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Weihnachten

Schöner schenken mit Sächsische.de

Jedes Jahr die gleiche Frage: Was lege ich den Lieben untern Baum? Wir haben ein paar Ideen gesammelt. Lassen Sie sich von uns inspirieren. An jedem Tag im Advent.

Die liebvoll verpackten Geschenke einfach in die Redaktion schicken.
Die liebvoll verpackten Geschenke einfach in die Redaktion schicken. © SZ

24. Türchen - Marcus Thielking offenbart seinen persönlichen Wunschzettel

Jedes Kind weiß doch: Hinter Türchen Nummer 24 verbirgt sich ein extra großes Stück Schokolade. Ich darf also heute mal den Spieß umdrehen: Es folgen keine Geschenketipps, sondern hier steht, was ich selbst mir zu Weihnachten wünsche. Ich tausche auch gerne um!

Für die Ohren

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​Zum Beethoven-Jahr benötige ich dringend noch eine Gesamteinspielung der Sinfonien. Die Aufnahmen von Herbert Blomstedt mit der Sächsischen Staatskapelle fehlen bislang in meiner Sammlung. Sie sind in den Siebzigern in der Dresdner Lukaskirche entstanden und gerade als CD-Box in verbesserter Tonqualität neu herausgebracht worden. (Neue Kopfhörer könnte ich übrigens auch gut gebrauchen.)

Für die Augen

Für mich als Helmut-Schmidt-Fan ist das wie Weihnachten und Ostern zusammen: Die beiden druckfrischen Bildbände „Kanzlers Kunst. Die private Sammlung von Helmut und Loki Schmidt“ (Dölling und Galitz) sowie „Zuhause bei Loki und Helmut Schmidt: Das Kanzlerhaus in Hamburg-Langenhorn“ (Edel Books). Alles andere von Helmut Schmidt hab ich schon.

Für den Kopf

Mein guter Vorsatz für 2021: Ich will versuchen, China zu verstehen. Das Buch „Alles unter dem Himmel“ von Zhao Tingyang, jetzt auf deutsch übersetzt, soll sagenhaft sein: „In Auseinandersetzung mit okzidentalen Theorien des Staates und des Friedens von Hobbes über Kant bis Habermas“, so der Suhrkamp-Verlag, „sowie unter Rückgriff auf die Geschichtswissenschaft, die Ökonomie und die Spieltheorie eröffnet uns Zhao einen Blick auf die Konzeption der Universalität.“ Frohe Weihnachten!

Fürs Herz

Seit vielen Jahren kaufe ich mir jede neue Platte von Götz Alsmann sofort. Seine jüngste mit dem schönen Titel „L.I.E.B.E“ habe ich noch nicht. Gern nehme ich auch die Limited Deluxe Edition.

Fürs Rückgrat

Neue Besen kehren gut, und meinen habe ich vor circa 20 Jahren als Student für ein paar Mark im Drogeriegeschäft gekauft. Nun bin ich alt genug für ein erwachsenes Modell, und zwar den handgebundenen Rosshaar-Besen, mit einem Körper aus heimischem Buchenholz, aus der Bürstenmanufaktur Dresden. Gibt’s für 39 Euro in unserem Verlagsshop: www.ddv-lokal.de

23. Türchen - Thomas Morgenroth hat Geschenktipps zum Abschalten

Was soll einer schenken in diesen merkwürdigen Zeiten. Die Menschen schauen einander ratlos an, die einen, weil sie nicht wissen, ob sie genug geschützt sind, die anderen, weil sie sich gegängelt fühlen. Im Streit um die eine Wahrheit gerät das Fest aller Feste mitunter ins Hintertreffen. Es ist höchste Zeit für ein wenig Besinnung und Sinnlichkeit.

Für die Ohren

​Eine Art Rückbesinnung ist die Musik von Tworna. Das Trio um Frieder Zimmermann aus Quohren bei Kreischa widmet sich alten deutschen Liedern in frischen Arrangements – PJ Harvey trifft Paul Gerhardt. Das Ergebnis ist bittersüße Melancholie. Ein Album gibt es bereits, für ein zweites läuft ein Crowdfunding.
Für die Augen​„Ich sehe was, was du nicht siehst“ – ein Spiel, das nicht nur Kinder dazu bringt, ihre Umgebung intensiver zu beobachten. Besonders schön ist das in der freien Natur, die viele heutzutage nur noch mit dem Blick aufs Handy durchwandern. Das geht dann natürlich nicht. Tja, und da wachsen tatsächlich echte Tannen im Wald, und die sind grün – was für eine Überraschung.

Für den Kopf

Weiße Weihnachten wird es wohl erneut nicht geben. Vielleicht besser so, die Kinder dürfen ohnehin nicht im Rudel an den Rodelhang. Und Glühwein für die Eltern ist verboten – aber nicht am heimischen Herd. Dort fällt zwar kein Schnee, aber wir können ihn uns vorstellen. Dabei hilft das Buch „Schnee“ von Michael Schophaus. Es ist eine Liebeserklärung an den Winter, mit Reportagen aus aller Welt.

Fürs Herz

Mal wieder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ansehen. Und diesmal mehr auf den gütigen König achten, gespielt von Rolf Hoppe. Der Dresdner Schauspieler wäre am 6. Dezember 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat seine Tochter Josephine Hoppe ein Buch herausgegeben „Rolf Hoppe – ein Schauspielerleben“. Eine Hommage an einen großen Mimen, aber auch an den Menschen hinter den Rollen.

Fürs Rückgrat

Wie wäre es mit zwei Wochen ohne soziale Netzwerke? Einfach mal abschalten, alles, Facebook, Twitter, Instagram. Das kann sich jeder selbst schenken. Mancher wird sich wundern, wie viel Zeit er plötzlich hat – und wie viel weniger Stress und Streit.

22. Türchen - Jens-Uwe Sommerschuh macht sich die Hände ölig

© SZ

Manche schenken, was sie selber gerne hätten. Andere geben Dinge weiter, die gebraucht und dennoch wertvoll sind. Weihnachten ohne Geschenke wäre für viele wie Ostern ohne Eier. Schenken im Januar, fern aller religiös motivierten Tradition, hat aber auch was für sich. Vor allem das Überraschungsmoment.

Für die Ohren

​Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag in der vorigen Woche wurde bescheidener als erwartet gefeiert. Doch er stand sowieso nicht so auf Feste und Partys, würde sich aber bestimmt freuen, könnte er die Aufnahme seiner ersten fünf Sinfonien von Jordi Savall und dessen Orchester „Le Concert des Nations“ hören. Die Werke klingen so frisch und vital, als wären sie erst kürzlich entstanden. Die klangschöne und prächtig aufgemachte 3-CD-Box ist bei AliaVox erschienen.

Für die Augen

​Wenn die Augen Fenster der Seele sind, sollten wir aufpassen, dass die Scheiben nicht beschlagen, weil wir zu oft und zu lange vor der Dampfglotze hocken. Ein gemeinsamer Ausflug auf einen Berg ist ein Fernseh-Präsent mit echtem Weitblick. Wer dazu Kuchen bäckt, hat obendrein was auszupacken.

Für den Kopf

Des Künstlers Biografie und einen Bildband oder Kalender mit seinen schönsten Werken gemeinsam zu schenken, hat viel für sich. Da liest man beispielsweise hier, wann Leonardo nach Frankreich gefahren ist, und sieht dort, welche Bilder er dabei hatte. Dabei kann man viel lernen.

Fürs Herz​

Öl mit fruchtigen Aromen oder blumigem Odeur bleibt in der Flasche ein Versprechen hinter Glas. Eine Massage mit ölgetränkten Händen zu schenken, kann hingegen das Herz schon bei der Vorstellung höher schlagen lassen. Wie wird es riechen, wie wird es sich anfühlen, wo wird es hingelangen?

Fürs Rückgrat

Übungen zur Kräftigung unserer Muskulatur und zur Mobilisierung unserer Bänder, Sehnen und Häute können viel mehr Spaß machen, wenn wir dazu statt irgendwelcher höchst technischer Geräte oder Metall- und Gummiteile Ananas und Kokosnuss verwenden, aus Schilf oder Bast geflochtene Seile oder griffige Steine vom Grund der Wilden Weißeritz.

21. Türchen - Gabriele Fleischer verschenkt Vorfreude

© SZ

Es fehlt überall, die uns liebgewonnene Kultur im Kleinen wie im Großen, das Beisammensein, der Glühweintreff, der Duft auf Weihnachtsmärkten. Aber am Ende hilft es allen, das heimelige, ruhige Weihnachtsfest zu zweit, vielleicht auch zu viert oder sechst mit Kindern und Enkeln, einen Tag später mit den Eltern. So wenig wie möglich. Freude aber sollte auch dieses Jahr zum Fest reichlich verschenkt werden.

