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Gottschalk hält nichts von „Reality-Dödeln“

Was waren das doch damals für Zeiten, als er gelernt hat. Keine „merkwürdige Ernsthaftigkeit“ wie heute bei den Jungen.

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Blickt skeptisch auf den Nachwuchs: Thomas Gottschalk.
Blickt skeptisch auf den Nachwuchs: Thomas Gottschalk. © Rolf Vennenbernd/dpa

Von Ingrid Müller

Wird Thomas Gottschalk jetzt alt? Der beliebte 72-jährige Entertainer hat sich jedenfalls jetzt mit dem Nachwuchs angelegt – jedenfalls mit dem in seiner Branche, sagte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung aus München. Mit den jungen Unterhaltern könne er nur wenig anfangen, gab der Showmaster bei einem Gespräch in einem Münchner Luxushotel zu Protokoll. „Ich muss aufpassen, dass ich nicht meine komplette Zeit damit verplempere, irgendwelche Reality-Stars oder Youtube-Influencer zu beschimpfen, weil ich nicht an sie glaube“, sagte der Moderator, der sich kürzlich auf Anraten seiner jüngeren Freundin die Locken zu einer Kurzhaarfrisur hatte stutzen lassen – weil er so ihrer Ansicht nach jünger aussehe. Über seine Haare wollte er diesmal allerdings nicht reden. Stattdessen legte er mit Blick auf die jungen Entertainer nach: „Das ist die große Gefahr, in der ich derzeit bin, dass ich mir ständig denke: Meint ihr das wirklich ernst?“ Namen allerdings wollte er nicht nennen.

Gottschalk vermisst beim Nachwuchs vor allem Mut, auch mal etwas Falsches zu sagen. „Diese ganzen Leute mit fünf Millionen Followern zwischen neun und elf Jahren, du merkst jedes Mal, wenn die den Mund aufmachen, dass die an alle ihre fünf Millionen Follower denken und bloß nix falsch machen wollen.“

Er selbst sei da ganz anders, beteuerte der langjährige Moderator der Samstagabend-Show „Wetten, dass...?“ Er mache sich nie Sorgen, was die Leute über ihn denken könnten, behauptet der lange mit bunten Outfits auftretende Moderator, der in den vergangenen Jahren so manchen Misserfolg einstecken musste, bevor er mit einer Wiederauflage der Wettsendung wieder ein großes TV-Publikum bespaßen konnte. „Die junge Generation heute ist so weichgekocht und so ängstlich auf Erfolg bedacht. Die steht so unter Druck. Das tut mir leid.“ Von sich selbst spricht er, als sei er immer ein widerspenstiger Held gewesen. Er habe auch live Sänger oder Redakteure im Radio beschimpft – „das ging damals, solange die Zuhörer es lustig fanden.“

Gottschalk schwärmt aber auch wie Opa vom Krieg, als er von eigenen Erfahrungen berichtet, die ähnlich auch Mike Krüger gemacht habe. „Diese harte Schule der Unterhaltung verbindet, und das fehlt den Reality-Dödeln heute.“ Er selbst habe anfangs zum Beispiel „für Hertie eine Werbetour für die Zickzack-Nähmaschine gemacht“.

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