merken
PLUS Feuilleton

Dresdner „Tonlagen“-Festival fast ein Jahr

Die 30. Ausgabe des Musikfestes widmet sich im Festspielhaus Hellerau der Pause.

Das Festspielhaus Hellerau in Dresden ist Ort des "Tonlagen"-Festivals.
Das Festspielhaus Hellerau in Dresden ist Ort des "Tonlagen"-Festivals. ©  André Wirsig

Da muss man erst mal draufkommen: Ein Festival, das eigentlich auf Musik und Geräusche jeder Art spezialisiert ist, widmet sich der Pause. So ist zumindest das Motto der 30. Ausgabe vom Festival „Tonlagen – Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik“ im Festspielhaus Hellerau. Nicht die einzige Besonderheit. Coronabedingt wird das 1987 von Udo Zimmermann gegründete Modern-Event in mehreren Teilen stattfinden. Derzeit sind drei Blöcke geplant: im April und November 2021 sowie Anfang 2022. Der Grund: Künstler können nur bedingt anreisen, derzeit nicht proben oder die Besetzungen widersprechen den aktuellen Auflagen. Man setzt in Hellerau auf eine Zeit nach der Pandemie.

„Mit dem Motto ,Pause‘ möchten wir auch die besondere Situation des Festivals betonen: Der Alltag pausiert, damit die Kunst ihren Platz findet“, sagt Moritz Lobeck, künstlerischer Leiter des Festivals. „Wir wollen schließlich drängende Probleme der Zeit durch Kunst reflektieren. Dafür sind vor allem die Symposien wichtig – als Angebote zum Zuhören, als Podium für Künstler und als Angebote, Lösungen zu entwickeln.“ Durch Corona werde das Motto jetzt noch zentraler, denn man müsse mit den „Tonlagen“ immer wieder pausieren, um alle geplanten Programmpunkte bieten zu können.

Anzeige
Chatrooms ersetzen keine Fachleute
Chatrooms ersetzen keine Fachleute

Holger Fahrendorff und sein Team von Apart Küchen beraten sowohl Vor-Ort als auch digital

Moritz Lobeck leitet das "Tonlagen"-Festival und setzt damit wichtige Akzente.
Moritz Lobeck leitet das "Tonlagen"-Festival und setzt damit wichtige Akzente. © PR

Der erste Zeitraum präsentiert vom 11. April bis 2. Mai an vier Wochenenden zahlreiche neue Produktionen. Dutzende Uraufführungen sind geplant – konzertant, musiktheatralisch oder als Arbeitsproben. So wird das renommierte GrauSchumacher Piano Duo die Trilogie „Theatre of Echo“ als Mehrkanal-Audio/Video-Installation in der neuen HYBRID BOX vor dem Festspielhaus zeigen. Der in Dresden-Prohlis aufgewachsene Frieder Zimmermann steuert die Komposition „4SeitenII6Saiten“ für 20 E-Gitarren und Verstärker bei, in die er auch Klänge aus Kellern, Clubs und Proberäumen der Hochhäuser von Prohlis integriert. Die Sächsische Staatskapelle wiederum porträtiert in einem Konzert ihren vor zwanzig Jahren verstorbenen Chefdirigenten Giuseppe Sinopoli, der ein eindrucksvolles kompositorisches Gesamtwerk hinterlassen hat.

Und das Festival besinnt sich stark auf seine Historie und hat das – im Festspielhaus aufgegangene – ehemalige Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik als Schwerpunkt. In Kooperationen mit vielen Partnern sollen peu à peu wertvolle Bild- und Tondokumente recherchiert, digitalisiert und zugänglich gemacht werden.

Wichtig: Um auf die aktuelle Corona-Situation flexibel reagieren zu können, startet der Vorverkauf jeweils circa sieben Tage vor der jeweiligen Veranstaltung.

Mehr zum Thema Feuilleton