Für die Ohren

​Wie wäre es, entspannt den Songs von Sting zu lauschen und sich so auf sein neues Album einzustimmen? Für das hat er mit Kollegen wie Eric Clapton, Charles Aznavour oder der Jazzsängerin Melody Gardot im Duett gesungen. Auch wenn es wegen Corona nicht mehr in diesem Jahr erscheint, so bleibt die Vorfreude darauf.

Für die Augen

So eingestimmt, sind die Eintrittskarten unterm Weihnachtsbaum genau richtig: Sie laden dazu ein, Sting leibhaftig auf der Bühne im Großen Garten in Dresden zu erleben. Sein dieses Jahr geplantes Konzert zum Abschluss der Musikfestspiele ist auf 2021 vertagt. Die Plätze sind reserviert, und der 12. Juni ist vorgemerkt. Freuen wir uns auch darauf und hoffen auf bessere Zeiten.

Für den Kopf

​Ein gutes Buch geht immer. Mit dem Stiegen-Wanderführer Sächsische Schweiz schaffe ich gleich doppelt Freude, aufs Lesen und auf den Ausflug in die Natur. Selbst dann, wenn wir uns nur im 15-Kilometer-Umkreis bewegen dürfen, findet sich bestimmt schon nach Weihnachten eine Tour, die den Zielen zumindest nahe kommt. Und frische Luft, egal, ob beim Wandern, Spazieren oder Joggen, befreit auch von manch düsterem Gedanken.

Fürs Herz​

Ein Abend in Familie, ohne Fernseher, Computer und Hausarbeit. Einfach mal Fotos zur Hand nehmen, in ganz persönlichen Erinnerungen kramen, sich mit Ansichten von Reisen in ferne Länder träumen und dabei auf neue Ziele freuen.
Fürs Rückgrat​Diesmal bereite ich den Weihnachtsbraten für die Familie nicht selbst zu. Wir probieren die Gänsekeulen aus dem Restaurant nebenan. So kommt ein neuer Geschmack auf den Tisch und in diesen verrückten Wochen auch etwas Freude beim Wirt an.

20. Türchen - Marvin Graewert kennt sich mit Geschenken auf den letzten Drücker aus

Diese Tipps sind zumindest besser als Verlegenheitskäufe im Tankstellen-Geschenke-Shop.
Diese Tipps sind zumindest besser als Verlegenheitskäufe im Tankstellen-Geschenke-Shop. © SZ

Viel Zeit bleibt nicht mehr, Buchhändler haben geschlossen und Online-Bestellungen kommen auch nicht mehr rechtzeitig an. Wer jetzt nicht basteln oder stricken kann, für den bleibt nur noch die Geschenke-Ecke der Tankstelle, oder?

Fürs Herz

Ganz ehrlich, niemand braucht noch einen Staubfänger im Regal: Überraschen Sie Ihre Liebsten mit einem E-Book auf Telegram - damit kommen seit diesem Jahr auch die ältesten Semester zurecht. Meine Empfehlung: Die vielen Leben des Harry August von Claire North - die auch an der wundervollen Serie Black Mirror mitgeschrieben hat. In ihrem Science-Fiction-Roman greift sie ein scheinbar abgedroschenes Gedankenexperiment auf - Harry August wird wieder und wieder geboren. Doch sie dürfen deutlich mehr erwarten.

Und was sind die Lehren nach seinen ersten 15 Leben? Trainieren Sie Ihre Wirbelsäule und benutzen Sie wenn möglich eine elektrische Zahnbürste.

Für Mund und Nase

Davon inspiriert: Disziplin lässt sich nur schwer verschenken, aber eine elektrische Zahnbürste gibts selbst im Lockdown an jeder Ecke, spätestens in der nächsten Drogerie. Und keine Sorge - in einem Jahr, in dem es zum Geburtstag Klopapier gab, ist eine Zahnbürste zu Weihnachten auf jeden Fall drin.

Fürs Rückrat

Während das öffentlich Leben herunterfährt, gibt es immer weniger Rückzugsräume für Wohnungslose. Zumindest die Bahnhofsmission war beim letzten Lockdown durchgehend besetzt. Wer zu Weihnachten im warmen Wohnzimmer sitzt, sollte sich überlegen, ob nicht doch ein paar Euro übrig sind.

Verein zur Förderung der Bahnhofsmissionen in Deutschland e.V.

IBAN: DE58 5206 0410 0005 0159 95

BIC: GENODEF1EK1

Für die Augen

Die Premiere des Dresdner ScFi-Western „Walks looking“ steht coronabedingt auf der Kippe. Das wäre schade, denn das Frei-Spieler Kollektiv versteht es ihre Stücke so charmant zu überdrehen, ohne dass es trashig wird. Auf Startnext.de, lässt sich das Versprechen für eine Eintrittskarte kaufen.

19. Türchen: Jana Ulbrich über das schönste Licht im Advent

© SZ

In meiner Heimat, der Oberlausitz, gehören sie zum Advent wie anderswo der Stollen und die Räuchermännel. Überall hängen sie in den Fenstern, über den Haustüren und an den Giebeln der Umgebindehäuser: die echten Herrnhuter Sterne, die aus 17 viereckigen und acht dreieckige Zacken, von denen man eigentlich nie genug haben kann - und die es auf den letzten Drücker auch noch per Online-Bestellung gibt.

Für die Ohren

Das Stadionkonzert des Kreuzchor fehlt uns in diesem Jahr schmerzlich. Aber wir können uns ja zum Glück die Studioaufnahmen aus dem letzten Jahr nach Hause holen. Und natürlich gibt es die wunderbare CD auch in der Geschenkbox zusammen mit einem Herrnhuter Stern in Gelb. "Lasst uns lauschen" - zum Weinen schön.

Für die Augen​

Leider ist die diesjährige Sonderedition des kleinen Herrnhuter Fenster-Sterns in Mintgrün schon vergriffen. Aber es gibt ja noch die traditionellen Farben in weiß, gelb und rot - in rot-weiß oder rot-gelb und inzwischen auch in vielen anderen Farben. In Grün, Blau oder Türkis können die Sterne getrost auch den ganzen Sommer im Garten oder auf dem Balkon leuchten.

Für den Kopf​

Wenn Sie sich beeilen, bekommen Sie bis zum Fest auch noch ein Fotopuzzle zusammen. Das kann man im Netz bei verschiedenen Anbietern selbst kreieren - mit einem lustigen Schnappschuss aus dem letzten Urlaub, dem großen Familienfoto von Omas Achzigstem oder einem schönen Kinderbild - am besten auch gleich den passenden Rahmen zum Hinterher-an-die-Wand-hängen mitbestellen.

Fürs Herz

Im Oberlausitzer Verlag ist gerade ein wunderhübsches Kinderbuch erschienen: Sabine Engel, sprachlich begabte Mutter von drei Söhnen, hat ihre Erfahrungen mit den Jungs, die an Eiszapfen lecken und durchs Eis im Dorfbach einbrechen. Daraus hat sie die witzig-lehrreiche Geschichte vom "Winterkobold" und seinen Freunden gereimt. Die Künstlerin Annett Wolf hat sie zauberhaft illustriert.

Fürs Rückgrat​

In Zeiten von Lockdown und Homeoffice ist Bewegung ein Geschenk. Ein Gutschein für eine gemeinsame Sonntags-Wanderung zum Beispiel, einzulösen, sobald der 15-Kilometer-Radius wieder überschritten werden darf. Ich empfehle einen Ausflug ins Zittauer Gebirge und eine Wanderung auf die Lausche - den mit 793 Metern höchsten Berg Deutschlands östlich der Elbe. Mit dem neuen Aussichtsturm, der erst in diesem Sommer eingeweiht wurde, geht es sogar auf über 800 Meter hinauf. Der Weitblick ist grandios.

18. Türchen - Thomas Schade verschenkt ein Königreich

© SZ

Geschenke kaufen? Das ist Mitte Dezember 2020 schon etwas speziell. Thalia geschlossen. Douglas zu, Media Markt auch. Spätzündern bleiben nur Netto, Lidl, Aldi und Jeff Bezos. Wer die nicht will, muss alternativ schenken.

Für die Ohren

​Das strapazierte Hörorgan braucht Ruhe, am besten absolute Stille. Die findet man im Süden Tunesiens, in Douriet, einer alten Berberburg mit Gästezimmern. Da stört nichts im Umkreis von Kilometern. Wer nur bis Bayern will, kann seit 2019 auch dort „STILLerLEBEN“ in ausgesuchten Gästehäusern. Mehr als nur ein Tourismusgag bayerischer Kirchen.

