Versuch über das Sterben“ am 19. Juni und „Loss & Luck“ am 20. Juni.

Ab Sonnabend gibt es wieder Live-Theater im Theater Junge Generation in Dresden zu sehen, etwa mit „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“. Die erste Premiere findet am 16. Juni mit „Das NEINhorn“ statt. Zu sehen ist das Puppentheater für Kinder ab 4 im Sonnenhäusel im Großen Garten.

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