Für die Augen

​Gegen die Reizüberflutung könnte man lichtscheu essen in einem Dunkelrestaurant. Ohne Licht soll es viel besser schmecken. Wer es erlebt hat, will es wieder tun, trotz der Flecken auf den Klamotten.

Für den Kopf

​Was für ein Gefühl: Die Wetterfee nennt deinen Namen, wenn sie ein Hoch oder das Tief benennt, das gerade Regen oder Sonne bringt. Seit Jahren sind meteorologische Hochs und Tiefs käuflich. An der FU Berlin, beim Institut für Meteorologie, kann man sie erwerben und Wetterpate werden. 2021 sollte man eher Männer damit beschenken. Nach ihnen werden ab Januar die Tiefs benannt. Die sind preiswerter. Von ihnen tauchen jährlich etwa dreimal mehr auf als Hochs. Angebot und Nachfrage bestimmen auch bei den Wetterfröschen den Preis.

Für die Füße

​Mit der Schlösserlandkarte kann man sie alle für ein Jahr haben, die Schlösser im Freistaat. Ein Jahr freier Eintritt in alle 41 Anlagen der sächsischen Schlösserverwaltung von Altzella bis Zabeltitz. Kinder bis 16 dürfen kostenlos mit rein, wenn die Schlösser denn mal wieder öffnen dürfen. Die meisten alten Kästen haben wunderschöne Parks, das ist ein Vorteil in diesen Zeiten. Und man kann sein kleines Königreich laufend genießen.

Fürs Rückgrat​

Kein aufrechter Gang ohne gerades Kreuz. Kein gerades Kreuz ohne die Muskeln des Rückens, die gern schmerzen. Zufällig entdeckte ich die kleinen Dosen mit dem Tiger auf dem Deckel und der weißen oder roten Salbe drin. Vor 150 Jahren tauchte der Tiger-Balsam erstmals in Burma auf. Längst sind die Döschen ein Hit. Weiße Salbe kühlt nach Mückenstichen und hilft bei Hals- und Kopfschmerzen. Rote Salbe löst Muskelverspannungen und lindert Gelenkschmerzen. Vom Tiger ist rein gar nichts in der Salbe. Der Begriff „Tiger“ verrät nur den Vornamen des Erfinders.

17. Türchen - Kathrin Krüger-Mlaouhia sorgt für gute Stimmung

Bei Kathrin Krüger-Mlaouhias Tipps hat der Postbote auch nicht schwer zu tragen.
Bei Kathrin Krüger-Mlaouhias Tipps hat der Postbote auch nicht schwer zu tragen. © SZ

Als ich an die Besorgung der Weihnachtsgeschenke ging, dachte ich an die Paketboten. Was müssen die manchmal für riesige Kisten schleppen! Dann ist keiner da, der einem das Paket abnimmt. Und es muss wieder ins Auto zurück. Meine Geschenkideen sollten also nicht nur bei den Beschenkten, sondern auch bei den Lieferanten für gute Stimmung sorgen.

Für die Ohren

Der Dresdner Striezelmarkt kann dieses Jahr nicht stattfinden. Doch es gibt die 30. Jubiläums-CD, produziert für das Bühnenprogramm. Und zwar im Internet im Striezelmarktshop. Sie wiegt auch nicht viel. Nur zehn Titel ist sie schwer. Und eine wunderbare Geschichte der Zwerge von Meister Schräubchen ist dabei. Wer schon mal das Weihnachtsmarktprogramm auf dem Dresdner Altmarkt verfolgt hat, wird sich fühlen, als wäre er wieder dabei.

Für die Augen

​Auf dem Wunschzettel des Sohnes stand ein Wikinger-Trinkkrug. Der ist auch nur so schwer wie ein gewöhnlicher Humpen. Aber der Style macht es! Der Griff hat die verzierte Form eines Hornes. Und auf dem Bierkrug steht „Valhalla“ mit V. Den Sohn bringt er in gute Stimmung. Die Flasche Met schenke ich gleich dazu. Irgendein Hobbit-Film oder eine Wikinger-Saga läuft sicher über die Feiertage im Fernsehen.

Für den Kopf

​Mit welchem Buch könnte ich wem eine Freude machen? Ah, in der Verwandtschaft hat sich etwas Kleines, ein Baby, ankündigt. Passt doch bestens! Da fand ich ein wundervolles Kinderbuch von Annette Richter und Dorothee Kuhbandner: Der kleine Schmetterling und die große rote Blume. Herrlich poetisch. Für andere zu Beschenkende gab`s im Buchladen auch was. „Den Theatermann“ von Anja Hellfritzsch für meine Landesbühnen-erprobte Freundin. Und „Balkan-Geschnetzeltes“ von Andrea Wechsler für die reiselustige Schwägerin.

Fürs Herz

​Weihnachtsfreuden versuche ich zudem durch Spenden hervorzurufen. Darüber freut sich auch die Stiftung Denkmalschutz mit ihrem Weihnachtsaufruf „Rettet die Dorfkirchen“. Auch die von Lausa in Belgern-Schildau kann damit unterstützt werden. Oder die Dorfkirche Nieder Seifersdorf in Waldhufen, beide in Sachsen. Das macht mir selbst auch ein gutes Gefühl. Mit Freude blättere ich dann in der Monatszeitschrift „Monumente“ dieser Stiftung.

Fürs Rückgrat

​Yoga ist eine wundervolle Übung für den Körper und das Selbstbewusstsein. Wer hier lernt, bewusst zu atmen und sich selbst zu erden, unterstützt sein Immunsystem. Einen Gutschein für Onlinekurse zu verschenken, ist in Corona-Zeiten eine sichere Bank. Den Gutschein kann ich zu Hause ausdrucken, da muss ich nicht mal einen Paketboten bemühen.

16. Türchen - Von Luisa Zenker gibts Spenden statt Geschenke

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​Und was sollen wir dir dieses Jahr schenken, fragt die Mutter am Telefon. Eigentlich nichts, denkt sich die ein oder andere. Und bevor wieder das nächste schlechte Shampoo ausgepackt wird, eine kleine Empfehlung, wo das Geld gut aufgehoben sein könnte. Denn gerade in Zeiten von Corona und damit einhergehenden Haushaltskürzungen sind Gelder für viele Vereine existenziell.

Für die Ohren

Nicht weghören. Auch oder besonders in diesem Jahr warnen zur Adventszeit viele Experten vor steigender häuslicher Gewalt. Die kann gegen Mütter, gegen Väter oder gegen Kinder gerichtet sein. Frauenhäuser, wie der Sozialdienst katholischer Frauen, Männerwohnungen oder Vereine bieten hier Abhilfe. Sie freuen sich bestimmt über eine Spende an Weihnachten.

Für die Augen​

Nicht wegschauen. Diskriminierung sitzt tief in den Köpfen. Sei das auf Grund von Herkunft, Geschlecht, Sexualität oder Religion. Verschiedene Vereine - zum Beispiel 'Willkommen in Löbtau' - leisten hier starke Bildungsarbeit und machen auf Probleme aufmerksam. Gerade mit den geplanten Haushaltskürzungen im nächsten Jahr, sind kulturelle, soziale und demokratiefördernde Vereine über jegliche Art von Zuwendungen dankbar.

Für den Kopf​

Individuelles Projekt suchen: Die Crowdfunding-Plattform Startnext wurde 2010 in Dresden gegründet. Auf der Internetseite können sich Menschen anmelden, um ihre Ideen finanziell unterstützen zu lassen. Einfach mal auf der Webseite treiben lassen, da findet sich bestimmt etwas. Ob Raummiete für den Verein oder eigenes Kunstprojekt - Gespendet werden kann für vieles.

Fürs Herz

Ein Lächeln reicht manchmal eben nicht aus. Auch im reichen Deutschland gibt es Menschen die an der Armutsgrenze leben. Laut Statistischem Bundesamt jeder sechste Deutsche. Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten der Unterstützung: Von warmen Mahlzeiten, geschenkten Decken, über Beratungsangebote und warme Duschen bis hin zur Obdach für ein paar Nächte - Auch die lokale Obdachlosenhilfe oder die Tafel freuen sich über finanzielle Hilfen.

Fürs Rückgrat​

Das Rückgrat jeglicher Existenz bildet unser Planet. Die Umwelt als Grundlage menschlichen Seins hat aber seit einigen Jahrzehnten stark mit Verschmutzung, Klimawandel, Artensterben und Ausbeutung zu kämpfen. Deutschlandweite Naturschutz- und Umweltgruppen rufen immer wieder zu Spendenkampagnen auf. Und auch lokale Initiativen, wie Baumpflanzaktionen sind in Zeiten der Klimakatastrophe auf finanzielle Zuwendungen angewiesen.

15. Türchen - Andy Dallmann sorgt für mehr Umdrehungen an Heiligabend

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Zwangsläufig muss man sich gerade viel Zeit alleine und ohne unmittelbare Außeneinflüsse vertreiben. Lästig, zugleich aber eine Chance, ausgiebig im Netz nach ausgefallenen Schätzen zu suchen, mit denen man wiederum garantiert unvorhersehbare Geschenke für die liebe Familie am Wickel hat.

Für die Ohren

​Nick Cave hat seine ins nächste Jahr verschobenen Konzerte jetzt abgesagt. Kleiner Trost: Für „Idiot Prayer: Alone at Alexandra Palace“ (Bad Seed Ltd./Rough Trade) nahm er intensive Songs aus seinem Fundus allein und voller Inbrunst am Klavier auf. Auf Doppel-Vinyl ein famoser Beitrag zur Entschleunigung und der perfekte Soundtrack für einen dieser vielen dunklen Abende.

Nicht nur wegen der oft großartigen Serien ist Netflix dem linearen Fernsehen in Sachen Unterhaltung gerne ein Stück voraus. Zudem laufen jetzt bei diesem Streamingdienst ab und zu neue, ursprünglich fürs Kino konzipierte Filme. Mittels eines Abo-Gutscheins erschließt man anderen diese Welten und, netter Nebeneffekt, kann mit ihnen trefflich über das Gezeigte streiten.

Für den Kopf​

Gesellschaftsspiele sollen sich, hört man, blitzartig zunehmender Beliebtheit erfreuen. Und man kann sie ganz einfach personalisieren. Bei www.fotokasten.de etwa lässt sich ruckzuck mit eigenen Fotos ein Memory-Spiel in bester Ravensburger-Qualität erstellen. Wer denkt, das sei Kinderkram, hat’s nur noch nicht probiert. Mit den richtigen Fotos ein großer Spaß – und natürlich straffes Training fürs Gehirn.

Fürs Herz​

Alle Jahre wieder, doch wehe, einmal wird ausgesetzt. Wer Hühner hält, ist verpflichtet, selbst der Cousine dritten Grades eigenfabrizierten Eierlikör zu liefern. Natürlich nach DDR-Rezept, darauf beharrt die gesamte Westverwandtschaft. Schließlich sind ein paar Umdrehungen mehr gut für die Seele und letztlich auch fürs Herz.

Für die Füße

​Als meine Mutter mit Alpaka-Socken um die Ecke kam, war die Freude eher gespielt. Doch nach dem ersten Tragetag schien die Welt aus den Fugen. Die Dinger sind warm, weich und ein Fest für die Füße. Die stecken da nun schon länger drin, als nach den gültigen Hygienevorschriften zulässig. Psssst! Bitte nicht weitersagen.

14. Türchen - Bettina Ruczynskis Tipps lassen das Tanzbein schwingen

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Die Kanzlerin fleht: „Bitte bleiben Sie zu Hause und meiden Sie Kontakte!“ Wirtschaftsminister Peter Altmaier meint, Einkaufen sei in diesem Jahr eine patriotische Aufgabe, und weiß hoffentlich, was er da sagt. Und wir? Bewegen uns in dieser so anderen Vorweihnachtszeit in einem besonderen Spannungsfeld aus Vorsicht und Patriotismus; Vernunft und Konsumbegeisterung. Bitte mit Abstand.

Für die Ohren

Deine Freunde aus Hamburg – Florian Sump, Markus Pauli und Lukas Nimschek – haben mit ihren witzigen, dem Leben abgelauschten Texten samt eingängigen HipHop-Rhythmen längst die Kinderzimmer erobert. Jetzt sind mit ihrem „Weihnachtsalbum“ die Wohnzimmer dran: „Dieses Jahr schenken wir uns mal nix.“ Oder wie wäre es mit „Die Rache der Blockflöte“?

Für die Augen

Die „Silk & Pure Hydrogel-Augenpads“ von Charlotte Meentzen sind Muntermacher mit Sofort-Effekt für geschwollene, müde Augen. Wildrosenextrakt und andere Ingredienzien sind die perfekte Hilfe bei festvorbereitungsststressbedingten Augenringen und Falten. Und sie sind auch für Männer ein tolles Geschenk, was diese aber nie zugeben werden.

Für den Kopf

Drei Bücher hat die im Vogtland aufgewachsene und mit ihrer Familie in Leipzig lebende Schriftstellerin Daniela Krien bisher verfasst: Die Romane „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“, „Die Liebe im Ernstfall“ sowie den Erzählungsband „Muldental“. Daniela Krien versteht viel von Menschen und erzählt tief bewegende Geschichten.

Fürs Herz

​Labsal für Herz und Seele ist Ina Müllers CD „55“. Die schöne Müllerin mit der tollen Stimme und dem regen Geist hat eine feine Platte für uns gemacht. Poetische Texte mit einem Hauch Melancholie und dennoch unüberhörbarer Lebenslust. Ina Müller halt. Die Frau biedert sich nicht an; kein Zuckerguss verklebt die Ohren. Wo hört man sonst schon Sätze wie:„Irgendwie vermiss ich dich, obwohl du da bist.“ Oder: „Ist es schön, wenn du weißt, wann ich frier.“

Fürs Rückgrat

Sämtliche Tanzschulen sind zu und sollten dennoch überleben. Gerade weil sie nicht systemrelevant sind. Und Gutscheine für einen Tanzkurs (Tango! Salsa!), den SIE schon immer mal machen wollte, zu dem IHM aber die Courage fehlte, helfen den Schulen. Und unserem Rückgrat auch. Von den Homeoffice-Pfunden auf den Hüften gar nicht zu reden. Also nur Mut!

13. Türchen - Ines-Karen Wetzels Geschenke helfen gegens Corona-Tief

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Für die Ohren

Das Winterhalbjahr (mit viel Kunst- und relativ wenig Tageslicht) ist wie geschaffen, um sich Audio-Kunstgenüssen zuzuwenden. Eine große Auswahl an Hörspielen, Featues, Lesungen gibt´s online etwa in der ARD-Mediathek oder - speziell in unserem Sendegebiet - unter "MDR KULTUR - DAS RADIO". Hier wird, wer auf Radiokunst steht, jeder irgendwie fündig. Mir hat es in diesem Herbst besonders das Hörspiel "Westend" von Moritz Rinke angetan. Eine der Hauptrollen spricht Ulrich Matthes.

Für die Augen

Wenn schon coronabedingt ein Live-Kino-Erlebnis nicht möglich ist, gibt es wenigstens Heimkino per DVD. Wie wär´s mit einem schwedischen Spielfilm-Klassiker á la "Fanny und Alexander" von Ingmar Bergman aus den 1980-er Jahren? Opulent und farbenfreudig inszeniert - und passend zur Adventszeit!

Für den Kopf

Laptops, Smartphones und dergleichen mal weggelegt und einen Blick in die heimische Bibliothek geworfen. Garantiert findet sich ein schön ediertes Buch, womöglich eines mit feinen Illustrationen und Lesebändchen, das man schon immer mal (erneut) in die Hand nehmen wollte...

Für den Magen

Für die Familie an allen Feiertagen stundenlang in der Küche zubringen, um eine festliche Mahlzeit auf den Mittagstisch zu zaubern? Muss nicht sein. Mit dem Lieblingsrestaurant, dem man an einem der Festtage eigentlich einen Besuch abstatten wollte, klären, ob trotz Restaurant-Schließung Bestellungen zur Lieferung oder Abholung frei Haus möglich sind. Das hilft letztlich auch der gebeutelten Gastronomie, das Corona-Tief zu überstehen.

Fürs Rückgrat

Bewegung an frischer Luft, erst recht in Corona-Zeiten, ist immer gut. Was spricht eigentlich gegen einen Ausflug zu "Mutter Natur", gegen einen Kurztrip in einen nahe gelegenen Park (wie dem Großen Garten in Dresden)? Und weil eine Einkehr in ein Café aktuell nicht möglich ist: ein Gläschen Glühwein/Kinderpunsch (aus der Thermoskanne) sowie ein paar frische Pfefferkuchen (natürlich die aus Pulsnitz) für unterwegs tun es auch.

12. Türchen - Karsten Blüthgen kennt neue, nahe Reiseziele

Mit diesen Tipps tut man nicht nur den Beschenkten etwas Gutes.
Mit diesen Tipps tut man nicht nur den Beschenkten etwas Gutes. © SZ

Das Jahr hat vieles verändert. Lässt es uns auch anders schenken? In Gedanken reisen? Zurückkommen zu Dingen, die wir als unspektakulär, banal abgetan haben? Eine kleine Renaissance ist denkbar.

Für die Ohren

​Die CD „Voice of Generations“ von Siba Records erzählt von Freude und Liebe, Trauer und Verlust. Die neun Lieder, die teils aus alter Zeit stammen, teils aus dem Hier und Jetzt, haben es in sich. Da ist lupenreine Gesangskunst zu genießen, raffiniertes, ausgelassenes Spiel mit der eigenen Stimme. Ein Song versucht, die Essenz und Harmonie der finnischen Sauna musikalisch auszudrücken – wie passend!

Für die Augen

Als Kind konnte ich stundenlang über Landkarten sitzen, mich in die Gegenden überall hineinträumen. Satellitenaufnahmen waren da noch kaum Thema. Der Satelliten Weltatlas von Kosmos heute verbindet klassische Kartografie mit brillanten Bildern aus der Weltraumperspektive. Einfach traumhaft, diese Welten anzuschauen.

Für den Kopf

​Das Jahr der Beschränkungen ließ die Menschen neue, auch naheliegende Reiseziele entdecken. Noch näher liegt „Meine Reise nach Utopia“ (Oekom Verlag). Das Buch von Franz Grieser versteht sich als Begleiter durch unser themenreiches Leben von Achtsamkeit über Minimalismus bis Zähneputzen. Es gibt keine verzagten Tipps, sondern stimuliert offensiv zum Tun.

Fürs Herz

Wie wäre es mit einer Einladung der Liebsten zu einem selbstkreierten Mehrgänge-Menü daheim? Vielleicht nach Aufnahme ihrer Wünsche und mit Unterstützung des Lieblingsrestaurants, dessen Betreiber sich mit Liefer- und Abholservice durch diese schwierige Zeit schlagen muss? Damit ließe sich vielen Freude schenken.

Fürs Rückgrat

​Es wird wohl immer noch zu selten praktiziert: Yoga. Zum ganzheitlich-gesunden Ansatz dieser geistig-körperlichen Übung passt nicht die schadstoffhaltige Industriematte, die sich später pulverisiert wie anderer Plastikmüll im Meer wiederfindet. Auch hier geht es nachhaltiger: Es gibt langlebige Matten aus Naturkautschuk oder Naturgummi, aus biologisch erzeugter Baumwolle oder Schurwolle – oder aus recyceltem Plastik. Damit liegt man richtig und tut nicht nur sich selbst Gutes.

Es muss nicht jedes Jahr Nerzfell sein.
Es muss nicht jedes Jahr Nerzfell sein. © SZ

11. Türchen - Oliver Reinhards Geschenktipps helfen beim Abschalten

Kennen Sie den Satz: „Dieses Jahr schenken wir uns mal nichts zu Weihnachten“? Mein Tipp: Schenken Sie sich diese Worte lieber. Sie sollen nach Bescheidenheit und Konsumverzicht klingen, aber die wahre Botschaft scheint so deutlich durch wie eine Kerze hinter Seidenpapier: „Mir fällt zu dir einfach nichts ein.“ Also:

Für die Ohren

​Zuletzt meistgehörter Spruch: „Ich kann‘s nicht mehr hören!“ Verstehe ich. Geht mir ähnlich. Zu viele trübe Nachrichten. Mein Gegenmittel: nur noch hören, was ich hören will, Musik, Geschichten ... und zwar nur das. Zumindest für eine Weile. Mit einem Bluetooth-Kopfhörer, der die Lauscher umschließt und Umweltgeräusche unterdrückt. Perfekt. Und extrem entspannend.

Für die Augen

​Selbst bei geschlossenen Lidern nehmen wir noch einiges wahr: Licht, Schatten, Bewegungen. Das stört beim Abtauchen und Runterkommen. Dagegen helfen Schlafmasken, wie Weitflugreisende sie nutzen. Die gibt es aus verschiedenen Materialien. Es muss aber nicht unbedingt Nerz für 900 Euro sein. Auch günstig schottet gut ab.

Für den Kopf​

Ständig mit den Gedanken in Rotation – manchmal muss man sich zum kurzen Abspannen zwingen. Oder zwingen lassen. Von der „Lakeside-Box“. Die stellt man an zentraler Stelle in der Wohnung auf, und bei jedem Vorbeigehen ertönt daraus das, was man normalerweise nur am Ufer eines Waldsees hört: Wasserplätschern, Vogelgezwitscher, Grillengezirpe. Herr! Lich!

Für den Fuß

​Sie kennen Menschen, die in schönen, aber untenrum zugigen Wohnungen mit empfindlichen Böden leben? Die freuen sich garantiert über Filzpantoffeln. Am besten handgemacht in der Region. Auch die Gefahr, dass die Beschenkten denken könnten, man hielte sie für dröge Pantoffelheldinnen oder -helden, lässt sich bannen: mit Museumspantoffeln. Damit gleitet es sich besonders kulturvoll übers Grätenparkett.

Fürs Rückgrat

Wichtiger denn je. Wegen der steigenden Zahl an aggressiven „Wahrheits“-Pächtern. aber auch wegen des dauernden Hockens im Homeoffice; man und frau hat vermehrt Rücken. Es sei denn, sie nutzen eins dieser wirklich helfenden orthopädischen Sitzkissen. Uncooles Geschenk? Mag sein. Aber man wird Sie dafür lieben!

10. Türchen - Peter Ufers Heimspiel für Reisende

Es gibt nichts Herzerwärmenderes, als eine Geschichte vorzulesen. Peter Ufer hat ein paar Tipps.
Es gibt nichts Herzerwärmenderes, als eine Geschichte vorzulesen. Peter Ufer hat ein paar Tipps. © SZ

Netflix heißt einer der Gewinner der Corona-Weihnacht. Aber nicht der Zugang für Serien wie „Unorthodox“ oder „Das letzte Wort“ sind das ultimative Geschenk. Es geht auch wenig telegener.

Für die Ohren

​Immer im Advent hörte ich als Kind meiner großen Schwester zu, wenn sie aus dem Weihnachtsliederbuch „Wenn Weihnachten ist“ von Siegfried Köhler Melodien spielte. Wir sangen zusammen „Alle Jahre wieder“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ oder „Leise rieselt der Schnee“. Das Notenbuch vom VEB Breitkopf & Härtel Musikverlag Leipzig aus den 1970er-Jahren gibt es immer noch bei E-Bay ab 4,90 Euro. Die Lieder und Gedanken sind frei zu interpretieren.

Für die Augen

​Illusionen sind Drogen für die Psyche. Die liefert optisch täuschend echt Frank Kunert. Der Fotograf erschafft mit Miniatur-Kulissen eine verkehrte Welt. So verbindet er beispielsweise eine Babywiege mit einem Motorrad und nennt das „Ein Kindheitstraum“. Die Bilder des konstruierten Unsinns zeigt der Frankfurter in dem Bildband „Lifestyle“. Von der Stadt Radeburg erhielt er kürzlich den Heinrich-Zille-Karikaturenpreis 2021. Eigene Fotos selber surreal gestalten, kann sehr heiter sein.

Für den Kopf

Vater, Mutter, Kinder sitzen um den Stubentisch und erkunden mit Brettspielen wie „Globetrotter“, „Weltreise“ oder „Terra on Tour“ spielend die Welt. Das Fernweh wird gelindert durch die Vorstellung, die Familie sei auf Reisen. Das ist ein Heimspiel mit Spaß und winzigem ökologischen Fußabdruck. Schon zu DDR-Zeiten half manchmal das Kopfkino, mit dem Zeigefinger grenzenlos auf dem Globus zu wandern.

Fürs Herz

Unbedingt eine Geschichte vorlesen. Zum Beispiel die von Violet, Sunny sowie Klaus Baudelaire. Die Waisen landen am „Seufzersee“, in der „Schule des Schreckens“, der „grimmigen Grotte“ und im „haarsträubenden Hotel“. Lemony Snicket schrieb „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ als absurd herzlichen Schlamassel auf. Eigentlich heißt der Autor Daniel Handler, wurde 1970 in San Francisco geboren. Sein Vater war ein jüdischer Flüchtling aus Deutschland.

Fürs Rückgrat

Es ist kein Risiko, zu der einsamen älteren Dame oder dem alleinstehenden alten Herrn in der Nachbarschaft rüberzugehen und ihr oder ihm eine Weihnachtspostkarte in den Briefkasten zu stecken. Weitere Karten mit lieben Grüßen an Menschen in der Umgebung schreiben macht gute Laune, dem Absender wie dem Empfänger. Die Nachbarin hat vielleicht sogar ein kleines Päckchen verdient, mit Pfefferkuchen, einer Tüte Kaffee und einem Dankeschön.

9. Türchen - Karin Großmann hat viele Buchempfehlungen und einen Esel im Sack

Hellblaue Elefanten sind erst mal eine gute Geschenkidee, aber vor allem in der Weihnachtszeit sollte man sich das zweimal überlegen.
Hellblaue Elefanten sind erst mal eine gute Geschenkidee, aber vor allem in der Weihnachtszeit sollte man sich das zweimal überlegen. © SZ

Hellblaue Elefanten sind selten, teuer in der Anschaffung und kapriziös in der Ernährung. Sie mögen zum Beispiel Weihnachtsgeschenkpapier. Ratzfatz ist es aufgefressen. Deshalb gibt es leider wieder keinen hellblauen Elefanten auf dem Gabentisch. Was kann besser darüber hinwegtrösten als ein Buch für Dünnhäutige?

Für die Ohren

Was so quietscht wie ein rostiges Tor, ist ein Esel. Kaum ein anderes Tier wird derart verkannt. Esel sind weder störrisch noch dumm. Sie können fantastische Sachen machen mit ihren Ohren. In der Hörbuch-Fassung von Frank Arnold wird der Streifzug durch die Natur- und Kulturgeschichte zur Schmeichelei: „Esel. Ein Portrait“.

Für die Augen

Die Fotografen der Avantgarde bieten überraschende Sichten. In der Nahaufnahme wirkt der Kaktus wie ein Frauenkörper mit Stacheln. Eine keimende Kartoffel wird als Gruselkunst inszeniert. Andere Bilder zeigen Teile des Pariser Eiffelturms als grafisches Ornament. Von der Chemnitzer Ausstellung bleibt zum Glück der Katalog: „Paris 1930“.

Für den Kopf

Ein deutscher Gelehrter und ein orientalischer Astronom stranden 1764 auf einer verstrüppten Insel. Was soll das werden? Bei Christine Wunnicke wird es ein furioses Erzählstück über das Missverstehen, eine Wissenschaftsgeschichte voll Witz, eine Hymne auf die Neugier: „Die Dame mit der bemalten Hand“.

Für den Fuß

Flechten, Rentiere und das melancholische Gelb niedriger Sträucher. Karge Landschaft bis an den Horizont. Einsamkeit, Stille, Schweigen. Frieden auf Vorrat. So beschreibt Sigrid Damm ihre Erfahrungen, unterwegs im hohen Norden. Der Text ihres Lappland-Bildbandes von 2002 erscheint nun pur. Der Titel taugt vielleicht sogar für eine Kurztour im nahen Forst: „Wandern – ein stiller Rausch“.

Fürs Rückgrat

Alexander Kluge garantiert stets für gerade Haltung und ganz besonders, wenn er ein Lamento für die verloren gegangene Perestroika anstimmt. Sein Blick auf Russland unterscheidet sich wohltuend von vielen anderen: differenziert, detailliert und gerecht, poetisch, historisch und multiperspektivisch: „Russland-Kontainer“.

8. Türchen - Beim Schenken hilft Uwe Salzbrenner die eigene Rückwärtssuche

Im Zweifel einfach historische Landkarten verschenken.
Im Zweifel einfach historische Landkarten verschenken. © SZ

Vielleicht sollte man daran denken, was in der Kindheit oder in der Jugend jemandem Freude gemacht hat. Und dann überlegen, wer aus dem Kreis von Freunden und Verwandten zu den einst geschätzten Dingen oder Taten passt. Eine praktische Geschenkeauswahl durch die eigene Rückwärtssuche.

Für die Ohren

​Ein Konzertticket für das kommende Frühjahr, wenn hoffentlich das Schlimmste vorbei ist. Der vom November auf den 6. Mai verlegte Auftritt von Sophia im Beatpol Dresden ist zu empfehlen: Die Band um Sänger Robin Proper-Sheppard ist dann mit „Holding On/Letting Go“, dem achten Studioalbum, auf Tour. Die offensive Melancholie von Sophia hat stets eingeschlagen.

Für die Augen

Historische Landkarten. Ganz gleich, ob man sie antiquarisch in Haacks Geografisch-Kartografischem Kalender oder als Nachdrucke in dicken Atlanten findet: Landkarten früherer Jahrhunderte sind einfach schön. Oft hat man in ihnen für den jeweiligen Ort auch das charakteristische Gebäude eingezeichnet, und im Meer kämpfen havarierende Schiffe gegen Seeungeheuer.

Für den Kopf

​„Die Dame mit der bemalten Hand“ von Christine Wunnicke. Der schmale Roman erzählt von der Begegnung eines persischen Handwerkers mit einem deutschen Reisenden im 18. Jahrhundert, beide astronomisch gebildet und gestrandet auf einer Insel vor Bombay. Musa al-Lahuri weiß jede Geschichte unterhaltsam auszuschmücken, der Kartograf Carsten Niebuhr redet anfangs nur das Nötige, und köstlich verstehen sie einander falsch.

Fürs Herz

Ein Essen, um das man sichnoch während der Mahlzeit ohne viel Aufwand kümmern kann. Zum Beispiel Kartoffelpuffer aus Kloßmehl, verfeinert mit Milch und Ei und nach dem Braten mit Apfelmus. Die Fladen brauchen in der Pfanne ungefähr so lange, wie man an den vorigen isst. Das Gewusel am Herd und heiße Kartoffelpuffer bieten den zurzeit nötigen Trost.

Fürs Rückgrat

​Etwas für den Garten. Eventuell eine Gartenschere, die lässt sich auch auf dem Balkon verwenden. Wichtig ist, dass das zu verschenkende Werkzeug eine Arbeit erleichtert, zu der sie eigentlich erst herausfordert. Und da alles wächst, wie es wächst, muss man sich beim Schneiden auch fein bücken.

7. Türchen - Bernd Klempnow legt eine Axt unter den Baum

Viel an Bewegung ist derzeit nicht drin: Da ist eine Spaltaxt der ideale Ausgleich.
Viel an Bewegung ist derzeit nicht drin: Da ist eine Spaltaxt der ideale Ausgleich. © SZ

Nikolaus mit seinen Alibi-Geschenken ist nun vorbei. Jetzt wird es Zeit, sich um die gewichtigen Päckchen zu kümmern, damit das Fest ein Fest wird.

Für die Ohren

​Die neue Generation der kabellosen In-Ear-Kopfhörer, also Minikopfhörer wie Hörgeräte, bietet nicht nur einen Spitzensound. Sie sind so entwickelt, dass sie im Ohr bleiben, alles mitmachen: Sport und Sonstiges. Zudem reduzieren integrierte duale Mikrofone Umgebungsgeräusche und heben die eigene Stimme automatisch fürs klare Telefonieren hervor – etwa 150 Euro.

Für die Augen

​Noch ist die großartige Karl-Lagerfeld-Sonderausstellung in der Moritzburg von Halle/Saale geschlossen. Aber es gibt einen digitalen Zugang für 3,99 Euro, der Stil-, Mode-, Marketing- und Fotografie-Freunde begeistern dürfte. Exklusiv für die Schau wurden mehr als 300Fotografien noch zu Lebzeiten mit Lagerfeld (1933– 2019) ausgewählt. Sie offenbaren dessen ganz eigene, auf Perfektion bedachte und auf die große Inszenierung ausgerichtete Ästhetik.

Für den Kopf​

101 Jahre ist sie alt, die berühmte kleine Studie „Das Unheimliche“ von Sigmund Freud und immer wieder gut. Darin erklärt er, dass Angst und Unbehagen nichts Fremdes sind, sondern die andere Seite des schon immer Vertrauten sind. Als Taschenbuch nur 71Gramm schwer, für 5 Euro.

Fürs Herz

​Der Bestseller 2020: „Der jiddische Witz“ des israelischen Schriftstellers und Germanisten Jakob Hessing. Tiefsinnig und lebensbejahend ist dieser schwarze Humor. Hessing erschließt dieses ironische Potenzial und erklärt, warum der jiddische Witz gerade dann aufblühte, als das Ostjudentum seiner Vernichtung entgegenging – um die 12Euro im C.H.Beck Verlag.

Fürs Rückgrat​

Viel an Bewegung ist ja derzeit nicht drin. Da ist eine Spaltaxt ideal für den körperlichen und mentalen Ausgleich. Natürlich nur eine Fiskars mit doppelt gehärteter Stahlklinge und glasfaserverstärktem Kunststoff-Stiel zum Teilen mittelgroßer Stammstücke – um die 40 Euro. Die gute Balance zwischen Kopf und Stiel sorgt für effizientes Arbeiten. Und während der Stapel für Kamin, Ofen, Grill und Lagerfeuer wächst, gibt es über die In-Ear-Kopfhörer die Begleitmusik wie „Holzhacken“ von den Randfichten, „Holz hacken“ vom Rapper Ali As, „Alt wie ein Baum“ der Puhdys und Peter Maffays „Der Baum des Lebens“.

6. Türchen - Johanna Lemke verschenkt Zeit, Herz und Seele, statt noch mehr Zeug

Schon mal an einen Gutschein für einen Online-Kurs gedacht? Das Angebot ist riesig.
Schon mal an einen Gutschein für einen Online-Kurs gedacht? Das Angebot ist riesig. © SZ

Dieses Jahr braucht auf die letzten Meter nicht noch mehr Anstrengungen. Ab jetzt wird nur noch gehört, gelesen und geguckt, was Freude macht. Und wie immer: Schenken Sie weniger Zeug und dafür mehr Zeit, Herz und Seele.

Für die Ohren

​Nach einem Tag mit Homeschooling, Telefonkonferenzen und Dauer-Nachrichtenfluss plus Podcast zur aktuellen Lage muss es abends nicht auch noch Musik zum Denken sein. Das Hang Drum Project produziert Lieder mit der faszinierenden Hang Drum, einer Blechtrommel, deren Klang einfach wahnsinnig beruhigt. Gleichzeitig ist der Sound aber so famos produziert, dass er viel mehr ist als Meditationsmusik. Das Album heißt passenderweise „Flow“.

Für die Augen​

Die Familie oder der Liebste auf einem handgezeichneten Bild: Das ist kein unerschwingliches Vergnügen. Einfach mal auf der Selbstmachplattform Etsy nach „Individualisierte Illustration“ suchen und Stil aussuchen. Aber schnell, damit es bis Heiligabend auch da ist!

Für den Kopf​

Beste Entspannungstechnik: Ein Buch, das man nicht zur Seite legen kann. Rachel Kushners Roman „Ich bin ein Schicksal“ ist meine Entdeckung des Jahres. Die Geschichte der jungen Romy Hall, die zweimal lebenslänglich in einem kalifornischen Frauengefängnis absitzen muss, vermittelt diese selten belichtete Seite Amerikas: Es erzählt von den Abgehängten, für die es im Land der großen Freiheit wenige Chancen gibt. In diesem Dezember erscheint es als Taschenbuch.

Fürs Herz​

Viele Kursleiterinnen und Kursleiter haben ihr Programm auf Online-Teilnahme umgestellt. Das ist manchmal mies, oft aber grandios. Und ein Riesenvorteil: Man kann Angebote wahrnehmen, die in anderen Städten stattfinden. Wie wäre es mit einem geschenkten Gutschein für einen Mal-Kurs, ein Online-Kommunikationstraining oder eine Meditationsgruppe?

Fürs Rückgrat

​Familien, die es ohnehin schwer haben, fallen in diesen Zeiten noch mehr durchs Raster. Der Dresdner Verein Malwina e.V. betreut in verschiedenen Formen Eltern, die es ohne Begleitung nicht so gut schaffen. Mit einer Spende helfen Sie letztlich vor allem den Kindern.

5. Türchen - Franziska Klemenz schenkt Zerstreuung und neue Ziele

Beim Schenken auch an Clubs, Bars und Theater denken.
Beim Schenken auch an Clubs, Bars und Theater denken. © SZ

Im Corona-Jahr 2020 kann man nichts Besseres schenken als Hoffnung und Hilfestellungen für die geistige Gesundheit.

Für die Ohren

​Reisen geht immer noch. Von Fiona Apple bis Marylin Manson gibt es 2020 viele neue Ziele für die Ohren. Woods of Birnam haben in der Semperoper Premiere von „How to hear a paiting“ gefeiert, verführen mit sphärischem Sound von Euphorie bis Verzweiflung. Besonders viel Spaß macht Dua Lipa mit „Club Future Nostalgia“, inspiriert von den Disco-Jahrzehnten und doch so zukunftsweisend für den Pop wie Alexandra Ocasio-Cortez für die Demokraten.

Für die Augen

​Das Altherren-Image täuscht darüber hinweg, dass Skat zu den spaßigsten Dingen zählt, die drei Menschen miteinander tun können. Im Sommer auf Dächern, im Winter vor Öfen. Moderne Zockerinnen personalisieren das Blatt mit Fotos. Meinspiel.de ermöglicht es. Das Ass? Natürlich eine Frau.

Für den Kopf​

Corona-Leugner verschließen Menschen noch wirksamer vor Fakten als Pegida. Eine weise Frau, die nicht quer-, aber viel nachdachte, vermag das Denken anzustoßen. „Die Freiheit, frei zu sein“ von Hannah Arendt war niemals lesenswerter als jetzt.

Fürs Herz

​Der Gedanke an den liebsten Club, die liebste Bar, das liebste Theater weckt Sehnsucht und Schmerz. Wird es nächstes Jahr noch existieren? Man kann helfen. Mit Gutscheinen oder Spenden. Manche Etablissements bieten als Dankeschön Zugriff auf ihr Archiv, zum Beispiel mit Livestreams von DJ-Sets für Wohnzimmerpartys.

Fürs Rückgrat

​Quarantäne verlangt eine Fähigkeit ab, die vielen fehlt. Geduld. Wenn der Mangel an Sport und Spaziergängen irgendwann zu Verhaltensauffälligkeit führt, kann ein Reifen die Gemüter retten. Hoolahoop macht fast so viel Spaß wie tanzen und in der Fortgeschrittenen-Variante, die es bei Hoop-o-Mania gibt, ist es auch noch Ausdauersport und Muskeltraining. Virus-Erkrankte, die ihr Herz schonen müssen, sollten das lassen. Aber auch ihnen kann man Freude schenken. Viele Festivals und Künstlerinnen verkaufen jetzt wieder Tickets für das nächste Jahr. Was kann man Besseres schenken als den Ausblick auf Normalität?

4. Türchen - Heinrich Löbbers verschenkt gute Laune

Lustige Corona-Masken sind dieses Jahr trotzdem tabu.
Lustige Corona-Masken sind dieses Jahr trotzdem tabu. © SZ

Was gar nicht geht in diesem vermaledeiten Jahr, sind Geschenke, die die ohnehin schlechte Laune noch weiter vermiesen. Bloß keine düstere Musik oder Bücher über Krieg und Krankheit. Schon gar nichts mit dem großen C. Auch Corona-Masken mit lustigem Aufdruck oder in luxuriösem Design sind tabu. Stattdessen:

Für den Kopf

Zum Lesen empfehle ich nicht zum ersten Mal ein Buch von Heinrich Steinfest. Sein neuestes heißt „Der Chauffeur“. Ein Mann namens Paul Klee ändert nach schwerem Autounfall sein Leben und eröffnet ein Hotel, in dessen Garten bald die vor über 60 Jahren von den Russen ins All geschossene Sputnik II landet – mit der Hündin Laika an Bord. Kopfkino voller Skurrilitäten.

Für die Seele

Den guten Tropfen zum guten Buch findet man in diesem kontaktarmen Jahr bei Online-Weinproben. Winzer schicken vorab die Flaschen, man probiert gemeinsam bei einer süffigen Zoom-Konferenz. Einen Überblick der Anbieter aller Anbaugebieten gibt es bei www.deutscheweine.de.

Für den Magen

Der Lockdown macht Leute unversehens zu Hobbyköchen. Nie war ein Kochbuch passender. Für Anfänger lieber nichts Extravagantes, eher was Niedrigschwelliges wie Tim Mälzers „Heimat“, eine praktikable Liebeserklärung an die deutsche Küche.

Für die Augen

Wer in der Pandemie die Liebe zur Natur entdeckt hat, freut sich, wenn er gefiederten Freunden Gutes tun kann. Nicht mit Billigware vom Discounter, sondern mit besonders hochwertigen Meisenknödeln, etwa von der Firma Gevo aus dem ostfriesischen Leer. Wer mag, bastelt eine Halterung dazu. Vögel merken den Unterschied.

Für die Ohren

So viele Corona-Songs in diesem Jahr. Mein Gute-Laune-Favorit: „House Arrest“ von Sofi Tukker. Da wackelt das Homeoffice.

Fürs gute Gewissen

Sehr fantasievoll war es nie, Gutscheine zu verschenken. In Lockdown-Zeiten sind sie aber überlebenswichtig. Für Kulturveranstalter, Gaststätten, Freizeitanbieter, die gerade keine Einnahmen haben. Laden wir also andere zu Kulturereignissen ein, die derzeit nicht stattfinden dürfen - und zahlen vorab. Erstaunlich, dass zwangsgeschlossene Häuser nicht offensiver werben, ihnen so aus der Krise zu helfen.

3. Türchen - Peter Redlich verschenkt Motivation für den Frühling

Auf zu den Weinberglichtern - das macht mehr Freude als teuer verpackte Pakete.
Auf zu den Weinberglichtern - das macht mehr Freude als teuer verpackte Pakete. © SZ

Seele wärmen und rausgehen und sich bewegen oder umgekehrt und immer wieder - das ist jetzt mehr denn je nötig. Mir hilft es. Und danach überlege ich auch, was ich meinen Liebsten in Sachen Geschenke antun könnte.

Für die Ohren

​Charlie Cunningham - „Permanent Way“ (2019) ist das jüngste Album des 36-jährigen Briten mit der klaren und teils kehligen Stimme und einer Gitarre die das eigentlich schon abgedroschene Wort Gänsehautgefühl wirklich verdient. Cunningham sang zum Palaissommer in Dresden als die Welt noch gesund war.

Für die Augen

​Mal raus aus Dresden gehen oder fahren und die Lichter in den Weinbergen von Schloss Wackerbarth anschauen. Das ist derzeit Märchenwelt pur, kostet keinen Eintritt. Und wer dann noch ein paar Euro für den heißen Becher Wein dabei hat, macht zumeist mehr Freude als mit teuer verpackten Paketen.

Für den Kopf

​Mal Tablet, Laptop und was sonst noch flimmert weglegen. Ein altes Buch aus dem Regal zuhause ziehen - vielleicht von Christa Wolf (wegen der interessanten Sicht auf die Dinge um uns herum oder im Kopf) oder von Harry Potter (wegen der bildreichen Sprache) - und es neu verpacken und einem Freund mit ein paar wirklich handgeschriebenen Worten schicken.

Für den Magen

​Nichts geht in dieser Zeit über einen mit Liebe zubereiteten Gänsebraten. Klöße mit feinen Butterbröseln, satter, dicker mit Speck gefütterter Rotkohl und eine Keule oder Brust, die auf der Zunge zergeht. Wenn dann noch der Preis stimmt (etwa beim Koch vom Goldenen Anker in Radebeul, 15,50 Euro), dann wäre das einen Gutschein oder eine Einladung als Geschenk wert.

Fürs Rückgrat​

Damit Gänse und Lebkuchen nicht zu lange auf den Hüften bleiben, ist Radfahren – die glatten Winter sind eh abgemeldet – auch jetzt eine gute Option. Wie wäre es mit einem Zuschuss oder – wer noch viel auf der Kante hat – einem ganzen neuen Rad als Motivation. Bei Kleinanzeigen gibt es übrigens meist gute, mitunter sogar neue und preiswerte Alternativen zum Ladenkauf.

2. Türchen - Heike Sabel verschenkt dieses Jahr Selbstgemachtes

Zwischen all den Rundmails und Bildern auf Whas-App, wärmt ein handgeschriebener Brief zu Weihnachten das Herz.
Zwischen all den Rundmails und Bildern auf Whas-App, wärmt ein handgeschriebener Brief zu Weihnachten das Herz. © SZ

Kaufen war voriges Jahr. Dieses Jahr haben wir, zwar corona-unfreiwillig, mehr Zeit. Aber die können wir ganz freiwillig auch für ein paar etwas andere Weihnachtsgeschenke nutzen.

Für die Ohren

​Nicht mehr ganz neu, aber immer noch aktuell und immer wieder gut: Sandra Kreisler und Roger Stein. Deren zum Teil bitter-ironische Texte sind vielleicht nichts für den heimeligen Adventskaffee, aber ein Weihnachtsgeschenk ist ja auch nicht nur für Weihnachten. Wer singen kann, ist im Vorteil, und kann auch selbst ein Lied verschenken.

Für die Augen​

Unsere Augen werden überschüttet mit Fotos, wir selbst machen ständig klick mit dem Handy. Dank deren immer besser werdenden Technik sind richtig schöne Bilder dabei. Nur leider schaut man sie sich viel zu wenig an. Also: Die schönsten als Erinnerung an das Jahr in einem Fotokalender mit pfiffigen Bemerkungen fürs nächste zusammenstellen. Oder alternativ ein Fotopuzzle draus machen.

Für den Kopf​

Lesen geht immer. Wer aber immer nur liest, was ihn schon immer interessiert, dem bleibt viel verschlossen. Der Zugang zu bisher ungewohnter Literatur wird durch Vorlesen erleichtert. Wenn sich fünf Leute gegenseitig aus ihrem aktuellen Lieblingsbuch vorlesen, bekommen im besten Fall vier eine Anregung. Und weil man ja was verschenken will, diesmal vielleicht das Buch, das man selbst dieses Jahr besonders fand – mit persönlicher Rezension als Einstimmung.

Fürs Herz

​Zwischen all den Rundmails und Bildchen und Filmchen im Mailpostfach, auf Whats-App, Facebook und Co. fällt ein handgeschriebener Brief ganz bestimmt auf und wird nicht „gelöscht“ oder übersehen. Geschrieben mit Herz, wärmt er das Herz, weil der Schreiber sich Zeit genommen hat für den Leser.

Fürs Rückgrat​

Ein Spaziergang in unbekannter Gegend ist gut für den aufrechten Gang – und das sogar im doppelten Sinne, wenn mit einem anregenden Gespräch verbunden. Als Gutschein für zwölf Monatsspaziergänge 2021 hat man gemeinsam das ganze nächste Jahr was davon

1. Türchen - Birgit Grimms Plädoyer für den Gutschein

Auch wenn alles abgesagt ist: Vorfreude können wir trotzdem verschenken.
Auch wenn alles abgesagt ist: Vorfreude können wir trotzdem verschenken. © SZ

Abgesagt! Wie kommen wir durch die Adventszeit ohne Weihnachtsmarkt? Ohne Weihnachtsinszenierung im Theater? Ohne Weihnachtsoratorium in der Kirche? Der kulturelle Entzug lässt sich ganz einfach überwinden, und den Künstlern hilft’s auch: Schenken Sie Vorfreude auf ein Kulturereignis im neuen Jahr. Denn Vorfreude ist ja angeblich sowieso die schönste Freude.

Für die Ohren

​Rein in den Dresdner Kulturpalast! Endlich wieder den Klang der Dresdner Philharmonie in diesem Konzertsaal genießen.

Für die Augen

​Ab ins Kino! Am wohlsten fühle ich mich im Dresdner Programmkino Ost. Sehr gern lasse ich mich mit einem Ticketgutschein beschenken. Fünferkarte, Zehnerkarte... Der Clou aber ist ein selbstgewählter, krummer Betrag. Damit wird es an der Kasse von Kinobesuch zu Kinobesuch lustiger. Versuchen Sie es mal mit 31,12 Euro, mit 20,21 Euro oder mit dem Geburtstag des Liebsten, dividiert durch sein Alter.

Für den Kopf​

Rein ins Kabarett! Ich empfehle Lisa Eckhart, die Österreicherin gastiert im März in Dresden. Die Frau denkt schneller, als mancher spricht. Blitzgescheit und frech pustet sie dem Publikum die Gehirnwindungen durch. Das ist einsame Spitze.

Für Herz und Lunge​

Ab durch die Dörfer! Frische Luft zu tanken auf einer Familienwanderung beugt Zivilisationskrankheiten vor und stärkt das Immunsystem. Dabei diskret in weihnachtlich beleuchtete Fenster zu schauen, wärmt nicht nur das Herz.

Fürs Rückgrat

​Rein in die Kunst! Private Galerien sind momentan die einzigen Kultureinrichtungen, die öffnen dürfen, weil sie Einzelhandel sind. Künstlern durch den Kauf eines Werkes zu zeigen, wie sehr man ihre Arbeit schätzt, ist mehr als eine gute Tat. Man muss sich dabei nicht verausgaben. Die Dresdner Galerie Mitte z.B. hat auch kleine, feine, extravagante Stücke zu bieten.

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​Ab unter die Maske! Es wird höchste Zeit, dass wir das modische Potenzial der Gesichtsbedeckung entdecken. Designerstücke gibt es längst. Wer endlich wieder ausgeht, will auch wieder gut aussehen. Ein „Schnutenpulli“ reicht dann nicht.

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